Bruno Dumont

Regisseur • Drehbuchautor • Cutter
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Leben & Werk

Französischer Regisseur, in dessen Spielfilmen aus der nordfranzösischen Provinz fast ausschließlich die Dumpfheit der Bauern, die Langeweile der Teenager, blinder Hass, offener und latenter Rasismus und stumpf mechanische Sexualität die treibenden Themen sind. Bruno Dumont verurteilt die meist jugendlichen Protagonisten nicht, geht vielmehr von der Beobachtung aus: „Ich habe festgestellt, dass viele Jugendliche nett und sympathisch sind, gleichzeitig aber infiziert von Gewalt.“ Seinen größten Erfolg feierte Dumont, der mit Laienschauspielern arbeitet und stets im Breitwandformat CinemaScope dreht, mit dem Kriegsfilm „Flandres“ (2006).

Bruno Dumont wurde 1958 in Bailleul geboren, Schausplatz seines Debütfilms. Er studierte ab 1977 an der philosophischen Fakultät in Lille und wurde von der Vision eines kritisch-rationalen Christentums, wie es Philosoph Ernest Renan entwickelt hatte, beeinflusst. Ab 1982 unterrichtete Dumont Jugendliche, ab 1986 inszenierte er Industriefilme und Werbespots. Dem Kurzfilm „Paris“ (1993) folgte 1997 sein Debütfilm „La vie de Jésus„, der schildert, wie in Bailleul, Kaff an der Grenze zu Belgien, die Clique um Freddy auf frisierten Mopeds durch die Gegend düst, in Cafés abhängt und arabische Einwanderer verspottet. Nur Freddy scheint mit Marie Glück zu haben, bis es zur Katastrophe kommt, Marie sexuell genötigt und ein Araber erschlagen wird.

In „L’Humanité“ (1999) kommt ein einfältiger Polizeikommissar in Flandern nicht über Tod, Missbrauch und die entstellte Leiche eines elfjährigen Mädchens hinweg und verzweifelt am psychosozialen Elend seiner Umwelt. In dem in Kalifornien gedrehten „Twentynine Palma“ (2003) durchstreift ein Paar zwischen Sex und Streit die Joshua-Tree-Wüste und treibt in eine Katastrophe.

Zum Meisterwerk wurde Dumonts „Flandres“ (2006), das von jungen flandrischen Bauern in einem ungenannten Krieg und dessen Auswirkungen erzählt, von authentisch wortlosem Ackersex und in einer gewagten Vergewaltigungsszene gipfelt.

Bruno Dumont wurde für „La vie de Jésus“ u.a. mit dem Prix Jean Vigo 1997 und dem Fassbinder-Preis des Europäischen Filmpreises ausgezeichnet. Für „L’Humanité“ erhielt er den Großen Preis der Jury Cannes 1999 (außerdem Preise für die Hauptdarsteller Emmanuel Schotté und Sévérine Caneele). „Flandres“ wurde 2006 in Cannes mit dem Großen Preis der Jury ausgezeichnet.

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