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Als Statist bei "Ein Quantum Trost"

Ehemalige BEM-Accounts |

Daniel Craig Poster
© EMV

Die Tage bis zum Kinostart von „Ein Quantum Trost“ wurden für mich und meinen Kumpel Mirko Haberkorn lang. Schließlich waren wir zwei von rund 1400 Statisten, die auf der Bregenzer Seebühne im vergangenen Sommer in verschiedenen Sequenzen im neuen James-Bond-Abenteuer mitwirken durften. Und so waren wir natürlich mächtig gespannt auf das Ergebnis…

Alexander Hosp und sein Kumpel Mirko Haberkorn in typischer Bond-Pose Bild: EMV

„Einige der wichtigsten Sequenzen“ des 103-minütigen Kinospektakels, so Daniel Craig, spielen in der österreichischen Bodenseestadt. Dort herrschte im Mai diesen Jahres eine Woche lang Ausnahmezustand: Regisseur Marc Forster und Hauptdarsteller Daniel Craig belagerten das Terrain um die weltweit größte Seebühne. Genau das taten auch meine Komparsenkollegen und ich. Eine massive Medienpräsenz sowie die Einzelhändler und Gastronomiebetreiber der Region sorgten dafür, dass die Anwesenheit des berühmten Filmagenten niemandem verborgen blieb.

Mirko und ich sind beide große 007-Fans. Alle Filmklassiker aus den vergangenen 46 Jahren wie „Goldfinger„, „Feuerball“ und „Casino Royale“ kennen wir aus dem Eff-Eff. Mein allererster Kino-Film war „Im Angesicht des Todes„. Deshalb stand es für mich außer Frage, mich bei einem Komparsen-Casting für „Quantum of Solace“ - so der Originaltitel - zu bewerben.

In "Ein Quantum Trost" reist Daniel Craig als 007 um den halben Erdball - und macht dabei auch in Bregenz Station Bild: Sony Pictures

Mittendrin statt nur dabei

Im Januar machte ich mich auf den Weg nach Bregenz und reihte mich bei dichtem Gedränge in gepflegter Abendgarderobe in eine fünfstündige Warteschlange ein. 6500 Bewerber taten es mir gleich und bemühten sich um eine Statistenrolle. Nach der Wartezeit ging alles ganz schnell: In nur 20 Minuten wurden Fotos von mir geschossen und einige Fragen gestellt. Mit der Aussage „Sie hören von uns - positiv oder negativ“, trat ich den 180 Kilometer weiten Heimweg an. Erst einen Tag später erfuhr ich, dass sich auch Mirko an diesem Casting beteiligt hatte. Gemeinsam fieberten wir unserer hoffentlich positiv Benachrichtigung entgegen.

Anfang April wurde ich telefonisch von der Film-Produktionsfirma kontaktiert. Sie luden mich - wie später auch Mirko - zum Dreh auf die Seebühne ein. Ich konnte kaum glauben, dabei zu sein. Im Mai war es dann soweit: In der vorinszenierten Oper „Tosca“, die in diesem Jahr über die Sommermonate hinweg auf der Seebühne aufgeführt wurde, durfte ich in verschiedenen Sequenzen mitwirken: In einem Restaurant, im Foyer des imposanten Festspielhauses, auf einem Dampfboot auf dem Bodensee und auf der Seebühne.

Nachtschicht mit frierenden Frauen

Hingucker: Die Bregenzer Seebühne ist eine der beindruckenden Kulissen in "Ein Qunatum Trost" Bild: EMV

Gedreht wurde an fünf Tagen bei kühlen Außentemperaturen von 18 Uhr Abend bis fünf Uhr morgens. Vor allem die Frauen in ihren sexy Abendkleidern haben ganz schön gefroren. Zwischen den Drehpausen auf der Seebühne dürften sie sich mit Decken und heißen Getränke immer wieder aufwärmen.

Vor jedem Drehtag wurde penibel kontrolliert, ob der Smoking sitzt, die Lackschuhe glänzen, die Fliege passt sowie das Make-up und die Friseur sitzen. Handys und Digitalkameras waren strengstens untersagt und wurden uns vor jedem Dreh bereits an den Einlassschleusen abgenommen. Gestärkt von Speis und Trank galt es für uns Statisten dann bei Einbruch der Dunkelheit, Daniel Craig eine gute Kulisse zu bieten.

Im Bregenzer Festspielhaus fand eine Vor-Premiere von "Ein Quantum Trost" für alle Beteiligten statt Bild: pzwei

Bond zeigt Gefühle

Es war schon sehr aufregend, als er das erste Mal neben mir stand, der aktuelle James Bond, der laut Trend-Medien den neuen Typ Mann verkörpert: 1,80 Meter groß, strahlend-blaue Augen, dunkelblondes, glattes Haar, maßgeschneiderter Smoking, edelste Lackschuhe, tiefschwarze Fliege und schicke Accessoires wie ein silbern-glänzernder Chronograph am Handgelenk. Er wirkt cool, verzieht kaum eine Miene, ist hoch konzentriert und doch auch beeindruckt von der Begeisterung unter den rund 1400 Statisten, die ihm nach einzelnen Drehsequenzen immer wieder Applaus spenden. „Die sind echt verrückt“, murmelt Craig vor sich hin.

Mindestens so faszinierend ist aber auch der Ort des Geschehens: Die größte Seebühne der Welt mit einem überdimensionalen Auge als Bühnenbild. Nichts könnte besser zu einem James-Bond-Abenteuer passen als die Dramaturgie von Puccinis „Tosca“ um Liebe, Eifersucht und Machtgier. Zehn Tage lang herrschte in der Bodenseeregion Agenten-Fieber - so lange wurde in Bregenz und Feldkirch gedreht. Die Zeit verging wie im Flug und am 9. Mai war sie für uns Statisten vorbei.

Wenige Sekunden Ruhm

Der Welt-Film-Marke „007“ einmal so nah zu sein, war schon sehr aufregend. Aufregend wurde es auch noch einmal zur Kino-Preview. Bregenz hatte zur Statisten-Premiere gerufen. 2500 Statisten, Drehbeteiligte und Bond-Begeisterte feierten im Festspielhaus die wohl größte Bond-Party zum Kino-Start von „Ein Quantum Trost“. Auch Filmbösewicht Anatole Taubman und Bregenz-Produktionsleiter Leonhard Gmür sowie die deutsche Bond-Stimme Dietmar Wunder fanden sich zu diesem Ereignis am Bodensee ein.

Als die ersten Filmsequenzen beim Screening auf der riesigen Kinoleinwand zu sehen waren, applaudierte das gesamte Publikum - da bekam man glatt Gänsehaut. Aus fünf Drehtagen in Bregenz wurden letztlich rund sieben Minuten im Film. Natürlich zu wenig, wenn es nach meinen Statistenkollegen und mir gegangen wäre. Doch dafür, dass ich selbst einen Augenaufschlag lang auf der Kinoleinwand zu sehen bin, muss mir niemand ein Quantum Trost spenden, schließlich war das Dreherlebnis extrem beeindruckend!

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