Bud Cort

Schauspieler • Producer
Bud Cort Poster

Leben & Werk

Amerikanischer Schauspieler. Unsterblich wurde Bud Cort als depressiver Inszenator makabrer Scheinselbstmorde in Hal Ashbys Kultfilmklassiker „Harold und Maude“ (1971), wo er als 18-Jähriger durch die Liebe zur rüstigen 80-jährigen Maude (Ruth Gordon)ins Leben zurückfindet. Cort sah sich durch Harold zunächst auf neurotische Charaktere festgelegt. Eine lange Auszeit musste der Schauspieler mit dem sanften Blick ab 1979 hinnehmen, als sein Gesicht durch einen schweren Autounfall entstellt wurde, der langwierige plastische chirurgische Eingriffe notwendig machte, die ihn sein Vermögen kosteten. Cort fing wieder Fuß und trat häufig mit Bart in komischen oder skurrilen Nebenrollen in Genrefilmen und Independent-Produktionen auf. Wes Anderson besetzte ihn 2004 in einer seiner schönsten Rollen in der fantasievollen Komödie „Die Tiefseetaucher„: Als bebrillter Versicherungskontrolleur an Bord der Belafonte sorgt er dafür, dass Kapitän Bill Murray nicht das Budget überzieht und bewährt sich als patentes „Mädchen für alles“.

Bud Cort wurde 1948 als Walter Edward Cox in New Rochelle, New York als Sohn von Bandleader und Pianist Joseph Parker Cox und Journalistin Alma Mary Court geboren. Er musste sich um die vier jüngeren Geschwister kümmern, als die Familie nach Rye, New York zog. Dort besuchte er bis 1966 die Catholic Iona Preparatory School. 1967 begann Cort ein Design-Studium in New York, das er abbrach, um bei Stella Adler Schauspiel zu studieren. Er trat in Werbefilmen und in Nachtclubs als Stand-Up Comedian auf, war Statist in „Gegen den Strom die Treppe hinauf“, mit einer Zeile Dialog Hippie in Bob Fosses Musical „Sweet Charity“ (1968) und fiel bei einer Off-Braodway-Aufführung Regisseur Robert Altman auf, der ihn in der Kriegssatire „M*A*S*H“ und in der Hauptrolle von „Brewster McCloud – Auch Vögel können töten“ (1970) als Tüftler-Erfinder einer Flugmaschine besetzte (1997 war er als Lazy Eye Pete Gast in Altmans origineller TV-Serie „Gun – Gun-Kaliber 45“).

Nach „Harold und Maude“ (Golden-Globe-Nominierung als Bester Darsteller) war Cort immens populär, trat 1972 in einer One-Man-Show live im Alcazar von Paris auf, erhielt als einer der jüngsten Schauspieler eine Retrospektive in der Cinémathèque und den Etoile de Cristal. Cort lehnte ein Angebot für „Einer flog über das Kuckucksnest“ ab, war mit der Rolle des Lehrers in der kanadischen Prärie in „Man schießt nicht auf den Lehrer“ (1977) wenig erfolgreich und geriet nach seinem Unfall 1979 fast in Vergessenheit. Er war Sigmund Freud in „The Secret Diary of Sigmund Freund“ (1984, mit Klaus Kinski), Stimme des Roboters in „Electric Dreams“ (1985) und einer von „Maria’s Lovers“ (Nastassja Kinski). In den 90er-Jahren spielte Cort im Aids-Drama „…und das Leben geht weiter“ (1991) und in Michael Manns „Heat“ (1995). Cort war in Kevin Smiths „Dogma“, Ed Harris‘ „Pollock“, Wim Wenders‘ „Million Dollar Hotel“, Jon Favreaus „Made“, „Coyote Ugly“, als Vater von Natasha Lyonne in der Komödie „Weil ich ein Mädchen bin“ und in der SF-Komödie „The Big Empty“ (2003) dabei.

Bud Cort ist Mitbegründer von The L.A. Classical Theatre Works. Er arbeitet als Radiosprecher und sang 1981 den Titelsong im Musikfilm „She Dances Alone“.

Bud Cort wohnte sieben Jahre im Haus von Groucho Marx in Bel Air in Kalifornien. Sein Lieblingssatz: „You’re never fully dressed without a smile.“

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