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Leben & Werk

Deutsche Regisseurin, Drehbuchautorin und Editorin. Das Handwerk der Schnittmeisterin brachte sie sich autodidaktisch bei und prägte seit 1967 als Cutterin den Jungen Deutschen Film, indem sie Filmen ihren eigenen Rhythmus gab. Hirtz zeichnet für den Schnitt von 33 Filmen verantwortlich. Nach ersten Regiearbeiten, ist Dagmar Hirtz seit 1997 regelmäßig als Regisseurin für Fernsehfilme und TV-Reihen tätig, die sie fast alle im Auftrag des ZDF inszenierte. Ihren größten Erfolg erzielte sie mit dem Märchenfilm „Küss mich, Frosch„. Die Filme von Hirtz kreisen um menschliche Konflikte, in denen die Personen im Rahmen von Krimi-Dramen, Dreiecksgeschichten und Komödien an existenzielle Grenzen geführt werden, so das Psychodrama „Die Hebamme – Auf Leben und Tod“ (2010), in dem eine Tiroler Hebamme (Brigitte Hobmeier) in einer Klinik in Kompetenzstreit mit dm Arzt gerät, der für den Tod einer Patientin verantwortlich ist. 2011 inszenierte sie den Krimi „Herzversagen“, in dem Maria Simon als Ärztin in Norddeutschland nach einem Todesfall den Täter sucht und eine Familientragödie aufdeckt.

Dagmar Hirtz wurde 1941 in Aachen geboren, brach das Studium der Musikwissenschaften ab und arbeitete in einem Kopierwerk, wo ihr Produzent Horst Wendlandt 1965 den Schnitt bei drei Filmen von Kurt Hoffmann („Hokuspokus“) anvertraute, wo sie bei der älteren Generation das Handwerk lernte. 1967 wandte sie sich mit „Tätowierung“ von Johannes Schaaf dem Jungen Deutschen Film zu und erprobte Schnittformen im Learning-By-Doing-Verfahren. Hirtz hat fast alle Filme von Maximilian Schell („Erste Liebe“, „Der Richter und sein Henker„, „Geschichten aus dem Wienerwald“) geschnitten, für Bernhard Sinkel und Alf Brustellin („Der Mädchenkrieg“), Klaus Maria Brandauer („Georg Elser“) und Margarethe von Trotta („Heller Wahn“, „Rosa Luxemburg“) gearbeitet, die mit ihr das Drehbuch für ihr Regiedebüt „Unerreichbare Nähe“ (1984) schrieb, in dem Krisen dreier Frauen und eines Mannes um die 40 verhandelt werden. Ihren nächsten Film „Moondance“, eine in Irland gedrehte Sommer- und Liebesgeschichte mit Julia Brendler, konnte Hirtz erst zehn Jahre später realisieren. 2000 entstand der Märchen- und Jugendfilm „Küss mich, Frosch“ (mit Anja Knauer und Matthias Schweighöfer), der das Grimmsche Märchen „Der Froschkönig“ in die Moderne überträgt.

Seit 1997 arbeitet Hirtz als Produzentin der Mit freundlichen Grüßen Film für das ZDF: außer Dramen mit Charlotte Schwab („Die Konkurrentin“), Christiane Hörbiger („Schwiegermutter“, 2000) und Thekla Carola Wied („Sie ist meine Mutter„, 2006), inszenierte sie je zwei Folgen der Krimi-Reihen „Bella Block“ (mit Hannelore Hoger) und „Der Kriminalist“ (mit Christian Berkel). In „Der Tod ist kein Beweis“ (2002) gerät Monika Baumgartner als junge Polizistin in Gefahr, in „Ich wollte nicht töten“ (2006) muss sich Jessica Schwarz mit der Stasi-Vergangenheit der DDR auseinander setzen. Mariele Millowitsch, Natalia Wörner und Harald Krassnitzer bilden das Dreieck im Drama „Mein Mann, seine Geliebte und ich“ (2009). Mit Walter Sittler in der Hauptrolle arbeitete Hirtz für Sat.1 an der Komödie „Der Mustervater – Allein unter Kindern“ (2004) und der Fortsetzung „Der Mustervater 2 – Opa wird’s richten“ (2007).

In Maximilian Schells „Der Fußgänger“ (1973) ist Hirtz in einer Nebenrolle zu sehen.

Dagmar Hirtz wurde mit drei Bundesfilmpreisen für Schnitt („Trotta“, „Der Richter und sein Henker“, „Georg Elser“) ausgezeichnet. Für die Regie von „Küss mich, Frosch“ erhielt sie den Goldenen Spatz des Filmfestivals Gera für Regie. Für Regie und Produktion von „Die Hebamme“ wurde sie 2010 auf dem Festival Zoom in Igualada (Spanien) und 2011 mit dem Fernsehpreis der Österreichischen Erwachsenenbildung ausgezeichnet. Für ihr vielseitiges Schaffen im deutschen Film erhielt Dagmar Hirtz 1996 den Filmpreis der Stadt München.

Dagmar Hirtz ist Mitbetreiberin des Münchner Arri-Programmkinos.

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