Er stand schon mit vier Jahren auf der Bühne, soff und prügelte sich mit Frankieboy durch Vegas und knutschte kaukasische Schönheiten, als in Amerika noch die Rassentrennung regierte.

Experte für Lebensgeschichten: Denzel Washington Bild: Columbia TriStar

Vor allem aber war Sammy Davis jr. ein begnadeter Entertainer und Schauspieler. Höchste Zeit also, dem Mann ein filmisches Denkmal zu setzen. Die ehrenvolle Aufgabe übernimmt nun Denzel Washington, der damit zum zweiten Mal nach „Antwone Fisher“ im Regiestuhl sitzen wird.

Washington darf als Experte für Biopics gelten. Einige seiner besten Leistungen als Schauspieler brachte er, wenn er authentische Figuren darstellte oder begleitete: Von Steve Biko im Bürgerrechtsdrama „Schrei nach Freiheit„, über „Malcolm X“ und den unschuldig verurteilen Boxer Rubin „Hurricane“ Carter bis eben zum Therapeuten des misshandelten Matrosen „Antwone Fisher“.

Diesmal dient das Buch von Will Haygood mit dem Titel „In Black and White: The Life of Sammy Davis jr.“ als Vorlage. Haygood wird auch die erste Drehbuchfassung schreiben.

Da staunt selbst Colin Farrell

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Stoff bot der 1925 geborene Sammy Davis jr. reichlich: Schon im zarten Alter von vier Jahren stand der Dreikäsehoch erstmals auf der Bühne. Um die strengen Gesetze gegen Kinderarbeit zu umgehen, wurde er als „Stummer Sam, der tanzende Zwerg“ vermarktet.

Nach seinem Militärdienst im Zweiten Weltkrieg kehrte Sammy zur Bühne zurück und konnte auch erste Filmerfolge verbuchen. Mit Frank Sinatra, Dean Martin, Joey Bishop und Peter Lawford verband ihn eine enge Freundschaft, das legendäre „Rat Pack“ ging in schönster Regelmäßigkeit auf Sauf- und Prügeltouren durch Las Vegas. Die fünf standen im Original „Ocean’s Eleven“ alle gemeinsam vor der Kamera.

In den Fünfzigern gab es einige Kontroversen um den Entertainer, als er bei einem Autounfall das linke Auge verlor und zum jüdischen Glauben konvertierte. Später schloss er sich der Bürgerrechtsbewegung an und ließ sich zu Zeiten der strengen Rassentrennung mit hübschen Schauspielerinnen aus dem Kaukasus sehen. Eines Tages wurde der starke Raucher - vier Schachteln am Tag - nach seinem Golf-Handicap gefragt. Seine Antwort:

„Mein Handicap? Mann, ich bin ein einäugiger, schwarzer Jude - DAS ist mein Handicap!“

In den 80ern erlangte Sammy Davis jr. durch „Auf dem Highway ist die Hölle los 1“ und „2“ neben Burt Reynolds auch in Deutschland noch einmal Bekanntheit. Als er 1990 starb, trug sein langjähriger Freund Bill Cosby in seiner beliebten TV-Sitcom mehrere Folgen lang einen Button mit den Buchstaben „SD“.

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