Die Mumie im Film

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Frankenstein, Dracula oder Zombies - alles große Figuren des Horrorkinos. Doch kaum eine davon ist für Filmfans bis zum heutigen Tag so faszinierend wie die Mumie - denn alle paar Jahre wird sie wieder aus ihrem Grab geholt.

Gerade erst zum Leben erweckt, will "Die Mumie" nur eines: ihren Erlösern den Tod bringen Bild: Universal

Eingewickelt in Leinenbandagen erhebt sich der eigentlich seit Jahrhunderten tote Körper eines ägyptischen Pharaos aus seinem Sarkophag und macht sich gnadenlos auf die Jagd nach denjenigen, die ihn erweckt haben. Er bringt sie um ihren Verstand oder versucht gleich, ihnen das Leben zu nehmen. Eine einzige Mumie ist also schon Horror pur. Doch damit haben Brendan Fraser alias Rick O’Connell und seine Familie in „Die Mumie: Das Grabmal des Drachenkaisers“ mittlerweile Erfahrung.

Schwieriger wird es, wenn der eigene Sohn nicht nur den Drachenkaiser in Gestalt von Jet Li wieder auferstehen lässt, sondern mit ihm auch gleich 10.000 Mumien. Diese kennen nur ein Ziel - die sofortige Eroberung Chinas. Ein neues Zeitalter des Schreckens kann erneut nur durch die Archäologenfamilie und ihre Freunde verhindert werden. Während die O’Connells in den ersten beiden Mumien-Filmen mit Imhotep kämpften, dem Hohepriester und Berater zur Zeit des Pharaos Djoser um 2700 v. Chr., ist der Drachenkaiser im aktuellen Film eine mythologische Fabelfigur.

Die erste Mumie der Filmgeschichte: Boris Karloff als Hohepriester Imhotep Bild: Universal/DVD

Leichen-Feten

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Die erste Geschichte über eine fiktive Mumie, die zurück ins Leben gerufen wird, schrieb die Autorin Jane Webb Loudon bereits 1821. Am Puls der Zeit folgten auf ihren Roman „Die Mumie“ eine ganze Reihe von Erzählungen. Schuld war kein Geringerer als Napoleon, der mit seiner ägyptischen Expedition von 1798 bis 1801 einen wahren Ägyptenkult in Europa auslöste. Infolgedessen wurden so genannte Mumien-Partys Trend, auf denen die zusammengekommene Gesellschaft Sarkophage öffnete und die Leichen von ihren Leinenbändern befreite.

Die Entdeckung des Grabes von Tutanchamun im Jahr 1922 führte zehn Jahre später zur ersten Mumien-Verfilmung. Unter der Regie von Karl Freund spielt Boris KarloffDie Mumie“ und setzt mit seiner Darstellung jahrzehntelang Maßstäbe. Das Original mit der Erweckung Imhoteps, der seine Geliebte Anck-es-en-Amon zurückhaben möchte, wird zur Quelle zahlreicher Remakes.

Sie kommen immer wieder

Der lebendige Tod war schon immer ein Grund zum Gruseln. Bestes Beispiel: "Talos - Die Mumie" Bild: AVU

Die nächsten fünf Mumien-Filme entstehen dank Universal Pictures, wobei der Fokus ab 1940 auf den Mumien Ananka und Kharis liegt. Die Gründe, warum Universal in das Mumien-Motiv investierte, waren während und nach dem Zweiten Weltkrieg vielfältig: Filme mit Figuren wie Dracula oder Frankenstein holten ein Fan-Publikum in die Kinos und sie waren günstig zu produzieren. Nach all den Schrecken des Krieges boten Werke mit Fantasiefiguren Ablenkung.

