Die Rolle der Daenerys Targaryen in der Hit-Serie „Game of Thrones“ machte Emilia Clarke weltberühmt. Sie selbst musste während des Verlaufs der Serie jedoch zweimal gefährliche Gehirn-Operationen überstehen, wie sie jetzt bekanntgab.

In einem bewegenden, detaillierten Essay enthüllte Emilia Clarke bei The New Yorker, dass sie während ihrer Zeit bei „Game of Thrones“ zwei Operationen am Gehirn überleben musste. Der erste Eingriff wurde nach dem Ende der ersten Staffel notwendig. Während eines Trainings hatte Clarke plötzlich das Gefühl, als würde ein Gummiband ihr Gehirn zusammenquetschen. Sie spürte einen stechenden Schmerz in ihrem Kopf, Geräusche und Licht nahm sie plötzlich als unerträglich intensiv wahr. Um ihre Erinnerung wach zu halten, versuchte sie sich gezielt Dinge ins Gedächtnis zu rufen, unter anderem Zeilen aus „Game of Thrones“.

Emilia Clarke wurde anschließend ins Krankenhaus gebracht, wo die Diagnose ein Aneurysma ergab. Eine Hirnblutung, verursacht durch ein geplatztes Blutgefäß. Eine Not-Operation musste schnell durchgeführt werden, wie die Schauspielerin später erfuhr, sterben bei solch einem Eingriff ein Drittel der Betroffenen. Clarke überlebte die Prozedur zum Glück, auch wenn ihre anschließende Rehabilitation den Albtraum fortsetzte.

Emilia Clarke spielte trotz ständiger Schmerzen bei „Game of Thrones“ weiter

Nach der dreistündigen Operation verbrachte sie vier Tage auf der Intensivstation. Anschließend sagte man ihr, dass die nächsten zwei Wochen entscheidend werden. Sollte sie die ohne Probleme überstehen, stünden die Chancen auf eine vollständige Heilung gut. Ein Tag nach der kritischen Frist fragte eine Schwester Emilia Clarke, wie ihr Name laute. Sie konnte sich nicht erinnern, stammelte lediglich Nonsens. Ihre Eltern versuchten sie in dieser Zeit zu beruhigen und ihr Mut zu zusprechen. Die Schauspielerin bat damals laut eigener Aussage jedoch das Krankenhauspersonal, sie sterben zu lassen. Ohne die Fähigkeit, sprechen zu können, wäre ihre ganze Karriere vorbei gewesen, als sie gerade erst los ging.

Nach einer weiteren Woche in der Intensivstation konnte sie zum Glück wieder ihren vollständigen Namen nennen. Einen Monat nach ihrer Einlieferung verließ sie das Krankenhaus schließlich und wenige Wochen darauf stand sie schon für die zweite Staffel von „Game of Thrones“ vor der Kamera. Emilia Clarke nahm in dieser Zeit Morphium gegen die Schmerzen, dennoch war sie verständlicherweise weit von ihrer Höchstform entfernt. Neben den anhaltenden Schmerzen fühlte sie sich die ganze Zeit erschöpft. Nicht die besten Voraussetzungen, doch sie drehte dennoch weiter. Wie sie selbst schrieb: „The show must go on!“

2013 war eine weitere OP nötig, die allerdings fehlschlug

Bei der Behandlung ihres ersten Aneurysmas wurde ein weiteres entdeckt, auf der anderen Seite ihres Gehirns. Emilia Clarke ließ dies ständig überprüfen. Nachdem sie Staffel 3 von „Game of Thrones“ beendete hatte, war die betroffene Stelle schon doppelt so groß. Eine vermeintlich einfache Operation sollte diesen drohenden Gefahrenherd 2013 beheben. Nachdem sie von dem Eingriff erwachte, schrie sie allerdings vor Schmerzen. Die Prozedur war fehlgeschlagen und Emilia Clarke hatte eine massive Blutung im Gehirn. Sie musste sich einer erneuten Not-Operation unterziehen.

Diesmal musste sogar ihre Schädeldecke geöffnet und später teilweise durch Titan ersetzt werden. Heute ist die Narbe nicht mehr sichtbar, damals konnte Emilia Clarke davon natürlich nicht ausgehen. Sie litt unter ständigen Panikattacken, weil sie dauerhafte Schäden befürchtete. Was, wenn ihr Gedächtnis beeinträchtigt ist? Sie sich nicht mehr konzentrieren oder richtig sehen kann?

Zum Glück kam es dazu nicht. „Ich bin jetzt bei hundert Prozent“, schreibt sie über ihren Heilungsverlauf. Neben ihrer Arbeit als Schauspielerin hat sie sich dazu entschieden, eine Stiftung mit dem Namen SameYou zu gründen. So will sie Menschen unterstützen, die sich von Gehirnverletzungen und Schlaganfällen erholen müssen. Neben Dankbarkeit für die Unterstützung der Ärzte, der Schwestern, ihrer Freunde und ihrer Eltern freut sie sich zudem über das Finale von „Game of Thrones“: „Ich bin so glücklich, hier zu sein, um das Ende dieser Geschichte und das, was auch immer danach kommt, zu erleben.“

 

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