Domhnall Gleeson

Schauspieler
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Leben & Werk

„Star Wars“, „Ex Machina“, „The Revenant“ und „Anna Karenina“ — die Liste der Blockbuster, in denen Domhnall Gleeson bereits zu sehen war, ist lang. Kritiker und Publikum sind begeistert von dem bodenständigen Iren, der drauf und dran ist, den Ruhm seines Vaters zu überholen.

Wenn man in einer Schauspielerfamilie aufgewachsen ist, ist der Beruf des Schauspielers vielleicht die am wenigsten naheliegende Wahl. So war es jedenfalls für Domhnall Gleeson, einer von vier Söhnen des berühmten Darstellers Brendan Gleeson. Domnhall wurde am 12. Mai 1983 in Dublin geboren und wollte zuerst nicht in die Fußstapfen des Vaters treten. Zum Glück hat er sich trotzdem getraut. Ansonsten müssten wir einen großartigen Darsteller vermissen.

Vater und Sohn im Film

Das Verhältnis zur Karriere des Vaters sieht Domhnall inzwischen ziemlich locker. Gemeinsam waren die beiden nicht nur in „Harry Potter und die Heiligtümer des Todes Teil 1“ als Bill Weasley und Mad-Eye Moody zu sehen. Darüber hinaus hatte Domhnall seinen ersten Auftritt in dem oscarprämierten Kurzfilm „Six Shooter“ an der Seite seines Vaters. Das Vater-Sohn-Gespann trat außerdem in den Sportkomödie „Studs“ — Domhnalls Spielfilmdebüt aus dem Jahr 2006 — auf, war in „Kopfgeld – Perrier’s Bounty“ (2009) zu sehen und konnte mit der schwarzhumorigen Tragikomödie „Am Sonntag bist du tot“ (2014) das Publikum bezaubern.

Eine weitere Familienkollaboration hat Domhnall Gleeson mit seinem Bruder Brian in Darren Aronofskys großartigem Parabel-Drama „mother!“ absolviert. Die Geschwister haben im Film nur Nebenrollen an der Seite von Javier Bardem und Jennifer Lawrence inne. Trotzdem kann man sich in Zukunft mehr Zusammenarbeit der Gleeson-Familie wünschen.

Domhnall Gleeson in „Star Wars“

Wem der rothaarige Ire bisher noch nicht aufgefallen ist, hat auf jeden Fall die „Star Wars“-Reboots „Das Erwachen der Macht“ (2015) und „Die letzten Jedi“ (2017) verpasst. Gleeson spielt darin den süffisant sadistischen General Hux. Mit seinen Auftritten ist es ihm gelungen, sein bisheriges Image des Idealisten von Hollywood zu brechen. Hux ist allein auf seinen Erfolg bedacht. Dafür geht er mit einem Lächeln über Leichen.

Die „Star Wars“-Reihe war übrigens nicht der erste Ausflug ins Science-Fiction-Format, den Gleeson absolviert hat. Zuvor spielte er in zwei Filmen des genialen Drehbuchautors und Regisseurs Alex Garland mit. Im kultigen Action-reißer „Dredd“ (2012) war Gleeson ein Hacker im Auftrag der zukünftigen Mafia. In „Ex Machina“ (2015), Garlands oscarprämiertem Kammerstück über die Emanzipation einer künstlichen Intelligenz, schlüpfte der Ire in die Rolle des Programmierers Caleb, der prüfen soll, ob die Intelligenz einem Menschen ebenbürtig ist. Darüber hinaus war Gleeson in einer Episode der britischen Kult-Sci-Fi-Serie „Black Mirror“ zu sehen.

Der junge Idealist

Obwohl die inzwischen recht große Filmografie von Domhnall Gleeson schwer auf einen Nenner zu bringen ist, gibt es vielleicht eine Gemeinsamkeit, die viele seiner Rollen auszeichnet. Wie Sascha Westphal wunderbar herausgearbeitet hat, sind seine Figuren in der Regel Idealisten. Nicht nur Bill Weasley glaubt an übergeordnete Zwecke. Schon als Outlaw im Western „True Grit“ (2010) der Coen-Brüder, sagte er die Wahrheit. In „Shadow Dancer“ (2012) verkörperte er den Idealismus der IRA und in dem Zeitreisefilm „Alles eine Frage der Zeit“ (2013), nutzte er seine Fähigkeit, durch die Zeit zu reisen, nicht, um die Weltgeschichte zu seinen Gunsten zu verändern, sondern um seine Liebe zu finden.

Ganz ähnlich sind auch die Figuren in Gleesons wertvollsten Filmen angelegt. Egal ob als gescheiterter Hobbymusiker in der herausragenden Band-Komödie „Frank“ (2014), ob als russischer Bauer in „Anna Karenina“ (2012) oder als Anführer einer Gruppe von Jägern in „The Revenant“ (2015) — der Glaube an etwas Gutes gibt diesen Figuren die Kraft, selbst schwerste Proben zu überstehen. Oder glänzend zu scheitern.

Domhnall Gleeson in Zukunft

In Hollywood muss sich Domhnall Gleeson inzwischen längst nicht mehr beweisen. Spätestens seit „Star Wars“ ist klar, dass er bleiben wird. Mit seinen bisherigen Rollen balancierte der Schauspieler gekonnt zwischen Kunst und Kommerz. Eine Tendenz, die sich auch dem Biopic „Goodbye Christopher Robin“ (2017) erkennen lässt. Darin spielt er den Autor A.A. Milne, der nach dem Ersten Weltkrieg den Winnie Puuh für seinen Sohn erfindet. Im Jahr 2018 kehrt Gleeson mit der Kinderbuchverfilmung „Peter Hase“ auf die große Leinwand zurück. Der liebevolle Kinderfilm spricht ein Massenpublikum an. Wer jedoch genau hinsieht, wird auch die Liebe zum Detail erkennen, mit der Gleeson seinen Charakter verkörpert.

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