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Leben & Werk

Als einer der Unterzeichner des „Oberhausener Manifests“ von 1962, gehörte Edgar Reitz zu den Regisseuren des Jungen Deutschen Films, die „Papas Kino“ für tot erklärten und einen neuen deutschen Spielfilm forderten. Einen Namen machte er sich jedoch erst zwanzig Jahre später, als seine elfteilige TV-Serie „Heimat“ 1984/85 zum Ereignis wurde. Reitz, 1932 im Hunsrück in Morbach geboren, studierte in München Theaterwissenschaft und Germanistik und schrieb Gedichte. Er gab die literarische Zeitschrift „Spuren“ heraus und versuchte sich seit 1953 am Film mit Dokumentationen und Kulturfilmen. 1963 war er Mitbegründer und Dozent der Abteilung Film an der berühmten Hochschule für Gestaltung in Ulm. Dort lernte er Alexander Kluge kennen, für dessen Debütfilm „Abschied von gestern“ er die Kamera führte. 1967 entstand mit der Eheanalyse „Mahlzeiten“ (mit Heidi Stroh) sein Spielfilmdebüt. Seine nächsten Filme fanden keinen Verleih mehr, sodass er zunächst mit 8mm experimentierte und ein Kneipenkino führte. Er arbeitete mit Kluge („In Gefahr und größter Not bringt der Mittelweg den Tod„) und Ula Stöckl (23 „Geschichten vom Kübelkind“) und beteiligt sich an dem Episodenfilm „Deutschland im Herbst„, der kollektiven Kommentierung des Herbstes 1977. Seinen konventionellen Spielfilmen „Die Reise nach Wien“ (mit Elke Sommer und Mario Adorf), „Stunde Null“ und „Der Schneider von Ulm“ (mit Tilo Prückner) blieb der Erfolg versagt. Als Vorstudie zu „Heimat“ entstand 1980-1982 „Geschichten aus den Hunsrückdörfern“. „Heimat“ selbst, eine deutsche Chronik des 20. Jahrhunderts, gespiegelt in der Provinz, stellte ein einmaliges TV-Ereignis vor der Einführung des privaten Rundfunks dar, wurde national und international diskutiert und ausgezeichnet. Der Erfolg der Serie ließ sich mit der Fortsetzung „Die zweite Heimat“ (1988-1992), in dem in den 60er-Jahren Studenten in München die Chronik fortschreiben, nicht wiederholen: 25 Stunden Erzählzeit erwiesen sich 1993 im Zeitalter der neuen Medien als zu lang. Für die Hundertjahrfeier von Film und Kino montierte Reitz 1994 „Die Nacht der Regisseure“, ein Kaleidoskop deutscher Filmgeschichte mit Statements von Regisseuren. Den erstmaligen Einsatz digitaler Techniken verfolgt Reitz im Internet weiter. Reitz vollendet seine „Heimat“-Trilogie mit „Heimat 3„, einem letzten Zyklus vom Mauerfall bis zur Jahrtausendwende, den er in Zusammenarbeit mit Thomas Brussig schrieb. Der Mehrteiler wurde 2004 auf den Filmfestspielen in Venedig gezeigt. Zwei Jahre später wurde Reitz, der 2005 in der Wettbewerbsjury der Mostra saß, erneut nach Venedig eingeladen mit dem Dokumentarfilm „Heimat – Fragmente“.

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