Königlicher Berlinale-Auftakt

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Die Internationalen Filmfestspiele Berlin sind eröffnet!

Strahlten bei der Berlinale-Eröffnung um die Wette: Diane Kruger, Klaus Wowereit und Marie Bäumer Bild: Kurt Krieger

Zum Auftakt wurde „Leb wohl, meine Königin!“ von Benoît Jacquot als Weltpremiere gezeigt, in der die deutsche Schauspielerin Diane Kruger als Marie-Antoinette zu sehen ist, die von den Unruhen der Französischen Revolution erfasst wird. Neben Kruger waren auch die Schauspielerinnen Léa Seydoux und Virginie Ledoyen ins winterliche Berlin gereist, um ihren Film persönlich vorzustellen – für Schauwerte war also gesorgt bei der Eröffnung. Der Film kam gut an beim geladenen Premierenpublikum, es gab begeisterten Beifall für die anwesenden Macher des Films.

Ein Höhepunkt des Abends war auch die Präsentation der in diesem Jahr wieder sehr hochkarätigen Jury: Mike Leigh (Vorsitz), die Regisseure Francois Ozon und Anton Corbijn, der Vorjahres-Bärengewinner Asghar Farhadi, die Aktrice und Sängerin Charlotte Gainsbourg, die deutsche Schauspielgröße Barbara Sukowa, Hollywoodstar Jake Gyllenhaal sowie der der algerischen Schriftsteller Boualem Sansal. Eine anregende Zusammenstellung, die das Rätselraten um potentielle Bären-Gewinner in diesem Jahr umso spannender macht.

Anwärter gibt es in diesem Jahr 18 – darunter drei deutsche Regisseure – sie alle werden als Weltpremiere gezeigt. Jurypräsident Leigh schwärmte von der „intensiven Atmosphäre“ der Berlinale – womöglich eine das schlechte Wetter die Menschen – und lobte Festivalchef Dieter Kosslick: „Er ist wahnsinnig innovativ und lustig. Wir werden hier viel lachen.“

Eröffnet wurden die Filmfestspiele von Berlinale-Direktor Kosslick mit dem Jury-Präsidenten Mike Leigh, Kulturstaatsminister Bernd Neumann und dem Regierenden Bürgermeister von Berlin Klaus Wowereit. Kulturstaatsminister Neumann legte in seiner traditionellen Eröffnungsrede einen klaren politischen Schwerpunkt:

Alle Bilder und Videos zu Charlotte Gainsbourg

„Die Berlinale hat sich in den vergangenen Jahren immer wieder neuen Themen gestellt und uns mit anspruchsvoller Filmkunst und großem Kino wichtige Einblicke in die Welt ermöglicht. Nirgendwo sind Kino, Politik und Weltoffenheit derart beispielhaft vereint. Die Berlinale 2012 ist politischer denn je und steht ganz im Zeichen des Umbruchs und des Aufbruchs. Dank der vielen couragierten Filmemacher, Aktivisten und Künstler, denen die Berlinale in diesem Jahr ein Forum bietet, werden unverfälschte Bilder von den Ereignissen in Nordafrika und anderen Orten der Unfreiheit sichtbar. Ganz aktuell etwa in Syrien, deren Menschen darum unsere Solidarität gilt. Kunst und Kultur – und damit auch der Film – sind nicht nur Seismograph, sondern vor allem Motor gesellschaftlicher Umbrüche. Dies fürchten diktatorische Regime weltweit, und darum werden nach wie vor in Ländern wie Iran und China Künstler und Filmemacher gedemütigt, verfolgt, inhaftiert und mit Berufsverboten belegt.“

Dabei hatte Neumann Künstler wie Jafar Panahi oder Ai Weiwei im Blick. Er forderte weiter: „Deshalb ist es wichtig, dass auch auf der Berlinale, dem größten Zuschauerfilmfestival der Welt, Flagge gezeigt wird für Menschenrechte und für die Freiheit der Kunst. Denn Demokratie braucht Kultur und Kultur braucht Freiheit.“

Durch die Eröffnung führten Anke Engelke und Dieter Kosslick gewohnt charmant im deutsch-englischen Mix. Bereits zum sechsten Mal, so dass Engelke scherzhaft vom „Sixth Year Itch“, dem verflixten sechsten Jahr, sprach.

Zum Berlinale-Auftakt versammelte sich die deutschen Filmschaffenden nahezu vollzählig, auch allerlei Politprominenz ließ sich wie gewohnt auf dem Hauptstadtevent blicken.

Die Berlinale läuft bis 19. Februar. In den diversen Sektionen des Festivals laufen in diesem Jahr nicht weniger als 385 Filme – darunter 87 mit deutscher Beteiligung! Dazu kommen 750 Filme, die auf dem European Film Market gezeigt werden.

Prominentester Gast ist Superstar Angelina Jolie, die ihr Regiedebüt „In the Land of Blood and Honey“ über eine Liebe im Bosnienkrieg über die Feindeslinien hinweg vorstellt.

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