Bertrand Blier

Schauspieler • Producer • Regisseur • Drehbuchautor

Leben & Werk

Französischer Regisseur, Drehbuch- und Romanautor. Blier entdeckte den jungen Gérard Depardieu, Patrick Dewaere, Miou-Miou und Anouk Grinberg und gilt als ewiges enfant terrible, Provokateur des französischen Kinos, in dem er immer wieder überrascht mit schrillen, zynischen, lauten und poetischen Filmen. Er experimentiert mit Rollenvorstellungen, stellt das Widersprüchliche von Liebesverhältnissen drastich aus, feiert Zuhälter und „dirty old men“, was ihm den Vorwurf von Altmännerfantasien einbrachte. Seine Filme sind immer glänzend besetzt mit Mimen wie Monica Bellucci, Carole Bouquet, Michel Blanc, Philippe Noiret, Michel Bouquet, Nathalie Baye oder Gérard Lanvin. Blier feiert mal peinlich, mal grandios Sexualität, das Absurd-Groteske im Leben und spielt anti-psychologisch mit Geschlechterrollen und wie in Rainer Werner Fassbinders Filmen mit Machtverhältnissen in bürgerlichen Beziehungen, Sex als Politik in immer neuen Konstellationen, Gier und Begierde als Lebensantrieb.

Bernard Blier wurde 1973 mit dem damaligen Kultfilm „Die Ausgebufften“ auf einen Schlag bekannt. Gérard Depardieu und Patrick Dewaere streunen auf der Suche nach dem wilden freien Leben als sexsüchtige autoknackende Aufreißer durch Vorstädte und fliehen vor aufgebrachten Kleinbürgern. In „Frau zu verschenken“ sorgt sich Depardieu um seine Frau, gibt sie an Zufallsbekanntschaft Dewaere weiter. Sie wird glücklich mit einem Dreizehnjährigen. In „Abendanzug“ spannt ein schwuler Gauner (Depardieu (!)) einer Frau den Freund (Michel Blanc) aus. In „Zu schön für Dich!“ verfällt Autohändler Depardieu, verheiratet mit Traumfrau Carole Bouquet, dem Mauerblümchen Josiane Balasko. In „Mein Mann“ (1996) gibt die „heilige Hure“ Anouk Grinberg ihr Luxusleben für einen Clochard (Gérard Lanvin) auf, der ihr Zuhälter wird. „Wie sehr liebst du mich?“ (2006) gibt die Luxusprostituierte (Monica Bellucci) ihr Leben mit dem Zuhälter (Depardieu) für einen Angestellten auf, der Millionen im Lotto gewonnen hat. Ein interessanter Subtext ergibt sich Bliers Filmen, indem er bekannte Namen „gegen den Strich“ besetzt (meist Depardieu) oder schlicht und einfach hinreißende Weiblichkeit und die Rundungen von Monica Bellucci feiert.

Bernard Blier wurde 1939 als Sohn des populären Schauspielers Bernard Blier (1916-1989) geboren, assistierte bei Christian-Jacque und Denys de la Patellière, debütierte 1963 mit dem Dokumentarfilm „Hitler, connais pas!“ und 1966 mit dem kafkaesken Spionagefilm „Si j’étais un espion“. Sein Vater trat mit Depardieu in seiner schwarzhumorigen Mörderkomödie „Den Mörder trifft man am Buffet auf“ (1979). Für „Les Acteurs“ (2000), verspielter Tribut an die Schauspieler der Nouvelle Vague, brachte er ein riesiges Staraufgebot mit Delon, Piccoli, Brasseur, Serrault, Dussolier, Brialy, Arditi, Marielle und Maria Schneider zusammen.

Blier wurde für „Frau zu verschenken“ 1978 mit dem Oscar für den besten ausländischen Film ausgezeichnet. Césars erhielt er 1980 für „Den Mörder trifft man am Buffet“ (Drehbuch), 1983 für „Notre Histoire“ (mit Alain Delon und Nathalie Baye; Drehbuch) und 1989 für „Zu schön für dich!“ (Film, Regie, Buch, Schnitt), der in Cannes mit dem Großen Spezialpreis der Jury ausgezeichnet wurde. „Mein Mann“ brachte Anouk Grinberg 1996 den Silbernen Bären der Berlinale als Beste Darstellerin.

Blier hat sich in Frankreich auch als Romanautor (u.a. „Beau-père“, den er 1981 mit Dewaere als „Ihr Stiefvater“ verfilmte) einen Namen gemacht. Sein Stück „Les Côtelettes“ war 1997 einer der Theatererfolge der Saison; er verfilmte es 2003 mit Noiret und Bouquet und fiel durch.

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