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Leben & Werk

Einer der bedeutendsten Komödien-Regisseure Hollywoods, der das Terrain der Romanzen, Satiren und Screwball Comedies in der Tradition von Ernst Lubitsch und Billy Wilder um das Element des Grotesken, des Surrealen und der Live-Action-Cartoonery bereicherte und als intelligente Unterhaltung produzierte.

Blake Edwards, Regisseur, Drehbuchautor, Produzent und Schauspieler, geboren 1922 in Tulsa, Oklahoma, kam über das Fernsehen zum Film, wo er 1955 als Regisseur debütierte. 1961 inszenierte er den Welterfolg „Frühstück bei Tiffany“ (nach Truman Capote), eine Tragikomödie um das New Yorker Playgirl Holly Golightly (Audrey Hepburn), die Mode machte und Edwards‘ lebenslangem Hauskomponisten Henry Mancini (1922 - 1994) für seinen Song „Moon River“ den ersten „Oscar“ einbrachte. Mit der von Peter Sellers verkörperten Figur des trotteligen Chaos-Inspektors Clouseau in „Der rosarote Panther“ schuf Edwards eine der erfolgreichsten Serien der Filmgeschichte, die fünf Filme umfasst und nach Sellers‘ Tod um einen Film aus Materialien der alten Filme und zwei Filmen mit jeweils einem anderen Hauptdarsteller (zuletzt Roberto Benigni) ergänzt wurde. Über die Filme hinaus populär wurden die jeweiligen Zeichentrick-Vorspanne mit der schlaksigen Figur des rosaroten Panthers, die andere Filme in Sekundenschnelle parodierte und zu einer eigenen TV-Serie führte. Mit Sellers drehte Edwards „Der Partyschreck„, in dem ein indischer Kleindarsteller systematisch wie Laurel & Hardy die Villa eines Filmproduzenten zerlegt: ein Höhepunkt des Slapstick im von Edwards fast immer genutzten Breitwandformat.

Edwards integrierte in seinen Filmen Wortwitz, Körperkomik, Verwechslungen, Kämpfe mit Objekten und das Chaos der Zerstörungsorgien mit wechselndem Erfolg, der sich auch im Auf und Ab seiner Karriere spiegelte, die ihn nach mehreren Misserfolgen (der Western „Missouri“, das Spionagedrama „Darling Lili„) aus Hollywood nach England trieb. Ein Comeback schaffte er mit der erotischen Komödie „10 - Die Traumfrau“, eine genüssliche Demontage von Männerphantasien um Frauen, die sich als Mogelpackung erweisen. Sein Meisterwerk wurde die wundervolle Neuverfilmung eines Ufa-Films: „Victor/Victoria“ (1982, mit Julie Andrews in der männlich/weiblichen Hauptrolle). Der Film ist eine herausragende Travestiegeschichte um sexuelle Identität, Geschlechtertausch und -verständnis, eine fabelhafte Farce über die Bohème im Paris der 1930er Jahre, frivol-dekadent, in den Dialogen intelligent bissig, in der Ausstattung opulent, von der Scope-Kamera genial gefilmt. In den 1980er Jahren inszenierte Edwards Yuppie-Komödien und Grotesken um die Krisen des Mannes, förderte die komischen Talente von Kim Basinger („Blind Date“) und Ellen Barkin (in der Körpertausch-Komödie „Switch“) und erregte komisches Aufsehen mit dem Kondom-Ballett in „Skin Deep - Männer haben’s auch nicht leicht„. Die Hollywood-Satire „S.O.B.“ gehört zu den schärfsten Abrechnungen mit der Traumfabrik und enthält als selbstironisches Bonbon eine Szene, in der Edwards‘ zweite Ehefrau Julie Andrews, die in Hollywood als aseptische Disney-Frau „Mary Poppins“ Welterfolge gefeiert hatte, für eine kurzen Moment im überfüllten Filmstudio ihren nackten Busen zeigt.

Blake Edwards, der 2004 einen Ehren-Oscar für sein Lebenswerk erhielt, starb am 15. Dezember 2010 im Kreise seiner Familie im südkalifornischen Santa Monica.

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