Fünf Awards für Pawel Pawlikowskis Schwarz-Weiß-Drama, keiner für „Nymphomaniac“.

Europäischer Film 2014: Das Schwarz/Weiß-Drama "Ida" Bild: Arsenal

Unter der überaus launigen Moderation des deutschen Comedian Thomas Hermanns wurde am Samstagabend in Lettlands Hauptstadt Riga der 27. Europäische Filmpreis verliehen.

Großer Gewinner des Abends war „Ida“ des polnischen Filmemachers Pawel Pawlikowski. Sein in schwarz/weiß gedrehtes Drama um eine junge Nonne, die mit einem düsteren Familiengeheimnis konfrontiert wird, erachtete die Academy nicht nur als besten Film, sondern zeichnete ihn auch für die beste Kamera, die beste Regie und das beste Drehbuch aus - den People’s Choice Award durfte der überwältigte Pawlikowski dann auch noch mitnehmen.

Der große Favorit „Nymphomaniac“ von Lars von Trier ging trotz dreier Nominierungen leer aus. Als Trost tanzte ihm Thomas Hermann eine Hommage zu „Maniac“, stilecht in pinken „Flashdance“-Legwarmern.

Beste Schauspieler: Marion Cotillard und Timothy Spall

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Beste Schauspielerin ist die Französin Marion Cotillard. Als kurz vor dem Rauswurf stehende junge Frau kämpft sie „Zwei Tage, eine Nacht“ um die Unterstützung ihrer Kollegen und stach damit unter anderem ihre ebenfalls nominierte Landsmännin Charlotte Gainsbourgh aus.

Als bester Schauspieler setzte sich Timothy Spall als „Mr. Turner“ gegen so berühmte Kollegen wie Tom Hardy und Brendan Gleeson durch. Er gewann für seine überragende Darstellung des britischen Malers und Exzentrikers William Turner.

Den größten Spaß hatte die Academy an „The Mafia only kills in Summer“. Sie zeichnete den Film des Italieners Pierfrancesco Diliberto folgerichtig als beste Komödie aus.

Den Lifetime Achievement Award erhielt die belgische Filmemacherin und Autorin Agnès Varda. Die 86-Jährige schmunzelte in ihrer Dankesrede zwar „ich habe immer versucht, eine gutgelaunte Feministin zu sein“, forderte dann aber mehr Frauen unter den Nominierten des Europäischen Filmpreises ein.

Weitere Gewinner waren bereits am 8. November in Sevilla ausgezeichnet worden: Der beste Schnitt gelang Justine Wright für „Locke“, das beste Szenenbild baute Claus-Rudolf Amler für „Das finstere Tal“ und dort gab es auch das beste Kostümbild (Natascha Curtius-Noss) zu bewundern. Ausgezeichnetes für Ohren schließlich lieferten Mica Levi / „Under the Skin“ (Filmmusik) und Joakim Sundström / „Starred Up“ (Sounddesign).

Sämtliche Preisträger und eine Videoaufzeichnung der Veranstaltung gibt’s im Web unter www.europeanfilmacademy.org.

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