Filmstar spioniert Paparazzi aus

Ehemalige BEM-Accounts  

Sie klettern auf Bäume, verfolgen ihre Opfer mit Nachtsichtgeräten und hetzen die Stars in wilden Auto-Verfolgungsjagden durch die Straßen. Für einen guten Schnappschuss, am besten in peinlicher Pose und mit möglichst wenig Kleidung am Leib, tun sie alles: Paparazzi.

Rache-Engel für alle gestressten Stars: Jennifer Jason Leigh Bild: Kinowelt

Höchste Zeit also, den Spieß umzudrehen – so denkt zumindest Klasse-Schauspielerin Jennifer Jason Leigh. In der bitterbösen Mediensatire „Rag Tale“, zu deutsch „Klatschgeschichte“, spielt sie eine ehrgeizige Reporterin für die Yellow Press.

Um die Journalisten mit dem zweifelhaften Verhältnis zur Wahrheit auch so richtig schlecht aussehen zu lassen, studierte Leigh erstmal deren Arbeit. Statt also wie sonst bei Filmpremieren selbst über den Roten Teppich zu stolzieren, drängte sie sich mit Fotografen und Schreiberlingen hinter der Absperrung – um hautnah mitzuerleben, wie aus einem flüchtigen Küsschen unter Filmpartnern heiße Affären gedichtet werden.

„In unserem Film geht’s um Klatschblätter wie ‚The Sun'“, erklärt Leigh. „Ich habe das Zeug früher nie gelesen, auch weil sie über mich ohnehin nie schreiben. Es war schon interessant zu sehen, welche Lügen sie mit einer Schlagzeile und einem Bild produzieren – nur um dir dann im weiteren Text zu erklären, dass sie es gar nicht so gemeint haben, wie es auf den ersten Blick aussah. Diese Technik, die Wirklichkeit zu verfremden, wollte ich mir aneignen.“

Die Independent-Queen schlägt zurück

10 Hollywood-Stars, die für ihre Rolle stark zunehmen mussten

Unterstützt wird Leigh dabei im Film von Ian Hart, der den Fans noch als Professor Quirrell in „Harry Potter und der Stein der Weisen“ bekannt sein wird. Er mimt einen gnadenlosen Fotografen.

„Ian war mehrere Tage mit den schlimmsten Paparazzi unterwegs“, berichtet Jennifer. „Peinlich wurde es nur, als ihn bei einer Premiere ein paar Freunde erkannten und riefen: ‚He, Ian, was zum Geier machst du bei dem Abschaum?'“

Für Jennifer Jason Leigh, die mit „Weiblich, ledig, jung sucht …“ und als Gattin von Tom Hanks in „Road to Perdition“ auch einem breiteren Publikum bekannt wurde, ist „Rag Tale“ seit langem der erste Film mit komischem Unterton. Zuletzt wurde ihr im Thriller „In the Cut“ der Kopf abgetrennt, dann gab sie in „Der MaschinistChristian Bales hoffnungslose Lieblings-Prostituierte. Ab 14. April ist sie in „Palindrome“ als behinderte 12-Jährige mit Kinderwunsch zu sehen.

Und wenn Leigh in „Rag Tale“ so gut ist wie gewohnt, darf sich die Yellow Press auf einiges gefasst machen.

Zu den Kommentaren

Kommentare