Claude Sautet

Regisseur • Drehbuchautor
Claude Sautet Poster

Leben & Werk

Seit dem internationalen Erfolg von „Die Dinge des Lebens“ (1969) konzentrierte sich Claude Sautet (1924 – 2000, jeweils Paris) auf die Konflikte des bürgerlichen Lebens, auf die Krisen, die Mittelständler befallen, auf die Beziehungsprobleme der Bourgeoisie, die er genau unter die Lupe nahm. Nicht satirisch oder ironisch wie sein Generationskollege Claude Chabrol, sondern als liebevoller Beobachter und Teilnehmer an ihren Familien und Freundeskreisen, an den gemeinsamen Mahlzeiten, an ihren Karrieren und an ihrem Benehmen, das nur selten aus der Fassung läuft – aber wenn, dann umso radikaler, etwa durch Unfall (Michel Piccoli in „Die Dinge des Lebens“) oder durch eine Frau (Daniel Auteuil in „Einige Tage mit mir„). Sautet inszenierte die Feiern, Hochzeiten und Freundestreffen in einer meisterhaften mehrstimmigen Choreographie, die, ob am Tisch in einem Restaurant („Garcon – Kollege kommt gleich“) oder bei Spaziergängen in der Natur in wechselnden Konstellationen, durch eine souveräne Kameraführung (meist Jean Boffety) und raffinierte Schnittfolgen (meist Jacqueline Thiédot) einmalig in der Filmgeschichte sind. Sautet studierte Film, schrieb Musikkritiken, war jahrelang Regieassistent, drehte Kurzfilme und debütierte 1959 als Spielfilmregisseur mit dem von Jean-Pierre Melville wegen seiner Präzision sehr geschätzten Unterweltfilm „Der Panther wird gehetzt“ (mit Lino Ventura), dem 1965, wieder mit Ventura, der Gangsterfilm „Schieß, wenn du kannst“ folgte. Sautet arbeitete wiederholt mit denselben Schauspielern, denen er ihre Rollen auf den Leib schrieb: Michel Piccoli (vier Filme), Yves Montand (drei Filme), oder Romy Schneider (fünf Filme, mit denen sie in Frankreich ein europäischer Star wurde). Die aus dem Lot gebrachten Männer und Frauen in „Vincent, Francois, Paul und die anderen“ (1974, sein bester Film) stellen Frankreichs Bürgertum mit seinen liebenswerten Macken, gesellschaftlichen Zwängen und psychologischen Verhaltensmustern genauer dar als jede soziologische Untersuchung; die Gruppe war Sautets wichtigste soziale Figur und Konstante. In seinen beiden letzten Filmen – „Ein Herz im Winter“ und „Nelly & Monsieur Arnaud“ – wurde Sautets Ton gedämpfter, auch melancholischer und bitterer: Ein Geigenbauer (Daniel Auteuil) erweist sich als emotional verkümmert, ein launischer Lebemann (Michel Serrault) wird durch eine junge Arbeitslose (Emmanuelle Béart) aus dem Lot gebracht. Sautets Filme wurden mehrfach ausgezeichnet, er selbst erhielt unter anderem den „César“ als bester Regisseur (für „Ein Herz im Winter“). Die Musik für seine Filme schrieb der Komponist Philippe Sarde.

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