Leben & Werk

Douglas Sirk, am 26. April 1897 in Hamburg als Hans Detlef Sierck geboren, ist ebenso wenig Däne wie er ein „Jahrhundertkind“ ist. Das häufig zitierte Geburtsjahr 1900 ist genauso eine Erfindung der Presse wie die angeblich dänische Herkunft. Sierck begann seine Karriere in Hamburg am Theater als Hilfsdramaturg und wurde 1929 Direktor des Alten Theaters in Leipzig. Im gleichen Jahr heiratete er die Jüdin Hilde Jary, nachdem seine erste Ehe mit Lydia Brinken gescheitert war. Aus dieser ersten Ehe stammte Sohn Klaus Detlef (1925-1944), der bei der UFA ein gefragter Kinderdarsteller war. Detlef Sierck, der aufgrund der Nürnberger Rassegesetze (verheiratet mit einer Jüdin) seinen Sohn nicht sehen durfte, wird in einigen Filmographien mitunter sogar mit Klaus Detlef verwechselt. 1934 wechselte er zur UFA und drehte dort sieben Filme, unter anderem „Zu neuen Ufern“ und „La Habañera“ mit Zarah Leander. 1937 verließ er mit seiner Frau Deutschland und emigrierte in die USA, wo er weiter als Regisseur arbeitete und seinen Namen in Douglas Sirk umwandelte. In den 50er Jahren drehte er Melodramen, die zu den kommerziell erfolgreichsten von Universal-International gehörten und vor allem durch ihre Farb- und Lichtdramaturgie beeindruckten. 1959 verließ er Hollywood, um in Frankreich eine Malerbiographie zu drehen. Während der Vorbereitung erlitt er einen Kreislaufkollaps, und das Projekt wurde aufgegeben. Sirk kaufte ein Haus in Lugano und zog sich langsam vom Film zurück. Von 1963-1967 inszenierte er jedes Jahr ein Stück auf der Bühne des Münchener Residenztheaters. Rainer Werner Fassbinder, einer seiner größten Bewunderer, empfahl ihn für das Wintersemester 1974/75 als Lehrer für die Hochschule für Fernsehen und Film in München, wo er (immerhin fast 80-jährig) mehrere Jahre lehrte und mit seinen Studenten (u.a. Doris Dörrie) einige Kurzfilme drehte. Douglas Sirk starb am 14. Januar 1987 in Lugano.

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