Die Zuschauer erhielten die Gewissheit, dass die Guten über die Bösen triumphieren können. Eine Horrorgestalt wie die Mumie erwies sich für die Studios als außerordentlich praktisch, denn auferstehen lassen konnte man sie immer wieder. Der Gedanke der Unsterblichkeit übt bis heute einen großen Reiz aus und wurde auch in anderen Werken wie „Indiana Jones und der letzte Kreuzzug“ abseits der Mumien-Mythologie gern verwendet.

Rachel Weisz und Brendan Fraser haben ungewollt die Mumie Imhotep erweckt Bild: UIP

Hammer gruselig

Mit die „Rache der Pharaonen“ betrat 1959 die britische Firma Hammer-Film-Productions die Mumienbühne. Angelehnt an Universals „The Mummy’s Hand“ und „The Mummy’s Tomb“ kaufte Hammer die Remake-Rechte und konnte somit die Mumie Kharis auch in ihren Filmen auftreten lassen. Der Rache übende Kharis wird dabei von keinem Geringeren gespielt als der Horror-Legende Christopher Lee.

Als eine Gruppe von Ägyptologen eine Inschrift auf einem versiegelten Grab entdeckt, kann sich Stephen Banning nicht mehr zurückhalten. Er liest ein paar Zeilen laut vor und schon ist der Hohepriester Kharis von den Toten erweckt.

Horror nach guter alter Bram-Stoker-Art

Sarkophage wie dieser bilden für Jahrtausende das "Grab der blutigen Mumie" Bild: Hammer-Film-Productions

Zum Dank wird Banning wahnsinnig und fünf Jahre später von der Mumie ermordet. Kharis selbst ist auf der Suche nach seiner Geliebten, die er in Stephens Schwester wieder zu erkennen glaubt. Er entführt sie in die Sümpfe, wird allerdings von Stephens Sohn Peter gestellt, während ihn die Polizei in Stücke schießt und vernichtet.

Auch das „Grab der blutigen Mumie“ stammt aus den Hammer-Studios, basiert aber auf einer Erzählung von „Dracula“-Erfinder Bram Stoker. Dessen Texte inspirierten auch abseits von Hammer zu drei weiteren Mumienwerken - zuletzt zu „The Legend of the Mummy“ aus dem Jahr 1997.

Ihre Liebe ist Stoff für zahlreiche Verfilmungen: Prinzessin Anck-Su-Namun und der Hohepriester Imhotep Bild: UIP

Mumien in 3D und mit Blue-Screen-Effekten

Ein Jahr später setzte Stephen Sommers Brendan Fraser und Rachel Weisz ins ägyptische Licht. Mit seinen Mumienfilmen erfüllte der Regisseur geheime Wünsche des Publikums, das sich ins Alte Ägypten hineinsehen wollte.

Ob Sommers‘ Geschichte authentisch war oder nicht, spielte keine Rolle, da zumindest die Ausgangssituation des Films der Wahrheit entsprachen. „Die Mumie“ erzählt genau wie das Original aus dem Jahr 1932 von der Erweckung Imhoteps, der nach der Wiederbelebung durch die Bibliothekarin Evelyn seine frühere Geliebte Anck-Su-Namun zu sich holen möchte.

Einen anderen Weg als den der Action- und Horror-Filmerzählung wählt die Dokumentation „Mumien 3D - Geheimnisse der Pharaonen„. In ausgewählten IMAX-Kinos wird die Geschichte erzählt, warum und wie die alten Ägypter Mumien hergestellt haben. Auch die Arbeit aktueller Forscher wird beleuchtet, da sich Wissenschaftler aus der DNS mumifizierter Ägypter, die in den Knochen gespeichert ist, Fortschritte für die heutige Medizin erhoffen. Die wundersame Wirkung der mumifizierten, ägyptischen Knochen ist bereits seit dem Mittelalter bekannt. Doch eifrige Mediziner sollten gewarnt sein: Manche Mumien könnten sich gegen den Knochenraub wehren wollen und vom OP-Tisch dem Doc an die Gurgel gehen.

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