Dani Levy

Dani Levy

Leben & Werk

Zu Beginn seiner Karriere plakatierte er mit Freunden heimlich nachts die Wände der Städte, in denen seine ersten, unabhängig produzierten und verliehenen Filme “Du mich auch” und “RobbyKallePaul” liefen. 1994 aber gehörte Dani Levy mit Wolfgang Becker, Tom Tykwer und Stefan Arndt zu den Gründungsvätern von X Filme Creative Pool und ihrem Verleih X Filme, die alle seine Filme herausbringen.

Als Regisseur bevorzugt Levy kleine Geschichten, sehr persönlich in der Herangehensweise, auf intime Gratwanderungen im Gefühlsleben der Protagonisten ausgerichtet. Dazwischen liegen Arbeiten über sozialpolitische Konflikte wie Luxusrenovierungen von Altbauwohnungen, Rechtsradikalismus oder das für Väter oft ungünstige Scheidungsrecht.

Dani Levy, häufig Hauptdarsteller seiner Filme, wurde 1957 in Basel geboren, brach sein Germanistikstudium ab und arbeitete 1977-79 am Basler Jugendtheater als Schauspieler und Autor. Nach USA-Reisen wirkte er ab 1981 am “Rote Grütze”-Theater und “LOGOS”-Theater in Berlin mit und finanzierte sein Leben mit kleinen TV-Rollen. Mit seiner damaligen Freundin Anja Franke (die Sekretärin aus der TV-Serie “Liebling Kreuzberg“) rückte er dem SFB buchstäblich so lange im Büro “auf die Pelle”, bis er die Low-Budget-Produktion “Du mich auch”, ein Liebesfilm nach autobiografischen Erfahrungen, realisieren konnte, der auf dem Festival in Vevey den Preis für die beste Komödie erhielt.

“RobbyKallePaul” gewann 1988 den Publikumspreis des Max-Ophüls-Festivals und war lange Jahre der WG-Film überhaupt, dessen lockere Sprüche zitiert wurden (“Weiber woll’n doch immer nur das eine!”). Mit dem in New York gedrehten “I Was on Mars” wurde Levy ambitionierter und präsentierte seine neue Lebensgefährtin Maria Schrader, mit der er bis 1995 zusammen war, in einer tragikomischen Odyssee als blonde polnische Putzfrau (Max-Ophüls-Festival 1992: Beste Nachwuchsdarstellerin, FIPRESCI-Preis in San Sebastian). Der 1995 entstandene “Stille Nacht”, der erste Film von X Filme, wurde ein Kammerspiel um Maria Schrader, die sich in einem ausgiebigen Telefonduell an einem 24. Dezember als schwangere Frau um die Dreißig zwischen zwei Männern entscheiden will.

“Meschugge” greift in einer transatlantischen Story die verhängnisvolle Vergangenheit des Nazi-Regimes und ihre Folgen auf die heutige Generation auf und erhielt 1999 mit “Lola rennt” den Bayerischen Filmpreis und den Preis für die Beste Kamera. Nach einem Videoclip für Brothers Keepers, der erfolgreich auf Viva und MTV lief, und einem Industriefilm für Wolfsburg meldete sich Levy mit “Väter” 2002 im Kino zurück, erstmals mit digitaler Technik filmend: Anhand einer Familiengeschichte, der Story einer Trennung und der Entführung eines Sohnes durch seinen Vater wird das neue Scheidungs- und Sorgerecht und seine Folgen thematisiert. “Väter” bedeutete die Rückkehr zum unabhängigen Film (“meine liebgewonnene Herkunft”). In “Alles auf Zucker!” porträtiert er augenzwickernd eine jüdische Familie, die zur Beerdigung der Großmutter zusammenkommt bzw. turbulent aufeinandertrifft. Die eigentlich fürs Fernsehen produzierte Komödie mit Henry Hübchen und Hannelore Elsner überraschte mit einem gelungenen Kinostart.

Levy, der wie ein Nomade lebt und sich ein Leben in Hotelzimmern vorstellen könnte, spielte u.a. Rollen in “Aimée & Jaguar” und der französisch-kanadischen Produktion “La Répétition” (als Theaterregisseur).

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News & Stories

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