Leben & Werk

Bernhard Minetti gilt als Jahrhundertschauspieler. Der österreichische Dramatiker Thomas Bernhard schrieb der Schauspieler-Legende das Drama „Minetti“ auf den Leib.

Geboren wurde Bernhard Minetti am 26. Januar 1905 in Kiel. Der Sohn eines Architekten sammelte bereits als Schüler erste Erfahrungen als Statist am Kieler Theater. Er begann ein Studium der Germanistik und Theaterwissenschaften in München, wechselte dann aber an die Staatlichen Bühnen in Berlin und nahm Schauspielunterricht. Sein Theaterdebüt gab er 1927 in Gera, ging dann nach Darmstadt und kam 1930 schließlich ans Preußische Staatstheater Berlin, wo er unter anderem unter Gustaf Gründgens und Hans Fehling spielte. Minetti überzeugte vor allem in den großen Klassikern, als Hamlet, Faust oder Franz Mohr. Im Kino war er unter anderem in „Der Mörder Dimitri Karamasoff“ und neben Heinrich George in „Berlin Alexanderplatz“ zu sehen. Eine Hauptrolle spielte er in Leni Riefenstahls Melodram „Tiefland“. Nach dem Krieg wurde Minetti oft als Nazi-Sympathisant kritisiert, konnte seine Karriere aber fortsetzen. Er begann den Neuanfang in seiner Heimatstadt Kiel und spielte anschließend an verschiedenen deutschen Bühnen, bis er Mitte der 1960er-Jahre ans Schiller-Theater Berlin kam und bis zu dessen Schließung 1993 Ensemble-Mitglied war. In den 1970er-Jahren arbeitete er sehr erfolgreich mit Regisseuren wie Peter Zadek, Klaus Michael Grüber und Claus Peymann. Der Schriftsteller Thomas Bernhard schrieb für den großen alten Schauspieler sein Stück „Minetti“. 1985 brillierte Minetti an der Berliner Schaubühne als König Lear. Seine letzte künstlerische Heimat war das Berliner Ensemble unter Heiner Müller. Bernhard Minetti starb am 12. Oktober 1998 in Berlin.

Bernhard Minetti wurde für seine schauspielerischen Leistungen vielfach ausgezeichnet. 1978 erhielt er das Große Bundesverdienstkreuz. Seine Kinder Hans-Peter Minetti und Jennifer Minetti wurden ebenfalls Schauspieler.

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