Leben & Werk

Mit der Rolle des großspurigen, dann ängstlichen Lastwagenfahrers, der in „Lohn der Angst“ von Yves Montand in einer riesigen Öllache überfahren wird, schrieb sich Charles Vanel (1892 - 1989) in die Filmgeschichte ein. Seine Karriere umspannte 70 Jahre, in denen der Mann mit der Knollennase schweigsame, verschlagene, autoritäre und finstere Gestalten vor allem im französischen Unterweltfilm, etwa als Geheimdienstchef oder Gangster, verkörperte. Vanel war der Detektiv in Henri-Georges ClouzotsDie Teuflischen“ (dessen Part im Hollywood-Remake 1996 von Kathy Bates gespielt wurde) und der Koch und Vater der Juwelendiebin in Alfred Hitchcocks „Über den Dächern von Nizza“. Vanel spielte seine schönste Rolle in Jean-Pierre Melvilles Meisterwerk „Die Millionen eines Gehetzten“ als alter Bankier, der mit Jean-Paul Belmondo durch die USA reist. Zu seinen großen Altersrollen gehörten der uralte Großvater in Francesco Rosis „Drei Brüder“ und der Richter in Rosis „Die Macht und ihr Preis“, in Szenen, die auch ohne den Kontext der Filme faszinieren. Vanel, der sich bis ins Methusalem-Alter gern mit jungen Mädchen umgab, wurde 1978 mit einem „César“ für sein Lebenswerk ausgezeichnet. Der stechende Blick rührte von seiner schwachen Sehkraft, derentwegen er eine Seefahrtsausbildung abbrechen musste und zum Theater, 1920 dann zum Film ging.

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