Leben & Werk

Amerikanische Regisseurin, Drehbuch- und Theaterautorin und Schauspielerin. Elaine May ist vor allem für ihre Kunst berühmt, natürlich fließende Dialoge mit treffsicherer Eleganz, bissigem Ton und pointiertem Sarkasmus zu schreiben. Die hohe Kunst der Dialogduelle stammt aus der Zeit mit Mike Nichols, mit dem sie von den späten 1950er Jahren bis 1961 ein erfolgreiches und legendäres Comedy-Duo bildete, dessen spektakulär bösartige Trennung für Schlagzeilen sorgte. May gilt als gesuchter Script Doctor und hat u. a. uncredited die Drehbücher für Warren Beattys „Reds“ (1981) und Sydney Pollacks „Tootsie“ (1982) verfeinert. All ihren vier Regiearbeiten blieb der Erfolg versagt, „Ishtar“ (1987) wurde mit 40 Mio. Dollar Kosten einer der größten Flops der Filmgeschichte.

Elaine May wurde 1932 in Philadelphia als Tochter des Schauspielerpaares Jack und Ida Berlin geboren. Als Kind tourte sie in verschiedenen Stücken mit dem jiddischen Vater. Aus der schnell geschiedenen Teenager-Ehe mit Schauspieler Marvin May ging 1949 Tochter Jeannie Berlin hervor. Ab 1950 studierte May am Playwrights Theatre und an der University of Chicago, wo sie auf den jungen Theatermann und späteren Erfolgsregisseur Mike Nichols („Die Reifeprüfung“) traf. Daraus erwuchs eins der brillantesten Comedy Teams im amerikanischen Showbusiness. Sie gehörten zu den Gründern von „The Compass Players“, aus der „Second City“ erwuchs, Kaderschmiede und Königsvater vieler Komödienstars.

May und Nichols nahmen mit satirischem Biss Rassenvorurteile, außereheliche Affären und Quiz-Show-Skandale aufs Korn, parodierten Prominente und spezialisierten sich auf die Kriege, die aus der selten friedlichen Koexistenz von Ehe und Karriere entstanden. In der Saison 1960/61 waren sie in allen Medien präsent, ihre Broadway-Show „An Evening With Mike Nichols and Elaine May“ gewann den Grammy Award. Auf „YouTube“ ist seit 2007 ein zweiminütiger Werbespot für General-Electric-Kühlschränke zu sehen, der damals entstand und auf einem Sketch ihrer Show basiert. 1980 trat das Paar erstmals seit der Trennung wieder auf der Bühne auf, ironischerweise in Edward Albees „Wer hat Angst vor Virginia Woolf?„, dessen Filmversion Nichols als Regisseur 1966 mit Elizabeth Taylor und Richard Burton inszeniert hatte. 1996 schrieb May das Drehbuch für Nichols‘ „The Birdcage“ (US-Version von „Ein Käfig voller Narren„) und 1997 für Nichols‘ Politsatire „Mit aller Macht“ (mit John Travolta).

Nach zwei Versuchen als Darstellerin und ersten Drehbucharbeiten führte May 1971 erstmals Filmregie und übernahm in der Komödie „Keiner killt so schlecht wie ich“ die Hauptrolle der schusseligen Ehefrau von Walter Matthau. Der Film wurde gegen ihren Willen umgeschnitten, sie distanzierte sich. 1972 entstand mit „Pferdewechsel in der Hochzeitsnacht“ ihre Komödie zum Thema Seitensprung, 1976 die schwarze Krimikomödie „Mikey und Nicky“ (mit John Cassavetes und Peter Falk), 1985 „Ishtar“, Wüstenkomödie um zwei Schnulzensänger in Nordafrika (mit Warren Beatty, Dustin Hoffman und Isabelle Adjani).

Zu Mays Theaterstücken gehören der Einakter „Adaptation“ sowie „Taller than a Dwarf“ (2000), „Ghost Talks on the Universe“ (2002) und „After the Night and the Music“ (2005).

May war für Beattys „Der Himmel soll warten“ (1978) und für „Mit aller Macht“ (1997) für den Oscar nominiert, gewann für „Mit aller Macht“ den BAFTA-Award. 2000 wurde sie für ihre Rolle der debilen Cousine in Woody Allens „Schmalspurganoven“ mit dem Golden Globe als Beste Nebendarstellerin geehrt. 1994 wurde ihr der Lifetime Achievement Award in Comedy verliehen.

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