Beim Dreh von Kerkelings "Ich bin dann mal weg"

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Bernd Eichinger Poster

Bescheiden zurückgetreten…

Spanien in Spandau: Produzent Nico Hofmann, Martina Gedeck, Hauptdarsteller Devid Striesow und Kirsten Niehuus (Filmförderung) Bild: Warner

Die Wahrscheinlichkeit, Hape Kerkeling würde sich in einer Verfilmung seines Bestsellers „Ich bin dann mal weg“ selbst spielen, war groß. Schließlich begeisterten sich mehr als vier Mio. Leser an dem Reisebericht über seine Erlebnisse auf dem Jakobsweg, den er vor 13 Jahren nach gesundheitlichen Problemen und einer Sinnkrise beschritt.

Doch wahrscheinlich hatte Kerkeling, der mit Komödien wie „Kein Pardon“ (1993), „Samba in Mettmann“ (2004) und „Horst Schlämmer - Isch kandidiere!“ (2009) zum Kinostar wurde, nie wirklich daran gedacht, sich selbst zu spielen. „Das geht inzwischen auch gar nicht mehr“, meint Produzent Nico Hofmann, der am 4. August den Drehbeginn in Berlin einläutete: „Hape ist jetzt viel älter als 2001. Außerdem glaube ich, dass ein Film nur dann gut wird, wenn er eine eigene Form, Sprache und Kraft bekommt.“

So wurden etliche Schauspieler zum Vorsprechen eingeladen, aber erst bei Devid Striesow war man sich einig, dass er der perfekte Hape sei. „Mich hatte das Buch ebenso fasziniert. Es löste in mir einen großen Wunsch aus: Wenn es mal verfilmt werden sollte, wäre ich so wahnsinnig gern dabei. Dass es jetzt dazu gekommen ist, ist für mich die Erfüllung eines großen Traums“, freut sich Striesow, der zuletzt mit „Zeit der Kannibalen“ im Kino begeistern konnte.

Tatsächlich sieht er mit Schlapphut und Sonnenbrille, die ihm um den Hals baumelt, fast wie ein Zwilling von Hape Kerkeling aus - obwohl das nicht seine Intention war. „Ich habe auch schon Lady Macbeth gespielt, und nach zwei Minuten hatte das Publikum vergessen, dass sie von einem Mann gespielt wird“, scherzt Striesow, der sich für den Nachtdreh in der Zitadelle Spandau kostümiert hat. Die Berliner Festungsanlage mit ihren Rundbögen aus Backsteinen dient als Kulisse für eine spanische Pilgerherberge, die für eine entscheidende Szene herhalten muss.

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„Es ist der Tiefpunkt von Hape“, beschreibt Regisseurin Julia von Heinz („Hanni & Nanni 2„) das Geschehen. „Er will abbrechen, hat auch schon den Rückflug gebucht und trifft am letzten Abend nochmals die Frauen, die er bereits auf dem Jakobsweg getroffen hatte. Daraus schöpft er neuen Mut.“

Auf dem echten Pilgerpfad

Anschließend geht es dann nach Spanien, wo Ende September die letzte Klappe fallen wird. „Wir wollen möglichst an Originalschauplätzen drehen“, sagt Produzent Sebastian Werninger. „Wobei wir versuchen, Orte zu finden, die für die Geschichte am besten sind - und das sind nicht immer die, die auf dem Weg liegen. Wir werden kein Basislager haben, sondern tatsächlich die gesamten 791 Kilometer des Jakobswegs abfahren.“

Eine lange Reise - so beschreibt auch Nico Hofmann die Entwicklung des Projekts. Ursprünglich plante Bernd Eichinger schon 2008 mit Constantin Film in Kooperation mit dem NDR eine Verfilmung, verstarb dann aber im Januar 2011 plötzlich an einem Herzinfarkt. „In den letzten vier Jahren haben wir uns um die Finanzierung und ein gutes Drehbuch bemüht“, sagt Hofmann. Nun wird der Film von Warner mitfinanziert, Hofmann stützt sich dabei auf die guten Erfahrungen, die er in der Zusammenarbeit bei den Projekten „Jesus liebt mich“ und „Der Medicus“ machen konnte.

Feinschliff am Skript

Wichtig war vor allem auch ein überzeugendes Drehbuch. Sogar 14 Tage vor Drehbeginn wurde es immer wieder bearbeitet, zuletzt von Sandra Nettelbeck („Mr. Morgan’s Last Love„). „Hape Kerkeling hat diesen Prozess von Anfang an begleitet. Es wurden verschiedene Facetten ausprobiert, und er war dabei sehr kritisch und unterstützend“, erinnert sich Hermann Florin und führt weiter aus: „Das erste Versprechen, das wir uns alle gaben, war, daran so lange zu arbeiten, bis ein richtig gutes Drehbuch entsteht. Wir haben in Deutschland viel zu oft das Problem halb fertiger Drehbücher und wollten alles auf den Punkt bringen, um den Schauspielern die allerbesten Möglichkeiten zu geben.“

Neben Striesow gehören Karoline Schuch („Wir sind die Neuen„) als englische Journalistin, Martina Gedeck („Die Wand„) als unnahbare Pilgerin aus Stockholm und Inez Bjørg David („Männerherzen„) als besonnene Dänin zur Wandertruppe vor der Kamera. „Ich bin dann mal weg“ kommt 2015 ins Kino, der genaue Starttermin steht derzeit noch nicht fest. Regisseurin Julia von Heinz hofft aber, dass dann nicht nur alle Buchbegeisterten ins Kino pilgern werden:

„Das Besondere ist Kerkelings genauer Blick auf seine Mitmenschen, der im Buch nie zersetzend, sondern stets liebevoll geschildert wird. Die Haltung will ich auch im Film herüberbringen - das sehe ich als meine Aufgabe und Herausforderung.“

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