Bernhard Sinkel

Producer • Regisseur • Drehbuchautor
Bernhard Sinkel Poster

Leben & Werk

Privates, Politik und packendes Erzählkino gehen im Werk von Regisseur, Autor und Produzent Bernhard Sinkel Hand in Hand mit kritisch verständnis- und humorvollen Blicken auf die deutsche Geschichte. Sein Altenfilm „Lina Braake – Die Interessen der Bank können nicht die Interessen sein, die Lina Braake hat“ (1974) trägt entsprechend sein Brechtsches Motto bereits im Titel und erzählt kauzig, wie zwei Rentner aus dem Altersheim heraus mit einem cleveren Schwindel das Kreditwesen überlisten. In „Berlinger – Ein deutsches Abenteuer“ (1975) spielt Martin Benrath den größten Draufgänger des deutschen Films seit Hans Albers, ein Chemiker und schrankenloser Individualist, der 1938 der Nazis wegen seine Fabrik und das Land verlässt und nach 30 Jahren heimkehrt. Die auf zwei Zeitebenen erzählte Geschichte seiner Freundschaft zum Anpasser Roeder (Peter Ehrlich) endet in Feindschaft. Hannelore Elsner badet nackt, ein Luftschiff sorgt für Schauwerte.

Beide Filme entstanden in Co-Regie mit dem 1981 gestorbenen Alf Brustellin, mit dem Sinkel bis zu dessen Autounfalltod arbeitete: populäre Stoffe mit kinoattraktiven Stoffen voller Fantasie. Ihre erste Adaption eines fremden Stoffes, „Der Mädchenkrieg“ (1977, nach Manfred Bielers Roman), verfolgt die Schicksale der drei Töchter eines Bankkaufmanns im Prag der Nazi-Zeit und wiederholte den Erfolg, während die zweite, „Taugenichts“ (1977; nach Joseph von Eichendorffs Novelle), in der Welle der damaligen Literaturverfilmungen unterging.

Sinkel/Brustellin kehrten mit dem Gemeinschaftswerk „Deutschland im Herbst“ (1978, über den „heißen Herbst“ 1977) und mit „Kaltgestellt“ (1980, über den Radikalenerlass) zu politischen Gegenwartsstoffen zurück. Nach Brustellins Tod inszenierte Sinkel mehrere Mehrteiler für das Fernsehen: die Thomas-Mann-Adaption „Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull“ (1981); „Väter und Söhne“, die u.a. mit Burt Lancaster und Julie Christie starbesetzte Geschichte des IG-Farben-Konzerns (1986), und „Hemingway“ (1987; mit Stacy Keach in der Titelrolle). Sein bislang letzter Kinofilm „Der Kinoerzähler“ (mit Armin Müller-Stahl, 1993) erzählt von der Umbruchzeit vom Stumm- zum Tonfilm.

Sinkel wurde 1940 in Frankfurt geboren, absolvierte ein Jurastudium war als Rechtsanwalt tätig, bevor er 1970-1972 Ressortleiter im Archiv des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ wurde. Mit Bundesfilmpreisen ausgezeichnet wurden „Lina Braake„, „Der Mädchenkrieg“ (auch Silberne Muschel in San Sebastian) und „Taugenichts“. „Der Kinoerzähler“ erhielt den Preis der Filmkunstgilde C.I.C.A.E. Zwischen 1993 und 1995 inszenierte Sinkel Opern in Bonn und Nürnberg. 2003 erschien sein Kriminalroman „Bluff“, 2005 sein Politthriller „Der dritte Sumpf“ (beide dtv).

Filme und Serien

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