Alle Bilder und Videos zu Claude Brasseur

Leben & Werk

Französischer Charakterdarsteller aus einer Schauspielerdynastie mit 200-jähriger Tradition. Claude Brasseur wurde von Jean-Luc Godard 1964 in „Die Außenseiterbande“ an der Seite von Anna Karina und Sami Frey in damaliger Weltrekordzeit durch den Louvre gehetzt, eine Szene, die Filmgeschichte schrieb und die Bernardo Bertolucci 2001 in „Die Träumer“ mit Eva Green zitierte und liebevoll nachstellte. Brasseur war Film-Liebhaber von Romy Schneider („Eine einfache Geschichte„), Sophie Marceau („Abstieg zur Hölle„), Catherine Deneuve („Das Geld der Anderen“), Gudrun Landgrebe („Die Dame vom Palace-Hotel“), Annie Girardot und Sydne Rome (beide in „Gefährlich lebt’s sich besser“).

Brasseur trat in über 130 Filmen als vielseitiger Mime in tatkräftigen Rollen als Familienvater, Polizist, Kommissar, Klempner, Anwalt, Detektiv, Bankier, Gauner, Politiker oder Unternehmer auf, ein ebenso gestandener Mann. Er ist bekannt für seine intensive Vorbereitung und gehörte in den 70ern und 80er-Jahren zu den prägenden Hauptdarstellern des französischen Unterweltfilms, so als harter Kommissar in „Der Polizeikrieg“, als desillusionierter Polizist in „La Crime – Das Wespennest“, als Anwalt in „Eine Robe für den Mörder“, in „Waffenbrüder“, mit Jean-Louis Trintignant in „Eine Männersache“ und erneut unter Godards Regie in „Detektive“. Oft zermürbt er sich im Zweifrontenkrieg zwischen Vorgesetzten und Verbrechern.

Claude Brasseur gehörte in Yves Roberts Erfolgskomödien „Ein Elefant irrt sich gewaltig“ und dessen Fortsetzung „Wir kommen alle in den Himmel“ zum Quartett der Freunde um Jean Rochefort, liebenswerte Männer in der Midlife-Krise. Er war an der Seite von Brigitte Fossey der besorgte Vater der frühreifen Vic (Sophie Marceau) in den „La Boum – Die Fete“-Teenie-Komödien. Als er fünf Jahre später im Noir-Krimi „Abstieg zur Hölle“ als Alkoholiker Marceaus Liebhaber spielte, schrie die Nation wegen der freizügigen Sexszenen des Paares am Strand und im Hotelbett auf. 1992 lieferte er sich in Edouard Molinaros „Le Souper“ als Napoleons Polizeiminister Fouché ein packendes Dialogduell mit Claude Rich.

Claude Brasseur wurde 1936 in Neuilly-sur-Seine als Sohn des Schauspielerpaares Pierre Brasseur (1903-1972) und Odette Joyeux (1914-2000) geboren. Er erhielt seine Ausbildung am Pariser Konservatorium und trat auf Avantgardebühnen auf. Aus Begeisterung für das Militär trat er 1953 in die Armee ein und war von 1953-1956 bei den Fallschirmjägern in Algerien. Wieder zurück, fasst er sofort Fuß beim Film und bedütierte als „junger Mann“ in einer Nebenrolle in „L’amour descend du ciel“. 1959 stand er als Kommissar gemeinsam mit seinem Vater Pierre (als Arzt) in Georges Franjus poetischem Horrorfilm „Les yeux sans visage – Das Schreckenshaus des Dr. Rasanoff“ vor der Kamera und spielte 1961 in der „Neid“-Episode von „Die sieben Todsünden„. In den 90er-Jahren arbeitete Brasseur fast ausschließlich fürs Theater. Er nahm die Filmarbeit mit Dominique Cabréras „Milch der Zärtlichkeit“ 2001 wieder auf. Seitdem war er als alternder Kunstsammler mit junger Geliebter in „Ein perfekter Platz“ und im Emsemble der Sommerkomödie „Camping“ (2006) wieder in heimischen Kassenerfolgen zu sehen. 2003 übernahm er die Titelrolle des Polizisten in der TV-Serie „Franck Keller“ (TF1) und spielte Benito Mussolini in „Edda“.

Claude Brasseur wurde 1977 mit dem César für die beste männliche Nebenrolle in „Ein Elefant irrt sich gewaltig“ und 1980 mit dem César für die beste männliche Hauptrolle in „Der Polizeikrieg“ ausgezeichnet.

Brasseur war mit Peggy Roche verheiratet und und hat aus der Ehe mit Michèle Cambon einen Sohn, Alexandre (geb. 1971), der auch als Schauspieler arbeitet.

Brasseur ist begeisterter Motorsportliebhaber und nahm 1981-1986 an der Rallye Paris-Dakar teil. 1983 wurde er als Beifahrer von Jacky Ickx Sieger der Rallye.

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