Eric Rohmer

Schauspieler • Producer • Musiker • Regisseur • Drehbuchautor
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Leben & Werk

Seine Filme mit ihren Parlandos d‘ Amour und redseligen Personen jeden Alters sind kleine philosophische Betrachtungen der Liebe und des Alltagslebens, mit einer Frische und Präzision im fließenden Dialog, wie sie selten erreicht werden.

Eric Rohmer (eig. Jean-Marie Maurice Schérer, geboren 1920) war Literaturlehrer in der Provinz, bevor er als Filmkritiker für die „Cahiers du Cinéma“ schrieb, mit Claude Chabrol eine Studie über Alfred Hitchcock verfasste und als ältester der „Nouvelle Vague“-Regisseure nach einigen Kurzfilmen mit „Im Zeichen des Löwen“ 1960 als Spielfilmregisseur debütierte. Rohmers Filme weisen keine filmspezifischen Stil auf, die Kamera bleibt distanziert-beobachtend, rein funktional, gelegentlich an geometrischen Kompositionen interessiert. Sein Hauptinteresse galt den Personen und ihren Interaktionen, wobei Rohmer gern extrem gegensätzliche Frauen und Männer aufeinandertreffen ließ, deren wortreiche Auseinandersetzungen teils in Liebesdingen, teils in Moralfragen, teils in Verhaltensweisen den Charme und Reiz des am französischen Roman des 19. Jahrhunderts orientierten Rohmerschen Universums ausmachten.

Wiederholt fasste Rohmer seine Filme zu Zyklen zusammen: die „Sechs moralischen Geschichten“ (1962 – 1972) etwa, zu denen „Meine Nacht bei Maud„, „Claires Knie“ und „Die Liebe am Nachmittag“ gehören, die „Komödien und Sprichwörter“ (sechs Filme zwischen 1980 und 1986), zu denen „Pauline am Strand“ und „Vollmondnächte“ gehören, und die vier „Erzählungen aus vier Jahreszeiten“ (zwischen 1990 und 1998).

Zwischen den Zyklen, die nicht systematisch aufeinander aufbauen, sondern deren Filme auch als jeweils eigenständige Arbeiten gelesen werden können, entstanden immer wieder andere Filme wie „Der Baum, der Bürgermeister und die Mediathek“ oder „Rendezvous in Paris“, die ähnliche Themen aufweisen oder Rohmers Motivkreise ausweiten. Rohmer setzte vorwiegend junge Schauspieler, die ihre Dialoge auch improvisieren durften, in seinen ernsten und heiteren, immer ironischen Geschlechterspielen ein, nur einige Darsteller, wie Arielle Dombasle oder Marie Rivière, traten öfter bei ihm auf.

In Deutschland wurde er 1976 mit seiner Verfilmung der Heinrich-von-Kleist-Novelle „Die Marquise von O.“ (mit Edith Clever und Bruno Ganz) berühmt, die ein Musterbeispiel für Rohmers strenge Konstruktion und sparsame Arbeitsweise ist. Rohmer drehte zwischen seiner Filmarbeit Lehrfilme und Dokumentationen. Seine Doktorarbeit über Friedrich Wilhelm Murnaus „Faust“-Film erschien 1977 (dt. 1980) in Buchform.

Am 11. Januar 2010 starb Eric Rohmer kurz vor seinem 90. Geburtstag in Paris.

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