Eminem

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Leben & Werk

Gefördert von seinem Mentor Dr. Dre stieg Eminem zu einem der erfolgreichsten Rap-Stars aller Zeiten auf. Mit ungewohnt persönlichen Texten und seinem außergewöhnlichen Rap-Talent erreichte er nicht nur die weiße Unterschicht, sondern begeisterte HipHop-Freunde ungeachtet von Rasse, Geschlecht oder sozialem Status.

Eminem kam am 17. Oktober 1972 als Marshall Bruce Mathers III im Provinznest St. Joseph in der Nähe von Kansas City zur Welt. Er verlebte eine wenig harmonische Kindheit bei seiner alleinerziehenden Mutter, die des öfteren kurzfristig ihre Zelte abbrach und nach Detroit umsiedelte, nur um wenig später nach St. Joseph zurückzukehren. Die Beziehung zur Mutter sollte eines der Haupthemen in Eminem Texten werden, in denen er, wenig zimperlich, schwere Vorwürfe gegen sie richtete. Mit 14 Jahre begann er zu rappen. Unter dem Namen M&M, den er von seinen Initialen ableitet, unternahm er gemeinsam mit seinem Schulfreund Manix im Keller von dessen Elternhauses erste Gehversuche als MC. Bald begann er, an örtlichen Rap-Battles teilzunehmen und ersang sich, nach einigen Startschwierigkeiten, bald einen ausgezeichneten Ruf. Er schloss sich der Rap-Gruppe New Jacks an, wechselte später zu Soul Intent und veröffentlichte mit diesen 1995 eine erste Single. Bei den Aufnahmen hatte er den Rapper Proof kennen gelernt, der derart vom Talent des junge, weißen Künstlers angetan war, dass er mit ihm zusammen das sechs Mann starke HipHop-Kollektiv D12 gründete.

Am 25. September 1995 kam seine Tochter Hailie zur Welt. Eminem sah sich gezwungen, seine Rap-Leidenschaft zurückzustellen und einen Job anzunehmen, um seine kleine Familie zu ernähren. Erst 1996 fand er wieder Zeit, einige Songs aufzunehmen, die er zu einem Album bündelte und wenig später unter dem Titel „Infinite“ bei dem kleinen Label Web Entertainment veröffentlichte. Die Kritiker zeigten sich wenig begeistert und warfen dem Rapper vor, sich zu deutlich an etablierten Acts wie Nas oder AZ zu orientieren. Daraufhin schuf Eminem sein Alter Ego Slim Shady – eine Kunstfigur, die jegliche Tabus missachtet und in ihren Texten unverblümt zu allen möglichen Reizthemen Stellung bezog. Zur gleichen Zeit wurde seine Mutter angeklagt, Eminems jüngeren Bruder mental und körperlich missbraucht zu haben, was den Hass des Rappers gegen sie weiter schürt. Ein Jahr später verließ ihn dazu noch seine Freundin und untersagte ihm den Umgang mit seiner Tochter. Diese persönlichen Rückschläge ließen Eminem zunehmend verbittern, und er flüchtete sich in eine unselige Drogen- und Alkoholsucht, die schließlich in einem missglückten Selbstmordversuch ihren tragischen Höhepunkt fand.

Die Lebenskrise sollte einen Wendepunkt markieren: Eminem besann sich auf seine musikalischen Talente und nahm die „The Slim Shady LP“ auf, auf der er seine Erfahrungen verarbeitete und seinen einzigartigen, nasalen Rap-Stil erstmals in voller Pracht präsentierte. Die Rap-Welt war begeistert, und der junge Rapper aus St. Joseph wurde vielerorts als „große weiße Hoffnung“ gefeiert. 1997 nahm Eminem am Rap Olympics MC Battle in Los Angeles teil, belegte den zweiten Platz. Bei der Veranstaltung gab sein Manager Paul Rosenberg ein Demo an einen anwesenden Talent Scout von Interscope weiter, der damit bei seinem Chef Jimmy Iovine vorstellig wurde. Über diesen gelangte schließlich Rap-Legende Dr. Dre an die Aufnahme – und war überwältigt. Dre kontaktierte den weißen Rapper sofort, und bereits bei ihrem ersten Treffen nahmen die beiden der Legende nach die spätere Hit-Single „My Name Is“ auf. Dre erklärte sich bereit, ein komplettes Album mit dem großen Talent aufzunehmen, und nahm Eminem als ersten weißen Rapper für sein Aftermath-Label unter Vertrag.

