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Leben & Werk

Als zeitlos elegante Erscheinung hat Weltstar und Oscar-Preisträgerin Julie Andrews in wenigen ausgesuchten Spielfilmen Damen der Gesellschaft gespielt, ausgewiesen durch vornehm-freundliche Haltung und nie die Contenance verlierend, dabei gütig, herrschaftlich und mit den besten Manieren. Bevor sie 30 wurde, war die am 1. Oktober 1935 in Walton-on-Thames in Surrey geborene Britin die beliebteste Enertainerin der Welt, in ihren Worten „ein Star, bevor ich eine Person wurde“.

Andrews stand mit sieben auf der Bühne, mit zwölf in einer Revue, mit 16 in einer Musical-Pantomime und mit 19 auf dem Broadway. Zwei Jahre spielte die ausgebildete Sängerin und Tänzerin in New York und 18 Monate in London auf der Bühne das Blumenmädchen Eliza Doolittle in dem Musical „My Fair Lady“ und musste 1963 erleben, dass ihre Leib- und Magenrolle in der Kinoversion von Audrey Hepburn gespielt wurde, die nicht selbst sang. Dafür holte sich Andrews als freundliches Hausmädchen in der Titelrolle von „Mary Poppins“ mit ihrem ersten Spielfilm 1965 den Oscar als Beste weibliche Hauptdarstellerin. In den folgenden Jahren war Andrews in Filmmusicals wie „The Sound of Music - Meine Lieder, meine Träume“, zeitweise der erfolgreichste Film der Welt, in „Modern Millie“ und in „Star!“ zu sehen, die am Ende der Epoche der großen Filmmusicals stehen.

Mit der Rolle der Mary Poppins identifiziert, gelang ihr zwar gelegentlich eine Charakterrolle, aber die Misserfolge des Musicals „Darling Lili“ und des Spionagethrillers „Die Frucht des Tropenbaums“ führten zu nicht mehr als zwei Filmrollen in den 70er-Jahren. Stattdessen wurde Andrews mit TV-Shows populär, deren Musik auf Tonträgern erschien und die acht Emmys gewannen. Ihr Leinwandcomeback erlebte sie in drei Filmen ihres Gatten, des Regisseurs Blake Edwards, den sie 1969 geheiratet hatte, was Spötter als „Hochzeit zwischen Mary Poppins und King Kong“ bezeichneten: In „10 - Die Traumfrau“ heilt sie Dudley Moore von seiner Midlife Crisis, in „S.O.B.“ zeigt sie als Filmstar in einer parodistischen Sequenz für Sekunden ihren blanken Busen und in ihrem besten Film „Victor/Victoria„, einer wunderbar eleganten und ästhetisch überwältigenden musikalischen Komödie um Geschlechterrollen, ist sie die erfolglose Sängerin, die im Paris der 30er-Jahre Karriere macht, als sie einen Mann spielt, der eine Frau spielt und in dieser Camouflage einen Gangster (James Garner) verwirrt.

Andrews wiederholte den weltweiten Erfolg des Films, der ihr einen Golden Globe und eine Oscar-Nominierung einbrachte, 1995 auf der Bühne unter der Regie ihres Mannes und musste erst 1997 aus dieser Broadway-Produktion ausscheiden, weil sie sich einer Operation zur Entfernung von Knoten an den Stimmbändern, die sich als gutartig erwiesen, unterzog. Die Narbenbildung verlief jedoch nicht wie erwartet und Andrews verlor zeitweilig ihre Stimme. Als sie wieder sprechen konnte, musste sie auf das Singen verzichten. Ihr Kinocomeback erlebte Andrews in „Relative Values„, dann kam 2001 ein Riesenerfolg als Königin eines fiktiven europäischen Staates in der Komödie „Plötzlich Prinzessin“. Unter dem Namen Julie Edwards hat sie drei Kinderbücher und eine Kinderbuch-Serie („Dumpy“) veröffentlicht. Für Wohltätigkeits-Aktivitäten und als Botschafterin der UNIFEM (United Nations Development Fund for Women) tätig, lebt Andrews im kalifornischen Brentwood und zeitweise in Gstaad in der Schweiz.

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