Die Rassentrennung ist zwar lange abgeschafft, doch Diskriminierung ist immer noch ein heikles Thema in den USA – besonders, wenn sie aus den eigenen Reihen kommt.

Eddie Murphy in "Norbit": Ärgerliche Klischeeschlacht oder selbstironische Satire? Bild: Universal

So empören sich afroamerikanische Bürgerrechtler jetzt massiv über den Kultkomiker Eddie Murphy. Der hat mit seinem neuen Film „Norbit“ gerade die Spitze der US-Kinocharts erobert – nicht zuletzt dank seiner Auftritte als rücksichtslose fettleibige Ehefrau.

„Es gibt keine Entschuldigung dafür, dass er seine Prominenz für so etwas missbraucht“, ärgert sich Robert Entman, Autor von Bucherfolgen wie „Das Bild der Schwarzen aus dem Blickwinkel der Weißen: Medien und Ethnien in Amerika“. Der Kritiker fordert: „Besonders afroamerikanische Stars müssen hier verantwortlicher handeln!“

Doch wie schon im Fall von „Borat“ gründet sich der Erfolg von „Norbit“ eben gerade auf die gnadenlose Missachtung jeder politischen Korrektheit. Murphy spielt im Film mehrere Rollen. Die Hauptfigur ist ein armer Tropf, der seit seiner Geburt zeitlebens vom Pech verfolgt wird. Das Schicksal beschert ihm eine geradezu elefantöse Gattin (ebenfalls Murphy) mit brachialer Wesensart. Wenn die Dame mit dem klangvollen Namen „Rasputia“ auf der Wasserrutsche im Freibad einen regelrechten Tsunami auslöst, bleibt auch beim Kinopublikum kein Auge trocken.

Schwarz ist schön – auch wenn’s etwas mehr ist!

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Kritiker wie Entman sehen darin jedoch eine Fortführung des Klischees der dicken „Negermama“, das seit der Sklaverei eine Konstante in der Bilderwelt weißer Amerikaner sei. Doch Künstler wie Queen Latifah oder Missy Elliott haben dieses Image längst vom negativen Beigeschmack befreit: Wie sich Martin Luther King und Malcolm X einst „schwarz und stolz darauf“ auf die Fahne schrieben, ist für die beiden ihre Leibesfülle ein selbstbewusst zur Schau gestelltes Merkmal persönlicher und künstlerischer Stärke.

Eddie Murphy selbst hat sich zu den Vorwürfen noch nicht geäußert – kein Wunder, denn der Star ist nach einer langen Durststrecke mit kapitalen Flops wie „Pluto Nash“ so begehrt wie seit Jahren nicht. Sein Auftritt als Soul-Legende in „Dreamgirls“ brachte ihm sogar eine Oscar-Nominierung.

Eins ist indes sicher: Wo über etwas nicht gelacht werden darf, gibt’s generell ein ungelöstes Problem…

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