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Leben & Werk

Am auffälligsten waren seine Augen, die schon in jungen Jahren alt wirkten und skeptisch bis ironisch das Weltgeschehen betrachteten. Irgendwie hatte der lange Schlaksige alles schon gesehen, ihm konnte niemand, schon gar keine Frau , etwas vormachen. Das mag aus David Carradines Hippie-Lebensstil, Experimenten mit bewusstseinserweiternden Drogen und Orientierung an fernöstlichen Philosophien resultieren. Es prägte seine Darstellungen in der legendären TV-Serie „Kung Fu“ (1972-1975), Rollen als begehrter Interpret von Werken des New Hollywood der Aufbruchjahre 1966-1978 und das glanzvolle Comeback in Quentin Tarantinos Rache- und Killer-Saga „Kill Bill“ (2003/04).

Wie kein anderer Darsteller wurde David Carradine mit einer Rolle, der des vogelfreien Kwai Chang Caine, der auf einer Odyssee durch den amerikanischen Westen von Kopfgeldjägern gejagt wird, in der Serie „Kung Fu“ identifiziert. Caine hatte seine Lektionen in einem Shaolin-Kloster erfahren, sucht seinen Halbbruder und löst Konflikte gewaltfrei, es sei denn, er muss die hohe Kunst des Kung Fu zur Selbstverteidigung einsetzen. Als existenzialistischer Asket zieht er barfüßig und mit für den Westen exotischem Aussehen durch die Lande. Die Serie lief in 45 Ländern, förderte Kampfsportschulen, Bücher über Esoterik und Fernöstliches. Die optische Gestaltung war für Zeit und Medium innovativ. Die Titelmelodie wurde ein Hit und 1996 anlässlich des US-Starts von Jackie Chans „Police Story 3: Supercop“ in einer Cover-Version von Tom Jones eingespielt.

David Carradine, geboren 1936, stammte aus einer Schauspielerfamilie, der Vater John und die Halbbrüder Keith und Robert angehören. Er studierte Musik am San Francisco State College, spielte und inszenierte am Theater und trat seit 1963 im Fernsehen, seit 1965 in Spielfilmen als Bösewicht in Western von Burt Kennedy („Der gnadenlose Rächer„) auf. In der Rolle des explosiven anarchistischen Gewerkschafters in Martin Scorseses „Boxcar Bertha - Die Faust des Rebellen“ 1972 (eine Roger-Corman-Produktion) machte er an der Seite seiner damaligen Lebensgefährtin Barbara Hershey-Seagull Furore. Seine wichtigste Rolle wurde der Folksänger Woody Guthrie in Hal Ashbys „Bound for Glory - Dieses Land ist mein Land“ (1976).

Seitdem pendelte Carradine zwischen grottigen Genrefilmen und engagierten Independent-Produktionen, darunter für die 70er typischen Road Movies und Cross-America-Rennen wie „Cannonball“ und „Frankensteins Todesrennen“ und lieferte sich mit Texas Ranger Chuck Norris in „McQuade - Der Wolf“ ein Kampfsportduell. Ein Film führte ihn nach Europa: Als Trapezartist verliebt er sich in die Varieté-Tänzerin Liv Ullman in Ingmar Bergmans in München produziertem „Das Schlangenei“ (1976/77). In Walter Hills Outlaw-Ballade „Long Riders“ (1979) gehörte er mit seinen Halbbrüdern zu den drei Brüderpaaren, die dem Western publizistisch zu Aufmerksamkeit verhalfen: Brüder spielen Brüder. 1975-1981 führte er Regie in vier Filmen, die nur geringe Publikumsresonanz fanden. 1990 hetzt er in „Ein Vogel auf dem Drahtseil“ Mel Gibson quer durch die USA.

Als Boss der Killertruppe Bill’s Deadly Viper Assassination Squad jagt er Uma Thurman in „Kill Bill“ eine Kugel in den Kopf, setzt seine vier Killer auf die abtrünnige schwangere Braut an, liefert sich mit ihr im Finale ein wunderbar absurdes sprachliches Duell und bereitet für beider Tochter auf die denkbar beste Art ein Sandwich zu. Carradines lakonischer Schauspielstil, der coole Attitüden pflegte, bevor sie zum Begriff wurden, ist eines der Ereignisse des Films.

Einen seiner letzten Auftritte hatte David Carradine in „Crank 2: High Voltage„. Der Schauspieler wurde am 4. Juni 2009 tot in seinem Hotelzimmer in Bangkok aufgefunden.

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