Bilderstrecke starten(41 Bilder)
Alle Bilder und Videos zu Bruce Springsteen

Leben & Werk

„Ich habe die Zukunft des Rock’n’Roll gesehen und ihr Name war Bruce Springsteen“, schrieb der „Rolling Stone“-Redakteur Jon Landau nach einem Springsteen-Konzert im Mai 1974. Seither galt der Sänger als größte Hoffnung der Rockmusik und tat sein bestes, um diesen Ruf zu bestätigten.

Er ist der Held des zu kurz gekommenen weißen Amerikas, der Retter des Rock und einer der größten Rockstars aller Zeiten. Bruce Springsteen versteht es nicht nur meisterlich, bei Stadionkonzerten die Massen zu begeistern, sondern genießt auch unter Kollegen höchsten Respekt als begnadeter Songwriter. Nach dem Kniefall des „Rolling Stone“ richteten sich Mitte der Siebziger die Augen der Musikwelt auf den Sänger aus New Jersey, der zuvor bereits jahrelang mit eher geringem Erfolg Platten veröffentlicht hatte und durch die Clubs des Landes gerockt war. Springsteen verhalf mit seinen erdigen Songs nicht nur der Rockmusik zu neuen Höhenflügen, sondern wurde gleichsam zum Sprachrohr einer Nation, deren Selbstzweifeln und Widersprüchlichkeiten er in seinen Songs Ausdruck verlieh. In seinen Texten besang er regelmäßig Highways und Autos als Metaphern für das Leben und sprach damit einer Bevölkerungsschicht aus dem Herzen, die durch die Wirren des Lebens ihrer Illusionen beraubt worden war.

Bruce Frederick Joseph Springsteen wurde am 23. September 1949 in Freehold, New Jersey, als Sohn eines Gelegenheitsarbeiters geboren, der sich mit schlecht bezahlten Jobs als Gefängniswärter, Busfahrer oder Fabrikarbeiter durchschlug. Sein musikalisches Schlüsselerlebnis hatte der kleine Bruce der Legende nach, als er 1958 in der „Ed Sullivan Show“ einen Auftritt von Elvis Presley sah, der ihn über die Maßen beeindruckte. Er bettelte seine Mutter an, ihm eine Gitarre zu kaufen und bekam den Wunsch erfüllt. „Es gab zwei Dinge, die bei uns unbeliebt waren: Das eine war ich und das andere meine Gitarre“, beschrieb Springsteen seine Jugendzeit später. In den Sechzigern war der junge Springsteen kaum noch zu Hause anzutreffen und verbrachte seine Zeit stattdessen in den Clubs in New Jersey, wo er mit allen möglichen Musikern und Bands jammte und bald den Ruf eines lokalen Helden erlangte. 1972 unterschrieb er seinen ersten Plattenvertrag bei Columbia und spielte, unterstützt von zahlreichen Musikern aus seiner Heimatstadt, sein Debütalbum „Greeting From Asbury Park, NJ“ ein. Die Platte kam 1973 auf den Markt und erzielte zunächst nur mäßige Verkaufszahlen. Auch der zweite Longplayer, „The Wild The Innocent And the E Street Shuffle“, der noch im gleichen Jahr veröffentlicht wurde, stieß auf geringes Interesse der Käufer, wenn er auch einige gute Besprechungen einheimste.

1974 wechselte Springsteen seine Begleitband aus und stellte die legendäre E-Street-Band zusammen mit Clarence Clemons am Saxofon, Steve Van Zandt an der zweiten Gitarre, dem Keyboarder Danny Federici, Roy Bittan am Klavier, dem Bassisten Garry Tallent und Schlagzeuger Max Weinberg. Gemeinsam spielte die Formation das dritte Album „Born To Run“ ein, mit dem die Karriere des Sängers endlich in Schwung kam. Mit dem Titeltrack landete die Band ihren ersten Top-40-Hit, das Album kletterte bis in die Top Ten. Die Energie geladenen Live-Konzerte der Band wurden legendär, und als der anfangs erwähnte, euphorische „Rolling Stone“-Artikel erschienen war, galt die Band plötzlich als heißester Newcomer des Landes. Zu dieser Zeit bekam der Sänger auch seinen Spitznamen „The Boss“ verpasst, der ihm bis heute anhaftet. Doch Springsteens Karriere erhielt zunächst durch einen langwierigen Rechtsstreit mit seinem Manager Mike Appel einen Dämpfer. Der Prozess gegen den Manager, dem der Sänger Vertragsbruch und Betrug vorwarf, zog sich über Jahre hin und sorgte dafür, dass Springsteen erst 1978 sein viertes Album „Darkness On The Edge Of Town“ vorlegte. Die Platte wurde ein Erfolg, wenn sie auch nicht ganz die Verkaufszahlen des Vorgängers erreichte.

