Leben & Werk

Britischer Schauspieler. Seine berühmteste Rolle ist die des französischen Präfekten Capitaine Louis Renault in „Casablanca“ (1942), zu dem Humphrey Bogart am Ende des Michael-Curtiz-Klassikers im Nebel auf dem Flughafen den unsterblichen Satz spricht: „Louis, I think this is the beginning of a beautiful friendship.“ Claude Rains gehörte zu den populärsten Schauspielern des amerikanischen Films der 30er/40er-Jahre und machte als Vertragsschauspieler bei Warner Brothers aus tragenden Nebenrollen Hauptrollen, an die man sich erinnert. Obwohl er vier Mal für den Oscar nominiert war und ihn hätte gewinnen müssen, blieb dem großartigen Charakterdarsteller, der vom König bis zum Mörder alles spielen konnte, diese Ehrung versagt.

Claude Rains war in seinen erfolgreichsten Jahren der himmlische Botschafter Mr. Jordan in „Urlaub vom Himmel“ (1941), der in den Katakomben von Paris lebende, verunstaltete Komponist in „Phantom der Oper“ (1943), er liebte in Alfred Hitchcocks „Notorius - Berüchtigt“ (1945) als Nazi in Südamerika die Spionin Ingrid Bergmann und vergiftete sie langsam und systematisch, bevor sie von Cary Grant gerettet wurde, er kämpfte als Dirigent und Komponist in „Trügerische Leidenschaft“ (1946) mit Paul Henreid um die Gunst von Bette Davis, mit der er mehrfach spielte („Reise in die Vergangenheit„, 1942; „Mrs. Skeffington“, „1944), und er war in einer grandiosen Hauptrolle der süffisant diabolische Radio-Show-Moderator, der in Michael Curtiz‘ Film Noir „Der Unverdächtige“ (1947) aus Mangel an einem geeigneten Skript den perfekten Mord begeht.

Claude William Rains wurde in London als Sohn eines Schauspielers und Filmregisseurs geboren, stand mit elf Jahren erstmals auf der Bühne und wurde Kinderdarsteller an His Majesty’s Theatre in London. Der Ausbruch des Ersten Weltkriegs verhinderte das Übersiedeln in die USA, Rains diente bis 1919 beim London Scottish Regiment und trug im Krieg eine Verletzung davon, die sein linkes Auge fast völlig erblinden ließ. Nach dem Krieg war er Schauspiellehrer an der Royal Academy of Dramatic Arts, unterrichtete Sir Laurence Olivier und Sir John Gielgud. 1926 zog er in die USA, wurde 1938 amerikanischer Staatsbürger.

In den Jahren als Universal seine Horrorfilmproduktion ankurbelte, gelang Rains mit seiner ersten Hauptrolle als Wissenschaftler Dr. Jack Griffin in der H.G. Wells-Adaption „Der Unsichtbare“ (1933) ein sensationelles Debüt. Sein Gesicht ist nur kurz zu sehen, aber die unglaublich modulationsfähige Stimme, die für ihr diabolisches Lachen berühmt wurde, prägte diesen und nach seinem Wechsel zu Warners die folgenden Filme. Rains verkörperte Hochstapler („Stolen Life“, 1937), den intriganten Prinz John Lackland in „Robin Hood, König der Vagabunden“ (1938, mit Errol Flynn als Robin), Kaiser Maximilian III. in „Juarez“ (1938), einen Frachtschiffkapitän in „Fahrkarte nach Marseille“ (1943, mit Bogey) und Cäsar in „Cäsar und Cleopatra“ (1945), mit Vivien Leigh). In den 50er-Jahren verblasste sein Stern, er trat im Fernsehen auf („Alfred Hitchcock Presents“), war in „Lawrence von Arabien“ (1962) dabei und spielte als König Herodes seine letzte Rolle in „Die größte Geschichte aller Zeiten“ (1965). Rains war vier Mal für den Oscar nominiert (als Senator in „Mr Smith geht nach Washington“, „Casablanca“, „Mrs. Skeffington“ und „Berüchtigt“).

Claude Rains, der 1967 an inneren Blutungen starb, war sieben Mal verheiratet und hatte ein Kind aus der vierten Ehe.

Sein Wahlspruch: „I learn the lines and pray to God.“

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