Christian Berkel

Schauspieler • Synchronsprecher
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Leben & Werk

Vom Fernsehbösewicht zum international gefragten Schauspieler hat sich Christian Berkel in Charakterrollen mit ausgeprägter Bandbreite in der ersten Garde deutscher Schauspieler etabliert. Der Glatzkopf mit den freundlichen Augen, dem kantigen Kinn und häufig mit Drei-Tage-Bärten bevorzugt Rollen mit wenig Dialog und Aktionen, die Spielraum für spannende Leerstellen und Rätsel seiner Charaktere lassen. Ins Gedächtnis gebrannt haben sich sein Häftling Nr. 38, der sich in Oliver Hirschbiegels Zellen-Drama „Das Experiment“ (2000) als Bundeswehrmajor herausstellt, sein so engagiert Verwundeten helfender wie angesichts der Ereignisse fassungsloser und entsetzter Arzt Dr. Schenck, der in Hirschbiegels „Der Untergang“ (2004) das Ende des Weltkriegs in der Berliner Reichskanzlei erlebt, und sein auf einen Killer (Joachim Krol) angesetzter vereinsamter und intuitiv arbeitender Profiler in „Lautlos“ (2004). Berkel ist als Hamburger Innensenator Helmut Schmidt in „Die Sturmflut“ (2005) so überzeugend wie als komischer schwuler Fußballer in Lederkluft und im S/M-Club, der in „Männer wie wir“ (2003) Kontakt zu seinem Sohn sucht.

Christian Berkel wurde 1957 in Berlin geboren, wuchs zweisprachig (deutsch-französisch) auf, studierte an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin und war von 1977 bis 1993 an Theatern in Augsburg, Düsseldorf, Bochum, München, Stuttgart, Wien und Berlin engagiert. Im Kino debütierte er 1976 als namenloser Student in Ingmar Bergmans in München gedrehtem Drama „Das Schlangenei“. Zwei Jahrzehnte sah man Berkel als Bösewicht, Entführer, zwielichtige Figur und Psychopath in TV-Krimis der Serien und Reihen „Tatort“, „Derrick“, „Der Alte“, „Ein Fall für zwei“ und „Bella Block“, in TV-Filmen wie Dominik Grafs „Deine besten Jahre“ (mit Martina Gedeck) und Mehrteilern wie Dieter Wedels „Der König von St. Pauli“ und „Die Affäre Semmeling“ oder als wegen angeblicher Folterdrohungen gefeuerter Kommissar in „Die Entscheidung“ (2005). In Kinofilmen gehörte Berkel als Bankier Weich zum Ensemble von Helmut Dietls Satire „Rossini“ und als Filmproduzent Dr. Greven zum Ensemble von Bertrand Taverniers Weltkriegs-Drama „Laissez-Passer“ (2002). 2006 spielte er in gleich zwei Weltkrieg-Dramen: in „Leningrad“ und in Paul Verhoevens „Zwartboek – Blackbook“ (General Käutner).

Seit Dezember 2006 geht Berkel in der TV-Reihe „Der Kriminalist“ als Berliner Hauptkommissar Bruno Schumann auf Verbrecherjagd. Seine Arbeit wurde 2007 auch gleich mit einer Nominierung für die Goldene Kamera belohnt. Zusammen mit seiner Frau und dem Schauspielerkollegen Friedrich von Thun bildete er 2006 in dem TV-Zweiteiler „Helen, Fred und Ted“ ein Trio von Psychotherapeuten, deren Leben einer andauernden Therapiesitzung gleicht. Als Gestapoführer Hoffmann im dänischen NS-Film „Tage des Zorns“ wird er von den auf Kollaborateure angesetzten Widerstandskämpfern verschont. 2008 erhielt Berkel ein Angebot von dem amerikanischen Regisseur Bryan Singer für die Rolle des Mertz von Quirnheim in seiner Verfilmung zum Stauffenberg-Attentat „Operation Walküre“. Der deutsche Kinostart wird voraussichtlich im Februar 2009 sein.

Berkel ist gefragter Synchronsprecher und Sprecher von Hörbüchern. Für seine „herausragende Psychostudie“ im „Tatort: Schwarzer Advent“ wurde er 1998 mit dem Goldenen Gong ausgezeichnet. Er ist mit der Schauspielerin Andrea Sawatzki verheiratet. Das Paar hat zwei Söhne.

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