Cornelia Froboess

Cornelia Froboess

Leben & Werk

Einst Kinderstar und Schlagersängerin, später Komödien- und Charakterdarstellerin – Cornelia Froboess prägte die deutsche Nachkriegsunterhaltung entscheidend mit. “Pack’ die Badehose ein”, sang sie mit nur sieben Jahren, beim Grand Prix d’ Eurovision vertrat sie 1962 Deutschland mit “Zwei kleine Italiener”. Im Film war sie zunächst vor allem die lebenslustige “Conny”, eine Rolle, die sie an der Seite von Peter Kraus und anderen zum Teenageridol machte. Populär war sie auch neben Günter Pfitzmann in ihrer Rolle als “Pia Michelis” in der ARD-Serie “Praxis Bülowbogen” sowie als Eliza Doolittle in dem Musical “My Fair Lady” am Münchner “Theater am Gärtnerplatz” unter der Regie August Everdings. “Ich habe immer Schauspieler beneidet, die in Filmen andere Figuren verkörpert haben, andere Namen trugen, andere Persönlichkeiten spielten. Ich war immer die Conny und ich wollte auch in andere Personen hineinschlüpfen.” – Der Wechsel zur wandlungsfähigen, vielseitigen Mimin ist Froboess gelungen.

Cornelia Froboess wurde am 28. Oktober 1943 als Tochter des Komponisten und Tontechnikermeisters Gerhard Froboess und dessen Frau Margaretha in Wriezen an der Oder geboren. Im vom Krieg gezeichneten Deutschland avancierte sie quasi über Nacht zum Kinderstar. Nachdem sie mit ihrem Vater ein Jahr lang in einem Züricher Club aufgetreten war, tauchte eines Tages der Produzent Nils Nobach auf und nahm mit ihr zwei Paul Anka-Hits auf. Einer dieser beiden, “Diana”, erreichte den zweiten Platz in der deutschen Hitparade. Es war der Beginn von Froboess’ zweitem Karriereabschnitt; sie wurde zum Teenager-Idol und bildete mit Filmpartnern wie Peter Kraus, Peter Weck, Rex Gildo und Peter Alexander immer wieder neue beliebte Filmpaare. In den nächsten acht Jahren drehte sie einen Film nach dem anderen und begleitete diese mit immer hitverdächtigen Musikstücken. Nachdem sie vier Jahre lang Schauspielunterricht genommen hatte, beschloss sie 1963 eine Theaterlaufbahn anzustreben. Am Salzburger Landestheater erhielt sie ein Engagement unter Hellmuth Matiasek, den sie 1967 heiratete. Dem Paar wurde 1968 zuerst die Tochter Agnes und 1970 der Sohn Kasper geboren. Froboess lebt seit dieser Zeit in der bayerischen Provinz.

Ihre erste Film-Nebenrolle hatte Froboess 1951 mit sieben Jahren, die erste Hauptrolle kam bereits 1954 in “Laß die Sonne wieder scheinen”. “Conny und Peter machen Musik” 1960 war der erfolgreichste Film des Jahres. Für ihre Verkörperung der Claire in “Rheinsberg” (1967) erhielt sie den Ernst-Lubitsch-Preis. Rainer Werner Fassbinder drehte mit ihr “Die Sehnsucht der Veronika Voss” (1982), es war sein letzter Film. Bis heute ist Cornelia Froboess in bedeutenden Kino- und TV-Produktionen präsent, sie arbeitet als Synchronsprecherin und veranstaltet Lesungen.

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