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Matthew McConaughey schmuggelt AIDS-Medikamente

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© Kurt Krieger

Heißes Eisen!

Matthew McConaughey wagt sich an das AIDS-Drama "The Dallas Buyer's Club" Bild: Kurt Krieger

Matthew McConaughey

Dabei steckt hinter dem Film eine spektakuläre wahre Geschichte: die des schwulenfeindlichen Elektrikers Ron Woodroof aus Dallas, der sich 1980 mit HIV infizierte und 1986 an AIDS erkrankte. Woodroof, den Matthew McConaughey im Film verkörpern wird, zog daraufhin einen illegalen Handel mit alternativen Medikamenten auf, die er mit großem Risiko selbst in die USA einschmuggelte. Seine Abnehmer nannten sich selbst „The Dallas Buyer’s Club“, daher auch der Filmtitel.

Damals waren kaum Medikamente erhältlich, die die Lebensqualität eines AIDS-Patienten verbesserten. Woodroof stieß jedoch über einen afrikanischen Arzt auf ein alternatives Präparat namens Interferon, das eigentlich zur Hepatitis-Behandlung gespritzt wird, vielen Erkrankten bei oraler Einnahme aber gegen AIDS-Symptome wie Gewichtsverlust, Fieber, Müdigkeit und Durchfall half. Der Haken: Das Präparat war in dieser Form nicht von der US-Gesundheitsbehörde zugelassen, die Prüfung sollte noch mehrere Jahre dauern - zu lang für die durchschnittliche Lebenserwartung eines akut an AIDS Erkrankten.

Rauchende Koffer und 25.000 $ Schmiergeld

Daher find Woodroof an, Interferon in großen Mengen aus dem Ausland einzuschmuggeln: hunderte Ampullen, die er von Trockeneis umhüllt in einem Aktenkoffer transportierte. Als er einmal am Flughafen von Tokyo auf sein qualmendes Gepäckstück angesprochen wurde, log er dreist, Trockeneis sei sein Sex-Fetisch. Dort war man so geschockt, dass man den offenbar verrückten Amerikaner die Sicherheitskontrolle passieren ließ. Außerdem hatte Woodroof stets 25.000 Dollar in kleinen Scheinen dabei: „Man weiß schließlich nie, wenn man bestechen muss“, erklärte er.

Die US-Gesundheitsbehörde wusste zwar von dem groß angelegten Schwarzhandel, zeigte jedoch Verständnis für die Verärgerung über die lange Zulassungsprozedur für Interferon und ließ Woodroof inoffiziell gewähren.

Die Wirkung beschrieb Woodroof so: „Wenn man Interferon einnimmt, fühlt man sich 10 Jahre jünger, Du hast wieder Kraft und Appetit und es sieht Dir nicht jeder sofort an, dass Du AIDS hast.“ Trotzdem war sich Woodroof seines Schicksals und dessen seiner Abnehmer immer bewusst: „Es gibt keine Heilung, jeder stirbt, das gehört dazu.“ Woodroof lebte bis 1992.

Den Film soll nun Jean-Marc Vallee inszenieren, er hat sich zuletzt mit dem Historiendrama „Young Victoria“ hervorgetan. Für Hoffentlich macht diesmal keiner einen Rückzieher! Schließlich hat Tom Hanks mit „Philadelphia“ bewiesen, dass sich Anspruch und großer Erfolg nicht ausschließen.

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