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Leben & Werk

Die Salondame. In einem Alter, in dem andere Schauspielerinnen langsam „abgemeldet“ sind oder austauschbare Mütter spielen, startete Christiane Hörbiger richtig durch. Der Glücksfall für die damals 54-Jährige war ihr mit dem Bambi ausgezeichneter Auftritt in Helmut Dietls genialer Satire „Schtonk!“ (1991), wo sie als laszive Göring-Nichte Götz George im Bademantel des Reichsmarschalls im Lotterbett erwartet. Danach hagelte es TV-Rollen („Ich begehre dich“, „Hengstparade„, „Lamorte“), weitere gemeinsame Arbeiten mit Götz George („Alpenglühen“, „Alpenglühen 2“) und die Erfolgsserie um die warmherzige Bezirksrichterin „Julia - Eine ungewöhnliche Frau“ (1999-2003), in denen sie vom netten Tantchen bis zur resoluten Karrierefrau, desolaten Witwe, frustrierten Gattin und Mutter und gestandenen Sennerin (Bergbäuerin) alle Facetten einer Frau im besten Alter durchspielte. Für Furore sorgte ihre in „Mathilde liebt“ (2006) gestellte Frage: „Hattest du schon einmal einen Orgasmus?“ in einem um Lust, Sex und Liebe im Alter kreisenden TV-Movie. Der Oma dort setzt sie gekonnt Kasperls bebrillte Großmutter in „Der Räuber Hotzenplotz“ entgegen.

Christiane Hörbiger entstammt einer österreichischen Schauspielerdynastie. Sie wurde 1938 in Wien als Tochter von Paula Wessely und Attila Hörbiger geboren, ihr Onkel ist Paul Hörbiger. Nach Ausbildung am Max-Reinhardt-Seminar in Wien und Tanz- und Gesangsunterricht debütierte sie 1957 am Wiener Burgtheater, zu dessen festem Ensemble sie bis 1966 gehörte. Sie trat auf Bühnen von Salzburg (als Buhlschaft in „Jedermann“), Zürich, München und Heidelberg auf. Durch Vermittlung ihres Vaters nimmt sie 1955 eher widerwillig eine Filmrolle in „Der Major und die Stiere“ an und arbeitet in Heimatfilmen wie „Der Meineidbauer“, „Der Edelweißkönig“ und „Kronprinz Rudolfs letzte Liebe“. Fast zwanzig Jahre dem Theater verpflichtet und nur gelegentlich im TV zu sehen, wagt sie mit Regisseur Xaver Schwarzenberger 1985 einen Neuanfang mit „Donauwalzer“ und wird für die Rolle der Judith, die drei Generationen lang mit Fragen von Liebe und verdrängter Schuld zu kämpfen hat, mit dem Bayerischen Filmpreis ausgezeichnet.

Wieder ins Rampenlicht tritt Hörbiger als zynische Gräfin in der Serie „Das Erbe der Guldenburgs“ (ab 1986). Hörbigers erste, lange vor „Mathilde“ entstandene dezente Sexszene (mit Dietrich Mattausch) ist in „Das andere Leben“ (1987) zu bewundern. Man täusche sich nicht: Die Frau mit dem weichen Blick und dem leisen Zug von Weltschmerz um die Mundwinkel, die mit Damenhaftigkeit und Noblesse Unnahbarkeit über dem Vulkan vortäuscht, ist fähig, mit vollendeter Haltung und dem von ihrer Mutter stammenden glucksenden Lachen auch eine hundsgemeine Giftmischerin zu spielen („Die Gottesanbeterin“, 2001).

Christiane Hörbiger war in erster Ehe mit Regisseur Wolfgang Glück („Der Schüler Gerber“) verheiratet, der zweite Gatte Rolf Biggler starb 1978. Mit ihrem Lebensgefährten Gerhard Tötschinger veröffentlichte sie 1993 ihre Erinnerungen „Eine Biographie aus der Nähe“, die 1998 in Form eines Hörbuchs, das drei Stunden lang Gespräche über ihr Leben und ihren Beruf enthält, neu erschienen ist. Sie lebt in Zürich.

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