D.W. Griffith

Producer • Musiker • Regisseur • Drehbuchautor

Leben & Werk

Der Vater des amerikanischen Spielfilms und Pionier der Stummfilmzeit drehte insgesamt 495 Filme, von denen bis auf zehn alle erhalten sind. David Wark Griffith (1875 - 1948) wurde als der erste große Erzähler der amerikanischen Filmgeschichte (für Europa nimmt der Franzose Louis Feuillade diesen Ruhm ein) von Regisseuren wie Sergej M. Eisenstein und Pudowkin bewundert. Zwar hat er nicht alle ihm zugeschriebenen Stilmittel erfunden, aber wie Orson Welles, der als der Begründer des modernen Films gilt, hat er vorher ausprobierte Verfahren gebündelt und in den Dienst tauglicher Kinoerzählungen gestellt und weiterentwickelt. Griffith drehte zwischen 1908 und 1913 für die Biograph Company zwei bis drei Filme von 3 bis 18 Minuten Länge pro Woche und verfeinerte die Parallelhandlung mit sich beschleunigendem Rhythmus, er nutzte die „last minute rescue“, Großaufnahmen in Totalen, Irisblenden und Panoramaschwenks. Griffith arbeitete in allen Genres, vor allem im Melodram und in den Urformen von Western, Indianerfilm und Gangsterfilm. Vielfach waren die Erzählungen als moralische Fabeln angelegt. Aber es finden sich ebenso sozialkritische Filme über verarmte Bauern, Elend in der Großstadt und Spekulationsgewinne der Konzerne. Die ungerechte Verteilung von Gütern und Glück, die Rolle der Frau als Garant für die Familie und ihr durch Männer ausgelöster Untergang sind wiederkehrende zentrale Motive. Als Leiter der Produktionseinheit bei Biograph unterstanden Griffith zeitweise sechs Regisseure. Seit 1908 arbeitete er mit dem Kameramann Gottlob Wilhelm (Billy) Bitzer, der 16 Jahre lang fast alle seine Filme aufnahm. 1913 verließ Griffith die Biograph und produzierte und inszenierte „Die Geburt einer Nation“ (1915), ein Epos aus dem amerikanischen Bürgerkrieg, und „Intolerance“ (1916), ein aus vier Episoden, die miteinander vernetzt sind, bestehender Monumentalfilm um die im Titel angesprochene Herrschaft der Intoleranz in vier verschiedenen Epochen. Der erste Film wurde als erster Spielfilm im Weißen Haus vorgeführt und brachte Griffith Vorwürfe wegen Rassismus ein, die er mit dem Recht auf freie Meinungsäußerung verteidigte. „Intolerance“, der verwegene Parallelhandlungen montiert, blieb der Erfolg versagt, weil das zeitgenössische Publikum sich dadurch überfordert fühlte. Griffith fand in der Zeit nach dem 1. Weltkrieg zu Melodramen zurück, in denen Lillian Gish die Hauptrolle spielte („Gebrochene Blüten“, „Welt im Osten“) und die als viktorianisch zarte Jungfrau und verfolgte Unschuld bereits in seinen moralischen Fabeln Opferrollen verkörpert hatte. Berühmt wurde die Sequenz aus „Welt im Osten“, in der Gish im Schneesturm auf Eisschollen treibt und unterzugehen droht, was damals risikoreich an Originalschauplätzen aufgenommen wurde. Mit seinen letzten Filmen („America“, „Der Kampf“) blieb Griffith erfolglos. Der stets als „Southern Gentleman“ auftretende Regisseur fristete die letzten Jahre seines Lebens in Hotels und wurde allmählich vergessen. Er starb im Knickerbocker Hotel in Los Angeles. Sein Sarg wurde von John Ford und Raoul Walsh, der den Mörder von Abraham Lincoln in „Geburt einer Nation“ gespielt hatte, getragen, die Grabrede hielt der Drehbuchautor Charles Brackett, bekannt durch seine Arbeiten für Ernst Lubitsch und Billy Wilder. Griffith hatte wie Chaplin zeitlebens eine Schwäche für Teenager, die Ehe mit einer sehr viel jüngeren Frau ging in die Brüche. 1935 erhielt er einen Ehren-„Oscar“.

Filme und Serien

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