Christian Redl

Schauspieler
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Leben & Werk

Gewalttäter oder Liebhaber – Charakterkopf Christian Redl kann beides gleichermaßen gut spielen. Der vorwiegend im Theater- und TV-Bereich arbeitende Mime ist gefragt. Mit seiner Glatze, der Knollennase und den traurigen Augen vermag er die Tiefen und Abgründe seiner Figuren und deren wirkliche Wünsche geschickt zu verbergen und an der richtigen Stelle zu offenbaren. Im Kino sorgte er für Furore, als er in Hermine Huntgeburths „Das Trio“ den verblühten Liebhaber von Götz George spielte. Die Bettszenen mit George seien für ihn „ein Riesenspaß“ gewesen, so Redl. Dafür schmiss er, der Vorgesetzte, George als Hauptkommissar Kominka in Nico Hoffmanns Thriller „Solo für Klarinette“ raus.

Redl wurde 1948 als Lehrersohn in Schleswig geboren, wuchs in Kassel auf, absolvierte die Schauspielschule Bochum und gehörte von 1980 bis 1993 zum Ensemble des Deutschen Schauspielhauses Hamburg. 1989 wurde er schlagartig mit Bernd Schadewalds Fernsehfilm „Hammermörder“ bekannt. Für die Rolle des mordenden Familienvaters erhielt er den Grimme-Preis. In „Angst“ tyrannisiert er seine Familie und wird schließlich vom Freund der Tochter (Jürgen Vogel) erschossen. Seitdem sah man ihn im Fernsehen als Straßenbahnführer („Federmann“), Polizist („Das gestohlene Leben“), Raubmörder („Urlaub auf Leben und Tod“) und Mädchenmörder („Der Rosenmörder“). Im Kino driftete er in „Sierra Leone“ durchs Ruhrgebiet, gehörte zu den Gaunern in Lars Beckers Krimis „Bunte Hunde“ und „Schattenboxer“ und kaufte sich in Ivan Filas „Lea“ als ehemaliger Legionär eine junge Tschechin als Frau, zu der er langsam eine menschliche Beziehung gewinnt.

Eine seiner besten Darstellungen ist die des ehemaligen Schwimmchampions Oskar („Oskar und Leni“). Dieser verliebt sich in eine Frau (Anna Thalbach), die er nur ein einziges Mal in der U-Bahn gesehen hat und von der er fortan in ganz Berlin gesucht wird. In Sönke Wortmanns „St. Pauli Nacht“ spielt Redl die Kiezgröße Brilli, der seine Leute streng kontrolliert und eine heimliche Liebesbeziehung zu einer Transsexuellen unterhält. In Robert Schwentkes Debütfilm „Tattoo“ gibt Redl den Vorgesetzten des jungen Kriminalanwärters Marc (August Diehl), der in dem Thriller mit Leichen konfrontiert wird, denen bestimmte – tätowierte – Stücke der Haut fehlen. Als Generaloberst Alfred Jodl spielte er 2004 in Oliver Hirschbiegels preisgekrönter Hitlerbiografie „Der Untergang“ mit und ein Jahr später als General Hans Krebs in dem Fernsehdrama „Die letzte Schlacht“. Götz George wird in der Rolle des Dr. Stubenrauch in „Als der Fremde kam“ zu seinem Nebenbuhler, als dieser sich in seine Frau verliebt, und in Kai Wessels Krimi „Das Geheimnis im Moor“ richtet sich sein Verdacht als Kommissar Krüger gegen einen renommierten Unfallchirurgen. In Christian Petzolds Psychogramm einer jungen Frau „Yella“ kann er als Vater der Hauptfigur (Nina Hoss) nur kurz eine Zufluchtsstätte bieten.

2008 sah man ihn als bösen Zauberer in „Krabat“, der in dem14-jährige Waisenjunge einen heranwachsenden Konkurrenten erkennt. Die Verfilmung von Marco Kreuzpaintner basiert auf Otfried Preußlers gleichnamigen Roman.

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