Das Blatt schien sich zum Guten zu wenden: Nachdem er sich im Herbst 1998 mit seiner Freundin wieder versöhnt und sie wenig später sogar geheiratet hatte, kam Anfang 1999 sein Major-Debüt auf den Markt. Mit Hit-Singles wie dem erwähnten „My Name Is“, „Just Don’t Give A Fuck“ und „Guilty Conscience“ eroberte die CD die Rap-Welt im Sturm und erreichte während der folgenden zwölf Monate dreifachen Platinstatus. Im Sommer 2000 folgte das zweite Album „The Marshall Mathers LP“ , das in der ersten Verkaufswoche bereits über zwei Millionen Mal verkauft und damit zum am schnellsten verkauften Rap-Album aller Zeiten wurde. Mit seinen expliziten Texten zog sich Eminem nicht nur wütende Proteste von konservativen Medien und Politikern zu, sondern verstrickte sich auch zusehends in Intim-Fehden mit anderen Rap-Künstlern wie Douglas Dall von der Insane Clown Posse oder Evelast. Die Medien warfen ihm außerdem Sexismus und Schwulenfeindlichkeit vor. Seine Mutter verklagte ihren Sohn, da sie sich in einigen der Texte auf „The Marshall Mathers LP“ schwer verunglimpft sah. Auch seine Frau Kim Mathers entdeckte sich auf der CD wieder: In dem Song „Kim“ singt Eminem darüber, wie er Kim gewaltsam umbringt. Die Ehefrau war schockiert, reichte die Scheidung ein und unternahm ihrerseits einen Selbstmordversuch.

Eminem bereiste unterdessen konstant die Konzerthallen der Nation, räumte bei den MTV-Awards ab und setzte bei der Verleihung der Grammy-Awards zur großen Geste an: Gemeinsam mit dem bekanntermaßen homosexuellen Elton John spielte er ein Duett, versetzte damit seine Kritiker in den Reihen von Schwulenvereinigungen in ungläubiges Staunen und entzog den Vorwürfen so medienwirksam den Boden. 2001 reanimierte er seine alte Posse D-12, veröffentlichte mit ihr ein Album sowie mehrere erfolgreiche Singles und ging mit den Jungs auf Tour. Zurück von der Konzertreise übernahm er in dem Film „8 Mile“ seine erste Filmrolle. Die Geschichte, die lose angelehnt an das Leben von Eminem vom Aufstieg eines weißen Rappers aus der Unterschicht erzählt, erntete wohlwollenden Kritiken und wurde auch an den Kinokassen ein Erfolg. Eminem gründete mit Shady Records seine eigene Plattenfirma unter dem Dach von Aftermath und betätigte sich auch zunehmend als Produzent. Für sein Label nahm er unter anderem Künstler wie Obie Thrice und 50 Cent unter Vertrag und machte sie ihrerseits zu Superstars.

Im Jahr 2002 meldete er sich mit der Single „Without Me“ zurück, die mit deutlichen Seitenhieben in Richtung Moby und Britney Spears sowie einem zynischen Video – der Rapper tanzt in einer Erdhöhle als Osama Bin Laden verkleidet – erneut ein durchschlagender Hit wurde. Wenig später erschien mit „The Eminem Show“ das dritte Studioalbum, mit dem der Künstler seinen Status weiter festigte und erneut mehrere Millionen Einheiten absetzte. Singles wie das düstere „Cleanin‘ Out My Closet“ , auf dem der Rapper einmal mehr mit seiner Mutter abrechnete, heizten die Verkäufe zusätzlich an. Sein viertes Album ließ Eminem im Winter 2004 mit „Encore“folgen. Die CD stürmte weltweit die Charts und verkaufte sich millionenfach. Im Jahr 2005 fand sich der Rapper jedoch überwiegend mit Negativschlagzeilen über Drogenprobleme in den Medien wieder. Zudem entsetzte er seine Fans mit der Ankündigung, seine Karriere als Künstler beenden zu wollen und künftig nur noch als Produzent und Labelboss von Shady Records zu arbeiten. Dass es ihm mit diesem Plan offenbar ernst war, bestätigte Ende 2005 das Best-Of-Album „Curtain Calls – The Hits“ und vor allem die darauf enthaltene neue Single mit dem unzweideutigen Titel „When I’m Gone“.

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