Leben & Werk

Französische Regisseurin, Drehbuchautorin, Produzentin und Schauspielerin. Weil sie mit ihren Rollen nicht zufrieden war und keine Anweisungen befolgen wollte, wandte sich Diane Kurys abrupt von ihrer Karriere als Darstellerin ab und der Regie zu. Die Mehrzahl ihrer Spiel- und Fernsehfilme, zu denen sie auch die Drehbücher schreibt, sind autobiographisch geprägt. Erzählt wird von Scheidung, Geschwisterzwist und Schwierigkeiten des Erwachsenwerdens. Ihr Erstling „Diabolo Menthe - Die kleinen Pariserinnen“, den sie mit einer staatlichen Förderung realisierte, war 1977 der erfolgreichste französische Film des Jahres. International erregte sie mit dem Frauenfilm „Entre nous“ 1983 Aufmerksamkeit. 2007 inszenierte sie den zweiteiligen Fernsehfilm „Sagan“ über das Leben der Schriftstellerin Francoise Sagan (Sylvie Testud), der vor seiner TV-Ausstrahlung in einer Kinofassung (dt. „Bonjour, Sagan“) ausgewertet wurde.

Diane Kurys wurde 1948 in Lyon in eine Familie russisch-jüdischer Immigranten geboren und wuchs nach der Scheidung der Eltern bei Mutter und Schwester in Paris auf, wo sie das Gymnasium Jules Ferry absolvierte. Sie wurde in die Compagnie Renaud-Barrault von Madeleine Renaud und Jean-Louis Barrault aufgenommen und spielte zwischen 1972 und 1977 in 15 Filmen, darunter Fellinis „Casanova“ (1976, als Madame Charpillon).

Angefangen mit „Diabolo Menthe“ (Getränk französischer Teenager), erzählen Kurys‘ Filme von Problemen, die Scheidungskinder erleben, von der Hassliebe zwischen Schwestern, und der Auflösung von Familien. Aus der Perspektive der Jugendlichen erzählt - zu der Zeit ungewöhnlich -, verfolgt Kurys ihre Heldinnen in „Diabolo“ durch das Paris der 60er-Jahre, beobachtet sie während des Mai 1968 in „Cocktail Molotov“ (1980), und zeigt, wie die Familie um Nathalie Baye als Mutter während der Ferien am Meer in „La Baule-Les-Pins - Ein Sommer an der See“ (1989) zerbricht. In „Entre nous“ (1983) zerbrechen im Lyon der 50er-Jahre zwei Familien, als sich die Ehefrauen (Miou-Miou, Isabelle Huppert) ineinander verlieben. In „Zwischen Liebe und Hass“ (1994) treffen sich die Schwestern Alice (Béatrice Dalle) und Elsa (Ane Parillaud) als Erwachsene wieder.

Tumultartige und tragische Liebesbeziehungen von Männern und Frauen spielen in Kurys‘ englischsprachigen Film „A Man in Love„, in „Nach der Liebe“ und „Eine leidenschaftliche Affäre“ eine Rolle. In „A Man in Love“ (1986, mit Peter Coyote und Greta Scacchi) während der Dreharbeiten zu einem Film, in „Nach der Liebe“ (1992) im Dreieck zwischen einer Schriftstellerin (Huppert), einem Musiker (Hippolyte Girardot) und einem Architekten (Bernard Giraudeau), und in „Eine leidenschaftliche Affäre - Das Liebesdrama von Venedig“ (1999) zwischen der verheirateten Schriftstellerin George Sand (Juliette Binoche) und dem Dichter Alfred de Mussset (Benoit Magimel). Komödiantisch geht Kurys das Thema in „Je reste!“ (2003, nur Regie) im Dreieck zwischen Sophie Marceau, Charles Berling und Vincent Pérez an. In der Komödie „L’anniversaire“ (2005) erinnert sich ein erfolgreicher TV-Magnat (Lambert Wilson) an die Zeit der freien Radios der 80er-Jahre und versammelt zu seinem 45. Geburtstag die Freunde von damals.

Mit ihrem Lebensgefährten, dem Regisseur Alexandre Arcady, mit dem sie Sohn Yasha hat, gründete Kurys 1977 die Firma Alexandre Films.

Kurys wurde 1977 für „Diabolo Menthe“ mit dem Prix Louis Delluc ausgezeichnet. Für „Entre nous“ wurde sie 1983 mit dem Preis der Nationalen französischen Filmakademie und dem Fipresci-Preis in San Sebastian geehrt.

Filme und Serien

Videos und Bilder

Wird oft zusammen gesucht

Kommentare