Claude Rich

Claude Rich

Leben & Werk

Vom Bankangestellten zum Filmschauspieler, der in den 60er- und 70er-Jahren in Frankreich große Popularität in Komödien und Krimis, in Liebhaberrrollen und als Beau erreichte und später auf Rollen großbürgerlicher, einflussreicher Männer wie Diplomaten, Minister und Manager umsattelte und in zahlreichen historischen Filmen als Aristokrat oder Kardinal mit einer gewissen milden Strenge auftrat. Claude Rich genoss späten Ruhm als Druide Miraculix (frz. Panoramix) in der Realverfilmung des Asterix-Comics “Asteric & Obelix – Mission Kleopatra” (2002), dem erfolgreichsten französischen Film seit der Jahrtausendwende. Rich war nur in wenigen Hauptrollen zu sehen, dafür gehört er zu den markanten Mimen seiner Heimat, durch präzise Leistungen immmer präsent, Mann im Hintergrund.

Claude Rich wurde 1929 in Strasbourg geboren und nahm nach der Schule eine Banklehre auf. Während er als Bankangestellter arbeitete, studierte er am Pariser Konservatorium und war nach seinem Abschluss 1953 in modernen Stücken auf Pariser Bühnen zu sehen, so im damals einflussreichen Théatre National Populaire von Jean Vilar. Seine erste Filmrolle erhielt er in René Clairs “Das große Manöver” 1955 an der Seite von Michèle Morgan als Liebhaber von Brigitte Bardot. Er war als Gentleman-Gauner in der Krimikomödie “Diamanten-Billard” und in der “Geiz”-Episode von “Die sieben Todsünden” zu sehen. Er umgarnte Sabine Sinjen in “Mein Onkel, der Gangster”, reizte den cholerischen Louis de Funès als raffinierter Liebhaber von dessen Filmtochter in “Oscar” (1967), war Racheopfer von Jeanne Moreau in “Die Braut trug schwarz” und Militär im Spionage-Melodram “Mata Hari, Agent H21″ (mit Jeanne Moreau). Im selben Jahr war er in René Cléments “Brennt Paris?” als für die von Deutschen im Zweiten Weltkrieg besetzte Stadt verantwortlicher General Leclerc zu sehen.

In den 70er-Jahren sattelte Rich um, spielte den Richter im Lino-Ventura-Krimi “Adieu, Bulle” (1975) und als zynischer Polizist den Gegenspieler von Claude Brasseur in “Der Polizeikrieg” (1980), und wieder Militärs, so in der Titelrolle von Pierre Schoendorffers “Le Crabe-tambour – Der Haudegen” (1979). In Bertrand Taverniers Mantel-und-Degen-Film “D’Artagnans Tochter” (mit Sophie Marceau) spielte er den Fürsten von Crassac, war neben Gérard Depardieu in “Die Auferstehung des Colonel Chabert” zu sehen, Vater des Malers im Biopic “Toulouse-Lautrec” und wieder an der Seite von Depardieu im TV-Zweiteiler “Balzac”. 1988 nahm er im WDR-Thriller “Das große Geheimnis” eine Gastrolle als Diplomat an. 2003 spielte Rich einen Kardinal im Biopic “Johannes XXIII” (mit Bob Hoskins als Papst). 2005 glänzte Rich als von der Enkelin aus dem Altersheim entführter Großvater in “Der Hals der Giraffe” und gehörte 2006 zum Ensemble von Alain Resnais’ “Coeur” (nach Alan Ayckbourns Theaterstück “Private fears in Public Places”).

Rich wurde 1968 in San Sebastian als durch ein Paris der Zukunft irrender junger Mann in Resnais’ “Ich liebe dich, ich liebe dich” als bester Darsteller ausgezeichnet.

Für sein packendes Dialogduell als Napoleons Außenminister Talleyrand, der sich mit dem von Claude Brasseur gespielten Polizeiminister Fouché anlegt, wurde Rich 1993 mit dem César als bester männlicher Darsteller ausgezeichnet. 1996 gehörte er der Jury der Berlinale an.

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