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Costa-Gavras

Schauspieler • Producer • Regisseur • Drehbuchautor
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Leben & Werk

Seine Polit-Thriller wurden zu Modellen des spannenden politischen Films, der Engagement mit Emotion, Aufklärung mit Nervenkitzel und Recherche mit kinowirksamen Mitteln betrieb. Dabei inszenierte er über den politischen Kontext hinaus packende Geschichten. Heikle Themen wurden ebenso behandelt wie ihre Auswirkungen auf den Menschen, der als Opfer der Geschichte gesehen wird und gleichzeitig als fähig, die Grenzen seiner Ohnmacht zu überwinden und sich einzumischen. Constantin Costa-Gavras, geboren 1933 in Athen als Sohn eines Regierungsbeamten, studierte in Paris und assistierte jahrelang französischen Regisseuren, bis er durch Yves Montand seine erste Regiechance erhielt: „Mord im Fahrpreis inbegriffen“ (1965) beschäftigt sich mit der Aufklärung einer rätselhaften Mordserie in Paris, die in die Reihen der Polizei führt, und hat die damalige Crème der französischen Schauspieler (Montand, Dignoret, Piccoli, Trintignant, Perrin, Denner) in der Besetzung. Mit „Z“ begann Costa-Gavras seine Reihe international diskutierter, ausgezeichneter und erfolgreicher Polit-Thriller. Anders als in den verschachtelten Filmen Francesco Rosis in Italien, die zur gleichen Zeit entstanden, setztt Costa-Gavras auf das Erzählkino, Stars und Identifikationsfiguren. Alle Filme handeln von den Unterdrückungsmechanismen durch Machthaber. „Z“ schildert einen politischen Mord und den Staatsstreich in Griechenland durch die Militärs, „Das Geständnis“ die Folter des tschechischen Vizeaußenministers, „Der unsichtbare Aufstand“ die Stadtguerilla in Uruguay und die Aktionen der CIA in Südamerika. Zu den Filmen schrieb der jahrelang inhaftierte griechische Komponist Mikis Theodorakis aufpeitschende Musiken. Seit 1980 dreht Costa-Gavras in den USA. „Missing“ schildert die Suche eines amerikanischen Geschäftsmannes (Jack Lemmon) nach seinem Sohn, der während des Putsches gegen Allende ermordet wurde. „Verraten“ (mit Tom Berenger und Debra Winger) greift die rechtsradikale Szene der USA an, in „Music Box“ wird ein liebevoller Großvater (Armin Müller-Stahl) als Kriegsverbrecher entlarvt. Mit der Satire „Die kleine Apokalypse“ entlarvt Costa-Gavras die Heuchelei der Altlinken und greift das Thema der Medienmanipulationen auf. In „Mad City“ (mit Dustin Hoffman und John Travolta) wird aus einer „harmlosen“ Geiselnahme ein dramatisches TV-Event. Costa-Gavras erhielt für „Z“ einen „Oscar“ (bester ausländischer Film), für „Missing“ die Goldene Palme in Cannes, und für „Music Box“ den „Goldenen Bären“ der Berlinale. Zu seinen „unpolitischen“ Filmen zählen das Melodram „Die Liebe einer Frau“ (mit Romy Schneider) und die Gaunerkomödie „Ehrbare Ganoven“ (mit Fanny Ardant und Johnny Hallyday).

Im Mittelpunkt des 2002 inszenierten Dramas „Der Stellvertreter“ (O-Titel: „Amen“) steht Kurt Gerstein (Ulrich Tukur), der als Offizier der Waffen-SS am Holocaust teilnimmt, aber auch als Christ den Papst und die deutschen Kirchen auf die Verbrechen aufmerksam machen will. Costa-Gavras erhielt einen César und den Lumiere Award für die Verfilmung des gleichnamigen Stückes von Rolf Hochhuth. 2005 gehörte erneut Ulrich Tukur zur Besetzung des als Fernsehspielfilm gedrehten Arbeitslosendramas „Jobkiller - Eine mörderische Karriere„. Tukur spielt das erste Mordopfer von Bruno (José Garcia), der Mitkonkurrenten auf dem Arbeitsmarkt gezielt sucht und beseitigt. Costa-Gavras schrieb das Drehbuch zu Laurent Herbiets politischen Film über den Algerienkonflikt „Mon Colonel“. In den 1980er Jahren war Costa-Gavras Präsident der Cinémathèque in Paris. Er ist mit dem ehemaligen Fotomodell und der Kriegsberichterstatterin Michèle Ray verheiratet. 2008 konnte ihn der Festivalleiter der Berlinale als Jury-Präsidenten gewinnen.

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