Christine Kaufmann

Christine Kaufmann

Leben & Werk

Ätherische Schönheit mit Engelsgesicht, Madonnenlächeln und verführerisch traurigen Augen. Vom Kinderstar über die Ehefrau an der Seite von Hollywood-Star Tony Curtis und Rollen als weltfremde Schöne, von Selbsterfahrungstrips nach Indien und Scheidungen bis zur Autorin von Schönheitsberatern, hatte Christine Kaufmann eine bewegte Karriere hinter sich. Jahrelang wegen ihres attraktiven Aussehens besetzt, gingen schauspielerischen Talente häufig unter, machten Nacktaufnahmen von ihr oder ihrer Tochter mehr Schlagzeilen, als Leistungen in Film und Fernsehen oder auf der Bühne. Wie Generationskollegin Iris Berben war die mehrfache Großmutter mit zunehmendem Alter attraktiv geblieben.

Christina Maria Kaufmann wurde 1945 in Gröbming/Steiermark in Österreich geboren und gehörte mit sieben Jahren zum Ballettensemble der Bayerischen Staatsoper. Sie debütierte 1953 im Film und wurde 1954 als Johanna Spyris “Rosen-Resli” in Harald Reinls Heimatfilm Kinderstar. Ihre blondgefärbte Resli rührte die Nation zu Tränen, sie lockte als “Stimme der Sehnsucht” oder Heinz Erhardts kleiner Liebling (“Witwer mit fünf Töchtern“, “Der letzte Fußgänger”). Mit vierzehn ging sie als frühentwickelte Filmliebhaberin nach Italien (“Rote Lippen – schlanke Beine”), drehte Monumentalfilme (Sergio Leones “Die letzten Tage von Pompeji“, “Konstantin der Große”) und fiel in Hollywood im Thriller “Stadt ohne Mitleid” auf. Die Rolle der “Lolita” in Stanley Kubricks Nabokov-Adaption lehnte sie ab. Auf dem Set von J. Lee Thompsons Abenteuerfilm “Taras Bulba” lernte sie Weltstar Tony Curtis kennen und heiratete ihn.

Nach der Scheidung 1968 kehrte Kaufmann nach Deutschland zurück, arbeitete mit Regisseuren des Neuen Deutschen Films wie Rainer Werner Fassbinder (“Welt am Draht”, Lili Marleen”, “Lola”), Werner Schroeter (“Tag der Idioten”) und Peter Zadek (exzentrische Aristokratin in “Die wilden Fünfziger”) und verwirrte als Doppelgängerin einer Schaufensterpuppe (“Begegnungen”) oder Gattin des Malers Egon Schiele (“Exzesse”). Kaufmann erkämpfte sich die Rolle einer Mutter von vier Kindern in Percy Adlons “Die Schaukel” und blieb umwerfend komisch als Ruth Maria Kubtischeks zickige Freundin Olga mit Brille und Zahnspange in Helmut Dietls TV-Serie “Monaco Franze” in Erinnerung. Seitdem wechselte sie zwischen Bühnenauftritten (“Die Herzogin von Amalfi” am Hamburger Schauspielhaus”), TV-Serien (“Nachbarn”, Lorentz & Söhne”, “Die Insel”, Harald & Eddi”) und wenigen Kinofilmen (“Out of Rosenheim“, “Der Geschichtenerzähler”, “Caipiranha“).

1989 erschien Kaufmanns Autobiographie “Normal müsste man sein”, wo sie nahtlos vom Adorno-Zitat zur Betrachtung ihrer Strumpfbänder überging. In den 90er-Jahren wendete sie sich Esoterik-Trips zu und publizierte entsprechende Bücher. 2000 kurierte sie die gebeutelte Seele in Marokko und veröffentlichte die Postkartentexte-Sammlung “Der Himmel über Tanger”. 1998 gab sie mit dem ersten einiger Schönheitsberater, mit “Zeitlos schön”, Tipps zu Make-up und Styling für Geschlechtsgenossinnen. Seit 2004 präsentierte sie auf dem Teleshoppingsender Home Shopping Europe Kosmetik- und Wellness-Produktreihen.

1960 wurde Christine Kaufmann für ihre Leistung in “Stadt ohne Mitleid” mit dem Golden Globe ausgezeichnet.

Aus ihrer Ehe mit Tony Curtis (1963-1968) hatte Christine Kaufmann die Töchter Alexandra und Allegra, beide als Model und im Film tätig.

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