Zwei Jahre später legte Springsteen das Doppelalbum „The River“ nach, das die Spitze der US-Charts erreichte und der Band mit „Hungry Heart“ ihren ersten Top-Ten-Single-Hit bescherte. Springsteen spielte mittlerweile in der ersten Liga der Rockwelt mit, die er mit seinem nächsten Album überraschte. Auf „Nebraska“ präsentierte sich der Sänger von einer deutlich reduzierteren Seite: Der Rock-Bombast der Vorgänger-Alben wurde von intimen Akustik-Songs abgelöst, die oft nur mit Gitarre unter einfachen Bedingungen aufgenommen wurden, dadurch aber die Klasse von Springsteens Kompositionen deutlicher denn je zu Tage förderten. Bis heute genießt Springsteen für „Nebraska“ den höchsten Respekt zahlreicher Rock- und Alternative-Musiker. Nach der Veröffentlichung verließ Gitarrist Steve van Zandt die Band und wurde durch Nils Lofgren ersetzt. Nach dem intimen Akustik-Album holte Springsteen 1984 wieder zur großen Rockgeste aus und landete den wohl größten Wurf seiner Karriere: Sein siebtes Album „Born In The USA“ stürmte weltweit an die Spitze der Charts, brachte kolossale sieben Hit-Singles hervor und verkaufte weltweit über zehn Millionen Einheiten. Springsteen rückte damit endgültig in die Riege der größten Popstars der Welt vor, wo er sich auf Augenhöhe mit Michael Jackson und Prince wiederfand.

Der Veröffentlichung schloss sich eine über zwei Jahre dauernde Welttournee an, die mit ausverkauften Konzerten vor begeisterten Zuschauern zum wahren Triumphzug wurde. 1986 dokumentierte Springsteen die epochale Konzertreise mit der Fünffach-LP und Dreifach-CD „Bruce Springsteen & The E-Street Band/Live 1975 - 85“, die sofort an die Chartsspitze stürmte. Springsteen trennte sich von seiner ersten Frau und heiratete Patti Scialfa, die als Backgroundsängerin bereits seit einiger Zeit der E-Street-Band angehört hatte. 1987 legte er mit „Tunnel Of Love“ ein neues Album vor, dem sich erneut eine gigantische Welttour anschloss. 1989 gab Springsteen zur allgemeinen Überraschung nach 15 gemeinsamen Jahren seine Trennung von der E-Street-Band bekannt: „Wir waren seit Teenagertagen zusammen und wollten mal etwas eigenes versuchen“, erklärte der Sänger. Im Alleingang spielte Springsteen gleich zwei neue Alben ein, die parallel im März 1992 auf den Markt kamen. „Human Touch“ und „Lucky Town“ erreichten beide die oberen Regionen der Charts, vom Erfolg der Vorgänger blieben sie dennoch ein gutes Stück entfernt. Springsteen ging danach wieder ausgiebig auf Tournee und veröffentlichte seinen Auftritt bei „MTV Unplugged“ 1993.

Im Juli 1993 nahm er den Song „Streets Of Philadelphia“ für den Soundtrack zu Tom Hanks‘ AIDS-Drama „Philadelphia“ auf und landete damit nicht nur einen Top-Ten-Hit, sondern wurde auch mit seinem ersten Oscar für den besten Filmsong ausgezeichnet. Auch bei den Grammy Awards räumte Springsteen mit dem Song ab. 1995 holte der Sänger die E-Street-Band erstmals wieder zusammen und nahm einige neue Songs auf, die auf dem im gleichen Jahr veröffentlichten „Greatest Hits“-Album erschienen. Mit „The Ghost Of Tom Joad“ legte Springsteen 1996 ein weiteres reduziertes Akustik-Album vor, das Erinnerungen an „Nebraska“ weckte und exzellente Kritiken bekam. Danach durchwühlte Springsteen seine Archive und kramte allerlei unveröffentlichte Songs, Demoaufnahmen und Raritäten hervor, die 1997 in Form der CD-Box „Tracks“ veröffentlicht wurden. 1999 wurde Springsteen in die Rock’n’Roll Hall Of Fame aufgenommen und reformierte danach zum zweiten Mal die E-Street-Band. Die Gruppe, der neben Nils Lofgren auch dessen Vorgänger Steve van Zandt wieder angehörte, ging wieder auf ausgedehnte Welttournee, auf der sie einmal mehr ihre außergewöhnliche Klasse demonstrierte. Die Band hatte nichts von ihrer Durchschlagkraft verloren und begeisterte die Massen, als wäre sie nie weg gewesen. Die im Jahr 2001 veröffentlichte Live-CD „Live In New York City“ dokumentiert eindrucksvoll die ungebrochene Energie der reformierten E-Street-Band.

2002 spielte Springsteen mit der E-Street-Band sein zwölftes Studioalbum „The Rising“ ein, auf dem er sich intensiv mit den Ereignissen des 11. September 2001 auseinandersetzte. Die CD zeigte die Band einmal mehr in Hochform, und auch die anschließende Welttournee wurde ein durchschlagender Erfolg. Im April 2005 legte Springsteen mit „Devils & Dust“ ein neues Studioalbum vor.

Die anschließende Tournee, auf der der Künstler auf den größten Bühnen der Nation, ohne Begleitung einer Band, neue wie alte Songs in beeindruckenden Akkustik-Versionen vortrug, wurde von Presse und Fans gefeiert, und beglückte die Veranstalter mit ausverkauften Häusern. Im Frühjahr 2006 legte der umtriebige Musikant mit „We Shall Overcome - The Seeger Sessions“ bereits ein neues Studiowerk vor, auf dem er sich diesmal überwiegend im Bereich der Folk- und Gospel-Musik tummelte. Die vielgelobte CD erreichte Platz fünf der Charts und bot bereits wieder Anlass für eine weitere Tournee. In Deutschland machte Springsteen dabei nur in Frankfurt halt.

Filme und Serien

Videos und Bilder

News und Stories

Wird oft zusammen gesucht

Kommentare