Chau Hong

Chau Hong

Leben & Werk

Mit gerade einmal zwei Filmen und einigen Nebenrollen in TV-Serien wird Hong Chau bereits als gefragte Charakterdarstellerin gehandelt. Für die Sci-Fi-Satire „Downsizing“ wurde Hong Chau als beste Nebendarstellerin für den Golden Globe nominiert, gilt sogar als Oscar-Kandidatin. Dabei will der Shooting-Star eigentlich bloß kleine Experimentalfilme drehen.

Ihren Durchbruch hatte die Schauspielerin Hong Chau mit der Rolle der vietnamesischen Aktivistin Ngoc in Alexander Paynes Sci-Fi-Satire „Downsizing“. Dabei gibt es durchaus einige Parallelen zwischen der Darstellerin und ihrer Figur. Hong Chau ist das Kind vietnamesischer Flüchtlinge, die Ende der 1970er nach Thailand flohen. Chau wurde im Flüchtlingscamp geboren. Durch die Vermittlung einer katholischen Kirche in New Orleans wurde ihre Familie finanziell unterstützt, schließlich konnte sie nach New Orleans ziehen, wo Chau aufwachsen ist.

Ausbildung und erste Rollen

Eigentlich hatte Hong Chau lieber Kreatives Schreiben studieren wollen. Aus Rücksicht auf ihre Eltern, die hofften, ihr Kind würde etwas Praktischeres studieren, entschied sich Chau für ein Studium der Filmwissenschaften an der Universität von Boston. Schauspielerei kam damals noch nicht für sie in Betracht. Erst als Chau in Filmen von Mitstudenten kleinere Rollen übernahm, entdeckte sie den Spaß an der Schauspielerei. Daraufhin zog sie nach New York, um Schauspielunterricht zu nehmen.

Ihre ersten Rollen spielte Hong Chau nicht nur in Studentenfilmen, sondern vor allem in TV-Serien wie „Finding My America“, der Mini-Serie eines asiatischen TV-Netzwerkes über zwei Frauen, die von New York nach San Francisco reisen und unterwegs die USA entdecken. Seitdem hatte Hong Chau kurze Auftritte in Serien wie „How I Met Your Mother“, „Navy CIS“, „CSI: Vegas“ oder „The Sarah Silverman Program“.

Hong Chau in Serien

Die meisten TV-Auftritte von Hong Chau waren vergleichsweise kurz und beschränkten sich auf eine Folge. Erst mit der Science-Fiction-Web-Serie „Trenches“ erhielt Chau ihre erste wiederkehrende Rolle als Spc. Wing, die auf einem Monster-verseuchten Planeten strandet. Eine weitere Rolle landete sie in der HBO-Serie „Treme“ über ihre Heimatstadt New Orleans nach dem Hurrikan Katrina. Der vielleicht größte Treffer ist Hong Chau jedoch mit der Rolle der Jackie in „Big Little Lies“ an der Seite von Nicole Kidman und Reese Witherspoon gelungen.

Durchbruch in Hollywood

Bisher ist Hong Chau erst in zwei Filmen aufgetreten. Die Filmografie ist also eher mager. Dafür beweist sie jetzt schon ein gutes Gespür für herausstechende Filme, die sich vom langweiligen Blockbuster-Einerlei abheben. Ihre erste Kinorolle hatte Hong Chau in der Thomas Pynchon-Verfilmung „Inherent Vice – Natürliche Mängel“ von Paul Thomas Anderson. In der abgedrehten Komödie mit Joaquin Phoenix spielte Hong eine Prostituierte mit brisanten Informationen über einen Drogenring.

Im Nachhinein sollte sich „Inherent Vice“ als Fluch und Segen zugleich entpuppen. Segen, weil Hong Chau mit ihrem Auftritt durchaus auf sich aufmerksam machen konnte. Fluch, weil sie trotzdem für ein Jahr keine Rollen mehr angeboten bekam. Stattdessen musste sie in Werbungen für Kartoffelchips auftreten, um sich über Wasser zu halten. Doch gerade, als sie ans Aufgeben dachte, kam „Downsizing“ und damit die Nominierung für den Golden Globe.

Hong Chau in Zukunft

In Interviews betont die Schauspielerin Hong Chau ihre Bodenständigkeit und Verantwortung. So wolle sie etwa nicht in einem Action-Film mitspielen, aus Respekt vor den Opfern, die Waffengewalt alltäglich in den USA fordere. Stattdessen sei sie an kleineren Rollen in experimentellen Projekten interessiert. Ganz so kleine Produktionen waren zwar weder „Inherent Vice“ noch „Downsizing“, doch wenn Hong Chau ihr gutes Gespür für außergewöhnliche Geschichten behält, ist in Zukunft noch Großes von ihr zu erwarten.

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