Leben & Werk

Er entdeckte Marlon Brando und James Dean und förderte wesentlich die Karrieren von Absolventen des Actors‘ Studio wie Warren Beatty, Lee Remick und Rod Steiger. Sohn griechischer Einwanderer, musste Elia Kazan (eig. Elia Kazanjoglous), geboren 1909 in Konstantinopel, als Küchenbursche sein Theaterstudium finanzieren. Die Erfahrung, ein Außenseiter zu sein, prägte viele seiner späteren Filmarbeiten.

Durch die persönliche Zusammenarbeit mit Tennessee Williams, Arthur Miller und John Steinbeck bedingt, arbeitete Kazan als angesehener Broadway-Regisseur und gründete mit Lee Strasberg das Actors‘ Studio. Für den Film arbeitete Kazan zunächst nur sporadisch, obwohl er bereits 1947 seinen ersten Regie-Oscar für „Tabu der Gerechten“ (mit Gregory Peck) erhielt. Die Filmfassung seiner Bühnen-Inszenierung von Williams‘ „Endstation Sehnsucht“ machte Marlon Brando in der Rolle des Stanley Kowalski, der das modemachende T-Shirt trägt und mit seiner Körpersprache und Diktion einen neuen Schauspielstil initiiert, berühmt, und Kazan verlegte sich endgültig aufs Filmemachen. 1952 gab Kazan vor dem McCarthy-Ausschuss für unamerikanische Umtriebe die Namen mehrerer Mitglieder der Kommunistischen Partei preis, weshalb sich Freunde und Kollegen von ihm abwandten. Dieser persönliche Tiefpunkt hinterließ Narben, die noch 1999, als er den Ehren-„Oscar“ für sein Gesamtwerk erhielt, für eine heftige Kontroverse sorgten: Kommentatoren wollten Kazans „Verrat“ nicht vergessen, und als Martin Scorsese und Robert De Niro den Veteranen auf die Bühne begleiteten, erhielt er von der Hälfte des Publikums Standing Ovations, die andere Hälfte blieb sitzen.

Dessen ungeachtet ist Kazans künstlerische Leistung unbestritten: 1952 zeigte er mit dem Revolutionsdrama „Viva Zapata!“ (Oscar-Nominierung für Brando) einen proletarischen Helden, der sich nicht korrumpieren lässt. Sein an den Originalschauplätzen im New Yorker Hafen gedrehtes Gewerkschaftsdrama „Die Faust im Nacken“ (1954, „Oscars“ für Kazan und Brando) leitete einen neuen Realismus ein, „Jenseits von Eden“ (nach John Steinbeck), sein erster Farbfilm im Scope-Format, thematisierte die Spannungen zwischen den Generationen und machte James Dean berühmt. Die Williams-Verfilmung „Baby Doll“ sorgte wegen des Lolita-Themas für einen Skandal. In diesen Filmen führte Kazan eine neue Bildsprache ein: mit langen Kamerafahrten statt Schnitten, verkanteten, von Orson Welles entlehnten Perspektiven, und Raumaufteilungen, die das Verhältnis von Nähe und Distanz formal meistern. In den 60er Jahren sorgte „Fieber im Blut„, der den Puritanismus der Amerikaner kritisiert, erneut für Unruhe. Mit „America, America“ beleuchtete Kazan die Problematik der anatolischen Einwanderer, mit „Das Arrangement“ (mit Kirk Douglas) die eigene Schaffenskrise. Diese Filme wurden finanzielle Misserfolge, und Kazan wandte sich mehr und mehr dem Verfassen autobiografischer Romane zu. Sein letzter Film „Der letzte Tycoon“ (1976) war eine Verbeugung vor dem alten Hollywood. 1996 erhielt er den Goldenen Bären für sein Lebenswerk.

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