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Dr. Norbert Kückelmann

Producer • Regisseur • Drehbuchautor

Leben & Werk

Der filmende Rechtsanwalt. Wie sein Kollege Hark Bohm war der 1930 in München geborene Norbert Kückelmann Jurist mit erstem und zweitem Staatsexamen, Referendarausbildung und mit seit 1958 selbständiger Praxis in München. Während der Referendarzeit arbeitete Kückelmann als Filmkritiker und Autor für Rundfunkanstalten, wurde filmpolitisch tätig und gründete 1965 mit Alexander Kluge das Kuratorium junger deutscher Film, dessen geschäftsführender Vorsitzender er bis 1971 blieb. Sein Spielfilmdebüt „Die Sachverständigen„, das er unter dem Pseudonym Bernhard Gruba schrieb und inszenierte, erhielt 1973 den Bundesfilmpreis. Kückelmann produziert seine Filme mit der eigenen FFAT-Produktionsgesellschaft.

Kückelmanns Dauerthemen sind einerseits die aus eigener Erfahrung gewonnenen Einsichten in die Methoden des Strafvollzugs, der juristischen Winkelzüge und strafrechtlichen Problematiken, andererseits sensible Beobachtungen der Menschen, die in die Mühlen der Justiz geraten. Das sind meist junge Leute, aber auch Richter und andere Justizangestellte. Als Kückelmanns wichtigste Filme gelten „Die letzten Jahre der Kindheit“ (1979), der die Nöte eines heranwachsenden Jungen schildert, und „Morgen in Alabama“ (1984), der am Beispiel eines Schülers einen Rechtsstreit um die Frage, ob der Schüler Einzeltäter oder Mitglied einer rechtsradikalen Vereinigung ist, durchspielt. In Filmen wie „Schweinegeld“, „Porträt eines Richters“, „Abgetrieben“ und „Verlorene Kinder“ weitet Kückelmann sein Universum und seine Systemschelte aus. In „Die Angst ist ein zweiter Schatten“ wird das titelgebende Phänomen am Beispiel einer Fotoreporterin untersucht.

Kückelmanns Filme entstanden meist für TV-Anstalten, einige wurden mit dem Adolf-Grimme-Preis ausgezeichnet.

Norbert Kückelmann starb am 31. August 2017 im Alter von 87 Jahren.

Filme und Serien

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