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Diese Filmhelden stoppen das *Trööööööt*!

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Chuck Norris Poster
© Sony Pictures / Amazon

Die ganze Welt guckt Fußball, die ganze Welt ist genervt von einem Geräusch. Dabei ist die Lösung so einfach.

Unser Vuvuzela-Verhinderer ist ein Netzer - hat aber die deutlich schönere Frisur unter der Maske als Günter … Bild: Sony Pictures / Amazon

Schließlich haben in Hollywood die Helden der Leinwand Zwangspause: Vor lauter Public Viewing und Private Couching geht eh grad keiner ins Kino. Da könnten sich die Bösenbuben-Jäger der Traumfabrik doch mal eben auf nach Südafrika machen und das Problem lösen, das bisher weder Kurt Tucholsky („Herr, schenke mir Ohrenlider!“) noch unser lichtgestalteter Kaiser („Schülermannschaft auf der Tribüne!“) in den Griff gekriegt haben: die ohrenverstopfende, nervtötende, zehennägelaufrollende Vuvuzela.

Durban. Zu „Einigkeit und Recht und Freiheit“ und „brüh im Lichte“ sind die Teufelströten ausnahmsweise verstummt. Der Lärm will eben wieder anheben, da schwingt sich eine blau-rote Gestalt um die atemberaubende Dachkonstruktion des Moses Mabhida Stadions, einen kaum wahrnehmbaren silbernen Faden hinter sich herziehend und immer neue Stränge aus den Fingerspitzen schießend.

Wir wissen zwar nach dem Rausschmiss von Tobey Maguire und dem „Reboot“ noch nicht, wessen Gesicht nun hinter der Maske steckt. Aber Hauptsache er bringt das Tröten zum Verstummen: Die silbrigen Fäden wickeln sich um jede einzelne Vuvuzela, über dem Stadiondach vereinen sich die Stränge zu einem gigantischen runden Netz und mit einem letzten kühnen Felgaufschwung wirbelt der blau-rote Held gen Abendhimmel, sein Netz samt dezibelminderndem Fang wie ein Fischtrawler hinter sich herziehend, und entschwindet in die Stratossphäre.

Die ehemals trötenden Fans bleiben verdutzt mit leeren Händen und nunmehr sinnlos gespitzten Mündern zum Anblasen auf einem nicht mehr vorhandenen Instrument zurück. Danke, Spider-Man! Selbstverständlich in 3D. So kommt auch Oli Bierhoffs Fönwelle schön zur Geltung.

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Johannesburg. Es ist der erste Auftritt der Gastgeber. Nirgends wird so laut getrötet wie hier. Farbenprächtig die Landestracht, fast so bunt wie das Narrenkleid an einem englischen Hof vor Jahrhunderten, als Männer noch Strumpfhosen tragen durften.

Das Spiel ist gerade 55 Minuten alt, ein Kicker, dessen Name noch unaussprechlicher ist als das Tröten unausstehlich, versenkt den Ball mit einem Traumschuss von halblinks in den rechten Torwinkel! Nun droht es lauter zu werden als jemals zuvor. Da erhebt sich inmitten der bunt gekleideten Fans ein soeben aus Prince Johns Kerker entflohener Held, legt, grinsend, wie es nur Cary Elwes kann, einen Pfeil mit Wattebausch statt Stahlspitze auf seinen Bogen und feuert ihn mitten in die Schallöffnung einer Vuvuzela.

Und weil der Bogenschütze kein gewöhnlicher Bogenschütze ist, schießt er mit unfassbarer Geschwindigkeit einen Wattepfropfen nach dem andern in die kakophonen Monstertröten, bis das ganze Stadion zu einem Hort ewiglich herbeigesehnter Ruhe befriedet ist - sieht man mal vom ewigen nasalen Nörgeln Bela Rethys ab. Danke Robin Hood, o, Du Rächer der Enttrommelfellten!

Rustenburg. Lustige und noch überraschend nüchterne englische Fans fiebern dem Auftritt ihrer Three Lions entgegen. Doch was ist das? Vor dem Haupttor zum Royal Bakofeng-Stadion hat sich ein riesiger Stau gebildet! Eine in grauem Umhang gewandete Gestalt mit blauem Hut und einem verbogenem Holzstab hat sich vor den anstürmenden Fußballfans aufgebaut.

Und all jenen, die eine Vuvuzela bei sich tragen oder gar bereits darauf tröten, tritt er entschlossen entgegen, stemmt breitbeinig seine Füße auseinander, rammt seinen Holzstab tief in den Stadionbeton und donnert inbrünstig: „Du - kannst - nicht - vorbei!“. Danke Gandalf - und falls Du doch noch bald mit Bilbo zum Einsamen Berg aufbrichst: Nimm Dir ’ne Tröte mit, selbst Smaug wird Angst vor den Dingern haben!

Die Möglichkeiten sind mannigfaltig. Wir fragen uns nur, warum in Hollywood bisher niemand die Chance ergriffen hat, seine saisonal bedingt arbeitslosen Filmhelden auf ABM ans Kap zu schicken. Robert Pattinson brauchte als Edward Cullen nur einmal im Mittelkreis aufzutauchen, schon würde das Fan-Kreischen hormonell gedopter Teenies jede Vuvuzela übertönen. Wobei - da fragt sich fast, ob das nicht sogar schlimmer wäre …

Auch Scarlett Johansson würde das Tröten im Schwarze Witwe-Outfit sofort stoppen. Wenn sie im schwarzen Latex-Body an der Seitenlinie entlangkrabbelt, klappt allen die Kinnlade runter. Und mit offenem Mund lässt sich keine Vuvuzela blasen.

Wenn aber in Hollywood schon keiner den nötigen Mut hat, hätten wir doch auch noch einen deutschen Helden im Angebot. So nervig Benjamin Blümchens „Törööö!“ bei der siebten Wiederholung der Kinderkassette zur Beruhigung der Kinderlein im Stau am Brenner auch sein mag - einmal über den Stadionlautsprecher gejagt, ist es allemal angenehmer als das wabernde Hornissengeräusch der Vuvuzelas.

Und falls Sie sich nun fragen, wer denn realistischerweise wirklich die Vuvuzelas zum Schweigen bringen könnte, dann müssen wir Ihnen leider sagen: Niemand!

Außer Chuck Norris.

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