Bereits am Donnerstagabend hatte der große deutsche Regisseur Wim Wenders den Goldenen Ehrenbär für sein Lebenswerk auf der 65. Berlinale in Empfang nehmen dürfen. Im diesjährigen Wettbewerb war er mit dem 3D-Werk Everything Will Be Fine vertreten, der mit James Franco, Rachel McAdams und Charlotte Gainsbourg viel Hollywood-Prominenz vorweisen kann.

Nun wurden am Abschlussabend des größten deutschen Filmfestivals auch die Haupt-Preise der Jury vergeben, deren Vorsitz diesmal kein Geringerer als Darren Aronofsky inne hatte. Dabei wurde sogleich ein deutliches politisches Statement gesetzt: Der iranische Regisseur und Regimekritiker Jafar Panahi, der seine Heimat nicht verlassen darf und dem prinzipiell ein Berufsverbot auferlegt ist, wurde wie schon zuvor 2013 erneut prämiert. Damals war es noch der Silberne Bär für Pardé gewesen, jetzt folgte der Goldene für Taxi.

Mit dem großen Preis der Jury wurde der chilenische Regisseur Pablo Larraín für seinen Film El Club ausgezeichnet. Larraín wendet sich in seinem Werk einem sehr düsteren Thema zu und thematisiert den sexuellen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen und die Schuld katholischer Geistlicher.

Charlotte Rampling und Tom Courtenay wurden mit dem Silbernen Bären als beste Schauspieler bedacht, beide für ihre Leistung in dem britischen Beziehungsdrama 45 Years, des Regisseurs Andrew Haigh.

Bilderstrecke starten(106 Bilder)
Alle Bilder und Videos zu Charlotte Gainsbourg

Preisteilung gab es in der Sparte beste Regie: Ausgezeichnet wurde der rumänische Regisseur Radu Jude für seinen Schwarz-Weiß-Film Aferim!, der die Sklaverei im 19. Jahrhundert in der Walachei anprangert; geehrt wurde auch die polnische Filmemacherin Malgorzata Szumowska für Body. Dieser handelt vom zerrütteten Verhältnis eines Vaters zu seiner magersüchtigen Tochter.

Auch für die Arbeit mit der Kamera wurden mehrere Preise vergeben: Der Norweger Sturla Brandth Grøvlen erhielt für seine künstlerische Leistung beim deutschen Beitrag Victoria einen Silbernen Bären. Der Thriller von Sebastian Schipper wurde ohne Unterbrechung in einer einzigen Einstellung gedreht. Prämiert wurden darüber hinaus Evgeniy Privin und Sergey Mikhalchuk, die Kameraleute des russischen Films Under Electric Clouds.

Mit Patricio Guzmán wurde dann noch ein weiterer chilenischer Regisseur geehrt. Guzmán erhielt eine Trophäe für das beste Drehbuch. Der Filmemacher berichtet in seinem Dokumentarfilm Der Perlmuttknopf von der blutigen politischen Vergangeheit seiner Heimat.

In eine ähnliche Richtung geht der Beitrag Ixcanul Volcano. Der Film des Regisseur Jayro Bustamante, der den "Alfred-Bauer-Preis" erhielt (damit werden seit 1987 auf der Berlinale Werke ausgezeichnet, die neue Perspektiven in der Filmkunst eröffnen), widmet sich dem Los und dem Leid der indigenen Bevölkerung Guatemalas.

Weitere Preise gingen an: Hosanna von Na Young-kil aus Südkorea (Goldener Bär in der Kategorie Kurzfilm); Bad at Dancing von Joanna Arnow aus den USA (Silberner Bär in der Kategorie Kurzfilm); 600 Millas von Gabriel Ripstein aus Mexiko (bestes Erstlingswerk).

Zu den Kommentaren

News und Stories

Kommentare