Leben & Werk

Französische Schauspielerin. Catherine Jacob gehört zu den populärsten französischen Volksschauspielerinnen in der Tradition von Annie Girardot oder Josiane Balasko, die im Kino, im Fernsehen und im Theater Rollen als starke bodenständige Frauen übernehmen. Leicht rundlich bis mollig, trägt Jacob ihr Herz auf dem rechten Fleck, ist vorwitzig, eigensinnig, rechtschaffen, kumpelhaft und die richtige Frau in allen Lebenslagen, ist mit der gleichen beweglichen Grazie und quirligen Energie Lehrerin, Ärztin und Kommissarin. Häufig in Komödien und Romanzen, spielte Jacob oft Hausangestellte mit Mutterwitz, so als schwangere Haushaltshilfe in Étienne Chatiliez‘ „Das Leben ist ein langer ruhiger Fluss“, der sie 1988 bekannt machte, und in Chatiliez‘ „Tante Danielle“ (1990), wo sie mit Hausdrachen Tsilla Chelton Machtkämpfe austrägt. 2008 glänzte sie als Leiterin eines Waisenhauses in den 30er-Jahren in „Les hauts murs“ (nach dem Debütroman von Auguste LeBreton). Mit Jane Birkin und Caroline Cellier bildet sie 2009 das starke Frauentrio im Road Movie „Thelma, Louise und Chantal“.

Catherine Jacob wurde 1956 in Paris geboren und besuchte die Schauspielschule Rue Blanche. Sie war in Kleinstrollen in TV-Serien zu sehen („Texte aufgesagt“) und debütierte 1984 im Kinofilm „Les Nanas“, verdankte ihre Popularität aber der One-Woman-Show „Bienvenue au Club“, mit der sie seit seit 1984 im Théatre Marie Stuart auftrat. Nach dem Erfolg von „Das Leben…“ spielte sie bis 2009 in circa 90 Filmen. Meist Nebenrollen, in denen ihre offenherzige, kraftvolle und gewitzte Art des Spiels auffiel. Dabei trägt Jacob Kleider, die elegant sein sollen, es aber nicht wirklich sind, was Anlass zu humorvoller Situationskomik gibt. Das Lob molliger Weiblichkeit feierte sie in der Hauptrolle von Florence Quentins Komödie „J’ai faim!!!“, 2001 ein großer Publikumserfolg.

In der Komödie „Neun Monate“ (1994) ist Jacob Mutter von drei Mädchen und wird zum vierten Mal schwanger. Sie war Filmmutter prominenter Französinnen, so von Charlotte Gainsbourg in Bernard Bliers „Merci, la vie“ (1991), von Audrey Tautou in „Unglaublich“ (2001, von Pascale Bailly) und von Marylou Berry in „La première fois que j‘ ai eu 20 ans“ (2004). Ihre dunke Seite zeigte sie in dem Drama „Insel der Diebe“ (2003), wo sie mit ihrem Mann die Kinder misshandelt.

Catherine Jacob spielt häufig unter der Regie von Frauen. So Florence Quentin, Charlotte de Turckheim („Les Aristos“, 2006, als Großherzogin), Élisabeth Rappeneau (die Guy-de-Maupassant-Verfilmung „La Maison Tellier“, 2008, als Familienoberhaupt), Catherine Castel („48 heures par jour“, 2008) oder Virginie Wagon, in deren „Sie muss meine Tochter sein“ (2006) sie im Schwimmbad ein Mädchen entdeckt, das sich als ihre leibliche Tochter herausstellt. Im Thriller „Wer tötete Bambi?“ (2003) ist sie Krankenschwester in einer mysteriösen Klinik. 2006 spielte sie an der Seite von Oscar-Preisträgerin Marion Cotillard in der Luc-Besson-Produktion „Dikkenek“, eine der erfolgreichsten belgischen Komödien aller Zeiten, die Kommissarin Laurence, die lieber mit der Dienstpistole argumentiert.

Catherine Jacob wurde 1988 für „Das Leben…“ mit dem César als Beste Nachwuchsschauspielerin ausgezeichnet. Sie war weitere drei Mal („Merci la vie“, „Les maris, les femmes, les amants“, „Neun Monate“) für den César nominiert.

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News und Stories

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