Oscar-Preisträger Nicolas Cage befindet sich derzeit nicht wirklich auf dem Zenit seiner Karriere. Filme wie Trespass, die beiden Auftritte als flammender Ghostrider oder Stolen wurden entweder von der Kritik verrissen oder erwiesen sich als Kassengift. Beinahe sah es so aus, als blühe Cage ein ähnliches Schicksal wie Mel Gibson, wenn auch aus anderen Gründen. Mit dem starken Drama Joe meldet sich der 50-jährige Hollywoodschauspieler nun eindrucksvoll zurück.

Cage spielt Joe Ransom, einen Ex-Knacki, der im Grunde alles andere als ein Menschenfreund ist. Meist hat er nur Sex und Alkohol im Kopf. Als ihm der 15-jährige Gary Jones (Tye Sheridan) begegnet, der selbst aus ärmlichsten Verhältnissen stammt, ist er glücklicherweise gerade in einer Phase, in der er einer mehr oder minder legalen Tätigkeit als Waldarbeiter nachgeht. Der Junge bittet ihn um einen Job, Joe willigt ein. Am nächsten Tag schleppt Gary aber seinen Vater an, der ein elender Säufer ist. Joe schmeißt den Alten gleich wieder raus, ahnt aber nicht, dass der seine Kinder misshandelt und Gary seinen Lohn stiehlt.

Wie für Cage scheint dieser Film auch für David Gordon Green eine Rückkehr zu anspruchsvollen Geschichten zu sein. Der ehemalige Indie-Regiesseur, der in den letzten Jahren mehr durch grotesken Klamauk wie Ananas Express, Joints und scharfe Bräute oder Bad Sitter auffiel, liefert mit seinem aktuellen Werk ein tiefgründiges Drama ab, das bei den Kritikern bei den Filmfestspielen in Venedig im vergangenen Jahr viel positive Resonanz erzeugte. Vor allem wurde Cage wegen seiner außergewöhnlichen Performance gelobt. In den USA läuft Joe diesen April an, ein deutscher Starttermin ist derzeit nicht bekannt.

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