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Leben & Werk

Einer der meistbeschäftigten Schauspieler der 50er Jahre, arbeitete Bernhard Wicki (1919 - 2000) nach dem Welterfolg seiner zweiten Regiearbeit „Die Brücke“ (1959) häufiger hinter die Kamera. „Die Brücke“ wurde mit Preisen und internationalen Auszeichnungen überhäuft und ist eines der bedeutendsten Werke der Filmgeschichte. Der Antikriegsfilm mit langem Atem erzählt in einer im deutschen Film der damaligen Zeit kaum gekannten Perfektion von dem sinnlosen Verteidigungskampf um eine strategisch unbedeutende Brücke, den kurz vor Kriegsende acht Schüler in Uniform gegen amerikanische Panzer führen, wobei sie alle bis auf einen umkommen. Wicki wollte ursprünglich Dichter werden, studierte in Wien, bewarb sich 1938 an Gründgens‘ Schauspielschule in Berlin und wurde wegen kurzzeitiger Mitgliedschaft im kommunistischen Jugendverband noch im gleichen Jahr für zehn Monate in das Konzentrationslager Sachsenhausen gesteckt, kam aber mit Hilfe von Gründgens wieder frei. Nach dem Krieg spielte er Theater, seit 1950 auch Filmrollen („Rosen im Herbst„, „Die letzte Brücke“, „Die Zürcher Verlobung„). Nach dem Welterfolg der „Brücke“ rief Hollywood, Wicki beteiligte sich an der Großproduktion „Der längste Tag“ (über die Invasion der Alliierten in der Normandie), drehte mit Ingrid Bergman und Anthony Quinn „Der Besuch“, der nach Friedrich Dürrenmatts „Der Besuch der alten Dame“ entstand, aber entgegen Wickis Intention ein von den Produzenten erzwungenes Happyend enthält. Mit Marlon Brando verlief die Zusammenarbeit während der Dreharbeiten zu dem Spionagefilm „Kennwort: Morituri“ entgegen anderslautenden damaligen Presseberichten ohne größere Schwierigkeiten. Zur Regie fand Wicki krankheitsbedingt wieder mit der Joseph-Roth-Verfilmung „Das falsche Gewicht“ (1971), in dem Helmut Qualtinger einen Eichmeister spielte, der einer Zigeunerin (Evelyn Opela) verfällt. Der für das Fernsehen gedrehte Film wurde in den Kinos ausgewertet. „Die Eroberung der Zitadelle„, Wickis Beitrag zum Jungen Deutschen Film, blieb hingegen weitgehend unbeachtet. In diesen Jahren trat Wicki häufig in Filmen anderer Regisseure auf, so in Fassbinders „Despair - Eine Reise ins Licht“ oder in „Paris, Texas“ von Wim Wenders. Zwei Filme konnte Wicki in der DDR realisieren: „Die Grünstein-Variante“ (1984), der um ein Schachspiel zwischen im Jahre 1939 in Abschiebehaft sitzenden Gefangenen kreist, und „Sansibar oder Der letzte Grund“ (1986), der nach dem Roman von Alfred Andersch von Flüchtlingen aus Nazi-Deutschland, die über die Ostsee wollen, erzählt. Wickis letzte Regiearbeit wurde die dreistündige Adaption von Joseph Roths „Das Spinnennetz“ (1989), in dem Wicki die Vorlage zu einer prophetischen Sicht auf den heraufziehenden Nationalsozialismus ausweitet. Der in Cannes uraufgeführte Film wurde für den „Oscar“ nominiert. Wicki erlitt während der Dreharbeiten Gehirnblutungen, von denen er sich nicht wieder völlig erholte. 1994, nach dem Tod seiner Frau, der Schauspielerin Agnes Fink, mit der er über 50 Jahre verheiratet war, verkaufte er sein Haus in Zürich (Wicki, geboren in Niederösterreich, war Schweizer Staatsbürger). 1995 heiratete er die Schauspielerin Elisabeth Endriss, mit er bis zu seinem Tod in München lebte.

Filme und Serien

Videos und Bilder

News und Stories

  • Bernhard-Wicki-Filmpreis für "Die Frau des Anarchisten"

    Die deutsch-spanisch-französische Koproduktion „Die Frau des Anarchisten“ hat den „Bernhard Wicki Filmpreis Die Brücke - Der Friedenspreis des Deutschen Films“ erhalten. Die mit 10.000 dotierte Auszeichnung wurde am Donnerstag auf dem Filmfest München verliehen. Das Regie-Ehepaar Marie Noelle und Peter Sehr („Love the Hard Way“) hat eine Liebesgeschichte aus der Zeit des spanischen Bürgerkriegs und der Franco-Diktatur...

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