Catherine Frot

Catherine Frot

Leben & Werk

Französische Schauspielerin. Ihre Spezialität sind lebenslustige Frauen im mittleren Alter, die sich durch nichts beirren lassen, aber Catherine Frot, die im Kassenerfolg “Odette Toulemonde” 2007 als bodenständige Kosmetikverkäuferin mit Tagträumen eine märchenhafte Romanze erlebt, ist ebenso ideal als Geliebte, lustige Verwandte, zugeknöpfte Bürgerfrau, Witwe, Ex-Terroristin, strenge Mutter, Ärztin und neugierige Nachbarin. Erst spät zu einem Star des französischen Kinos geworden, genießt Frot den Status, den in den 70er- und 80er-Jahren Annie Girardot inne hatte. Im Gegensatz zur patenten Girardot spielt sie außer in Komödien wie “Dinner für Spinner” (als Geliebte von Thierry Lhermitte) gern abgründige Frauen, die Geheimnisse verbergen wie die Pianistin in “Das Mädchen, das die Seiten umblättert” (2006) oder die bösartige Mutter in Philippe de Brocas Thriller “Vipère au poing” (2004). Frots spöttische Stimme bildet einen reizvollen Kontrast zu ihren mal fröhlichen, mal verschrobenen und abgedrehten Frauenfiguren, in denen Biester schlummern können.

Catherine Frot wurde 1957 in Paris als Tochter einer Mathematiklehrerin und eines Ingenieurs geboren. Mit 17 Jahren durfte sie die Ecole de la Rue Blanche besuchen und studierte am Pariser Konservatorium Darstellende Künste. Den Platz in der Comédie Francaise nahm ihr Isabelle Adjani weg, Frot wandte sich der Café-Théatre-Szene zu und war 1978 Gründungsmitglied der in den 80er-Jahren erfolgreichen Compagnie du Chapeau Rouge um Jean-Pierre Darroussin (Alkoholiker in “Pilgern auf französisch”). Obwohl die 80er dem Theater gehörten, übernahm Frot, die 1975 im Fernsehen in der Serie “Die Eingeweihten von Eleusis” debütierte, auch hin und wieder Filmrollen. Die erste als junges Mädchen in Alain Resnais’ “Mein Onkel aus Amerika” (1980).

Mitte der 90er-Jahre ging ihr Stern auf. Die Rolle der albernen Schwägerin Yolande, genannt Yoyo, in der von Agnès Jaoui und Jean-Pierre Bacri geschriebenen Komödie “Un air de famille – Typisch Familie!” von C’dric Klapisch wurde 1995 ein Theatererfolg, 1996 zum Kinohit. Seitdem arbeitete Frot häufig in boulevardesken Komödien von Pascal Thomas (“La Dilettante”, “Mercredi…folle journée!”, “Mon petit doigt m’a dit”). 2002 war sie Lehrerin und Ex-Terroristin in Lucas Belvaux’ gerühmter “Trilogie der Leidenschaften”, in der die Schauspieler mal in Haupt-, mal in Nebenrollen zu sehen sind und in der Form des Thrillers (“Auf der Flucht”), der Komödie (“Ein tolles Paar”) und des Melodrams (“Nach dem Leben”) agieren. In der Komödie “Zwei ungleiche Schwestern” stahl sie als lebenslustige Kosmetikerin aus der Provinz Isabelle Huppert die Schau, sie war die depressive Ehefrau von Gérard Depardieu in der Schnorrerkomödie “Boudu” (2005) und in Coline Serreaus Drama “Chaos” (2001) die Physiotherapeutin Hélène.

Catherine Frot wurde 1995 für “Un air de famillie” mit dem Theaterpreis Molière ausgezeichnet. 1997 gewann sie den César als Beste Nebendarstellerin in “Un air de famille”. Für ihre Rolle des Provinztrampels Pierrette, die in “La Dilettante” (ihre erste Hauptrolle) ungeniert durchs Pariser Leben stapft, wurde sie 1999 auf dem Filmfestival Moskau als Beste Schauspielerin geehrt.

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