Bernd Eichinger

Schauspieler • Producer • Produzent • Regisseur • Drehbuchautor
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Leben & Werk

Deutscher Produzent, Drehbuchautor und Regisseur. Als Mann mit Visionen, Gespür für attraktive Stoffe und risikobereiter Finanzierer, war Bernd Eichinger seit seinem Durchbruch mit dem Drogendrama „Christiane F. – Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“ (1981) der wichtigste deutsche und einer der bedeutendsten europäischen Filmproduzenten. Seine Filme wurden von knapp 100 Millionen Zuschauern gesehen. Seine kraftvollen, publikumsorientierten und starbesetzten „Erzähl-Lokomotiven“, die oft auf Bestsellervorlagen basieren und die deutsche Vergangenheit thematisieren, sorgten immer für Diskussionsstoff und nahmen Einfluss auf die Entwicklung des deutschen Films.

Zu Eichingers 70 Filmen, die er als Produzent oder Ko-Produzent gestemmt hat, gehörten die Verfilmungen von Erfolgs- und Skandalromanen wie „Die unendliche Geschichte“ (Michael Ende), „Letzte Ausfahrt Brooklyn“ (Hubert Selby), „Der Name der Rose“ (Umberto Eco), „Das Geisterhaus“ (Isabel Allende) und „Das Parfum“ (Patrick Süskind). Eichinger produzierte maßgebliche deutsche Komödien der Neunziger, so Sönke Wortmanns „Der bewegte Mann„, „Das Superweib“ und „Der Campus“. Für seine Filme konnte er Weltstars wie Sean Connery, Meryl Streep, Glenn Close und Dustin Hoffman gewinnen. Til Schweiger, Katja Riemann, Veronica Ferres und Johanna Wokalek verdanken ihm ihre Karriere. Eichinger sorgte für zahlreiche öffentliche Diskussionen, so mit „Christiane F.“, der eine heftige Drogendebatte auslöste. Für „Der Untergang“ (2004), der die letzten Tage Hitlers schildert, und den Polit-Action-Thriller „Der Baader Meinhof Komplex“ (2008), der den linksrevolutionären Terrorismus der RAF ins Visier nimmt, schrieb Eichinger die Drehbücher. Zu Eichingers letzten Produktionen gehörten das Historiendrama „Die Päpstin“ (mit Johanna Wokalek) und „Zeiten ändern dich„, ein Biopic um den deutschen Rapper Bushido.

Bernd Eichinger wurde 1949 in Neuburg/Donau als Sohn eines Landarztes geboren, der ihn mit elf Jahren in ein strenges Internat steckte. Die Erfahrungen dort verarbeitete Eichinger im Bewerbungsfilm für die Hochschule für Film und Fernsehen in München, wo er Uli Edel kennenlernte, der bei vier Eichinger-Produktionen Regie führte. Während des Studiums arbeitete er als Aufnahme- und Produktionsleiter bei der Bavaria, schrieb Drehbücher und gründete 1974 mit 20.000 Mark die Produktionsgesellschaft Solaris, finanzierte Autorenfilmer wie Alexander Kluge und Wim Wenders, trug in einer Art Zweckbündnis zum Ansehen des Neuen Deutschen Films bei und förderte Edgar Reitz‘ „Heimat“-Chronik sowie postfeministische Filme von Doris Dörrie („Bin ich schön?“).

Als die Constantin Film Ende der Siebziger vor der Pleite stand, wurde Eichinger Geschäftsführer, sanierte die Firma und nannte sie in Neue Constantin um. Seit 1984 hatte er in Minderheitsbeteiligungen die Leo-Kirch-Gruppe dabei. 2001 gab er den Vorstandsvorsitz auf, blieb der wieder in Constantin umbenannten Firma als Produzent verbunden, sorgte für internationale Beteiligungen und als Executive Producer für Rechte im Markt der Comic-Verfilmungen („Fantastic Four“) und der Video-Game-Adaptionen (die „Resident Evil“-Reihe mit Milla Jovovich).

Als Regisseur zeichnete Eichinger für mehrere Kurzfilme, den Erotik-Thriller „Der große Bagarozy“ und das Remake der Wirtschaftswunder-Satire „Das Mädchen Rosemarie“ (mit Nina Hoss) verantwortlich. Eichinger wurde unter anderem mit dem Deutschen, Bayerischen und Europäischen Filmpreis, Oscar-Nominierungen, dem Bayerischen Verdienstorden und dem DIVA Award geehrt.

Eichinger, der mit Barbara Rudnik und Corinna Harfouch liiert war, war mit Autorin Katja Eichinger verheiratet und Vater der TV-Moderatorin Nina Eichinger. Am 24. Januar 2011 starb Bernd Eichinger in Los Angeles an einem Herzinfakt.

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